Ich kann ja mal berichten wo unsere Herausforderung mit Gustaf liegt
. Nämlich im Alltag bzw. haben wir "zwei" davon.
Wir wohnen städtisch, sehr städtisch. Ich verlasse die Wohnung und stehe mitten im Geschehen. Das erste was wir sehen sind ca. 40 Menschen, 3 Hunde, Ladengeschäfte, Boutiqen, Bäckerei, Cafes, Supermärkte, Apotheke, Restaurants, im 5min. Takt fahrende RiesenLinienbusse, viele Autos, etc. Es ist ein urbaner, beliebter und belebter Stadtteil - und einer der grünen Viertel dieser Millionenstadt, weil eingebettet zwischen zwei weitläufigen(!) Grünanlagen und vielen Kilometern Wasserlauf. Ab Haustür 3km, 5km, 8km, 10km Runde laufen mit Hund? Kein Problem, aber man ist halt nicht alleine sondern teilt sich diese Strecke mit vielen anderen Menschen und Hunden, da es eben die innerstädtischen Naherholungsgebiete sind.
Freilauf im Umkreis von 500m ab Haustür?! No way! Egal wie gut der Hund meiner Meinung nach im Gehorsam steht. Das ist u.a. auch schlicht und ergreifend eine Frage der gegenseitigen Rücksichtsnahme. Keiner will in so einem Gewusel einen freilaufenden Hund, insbesondere keinen großen Hund der Ängste auslösen könnte.
Gustaf läuft dennoch jeden Tag frei, allerdings und nur dann wenn die "Rahmenbedingungen" stimmen. Das können auch mal nur 3x 5min. sein am Tag, oder 30min. mit vielen Unterbrechungen an denen er rangerufen ich ihn mir schnappe und gesichert wird. Die restliche Zeit unterteile ich in kurzer Leine am Halsband (dann wird wird nicht geschnüffelt sondern Aufmerksamkeit auf mich und Marsch von A-B), sowie 5m Schlepp am Geschirr (schnüffeln und eigenes Tempo bestimmen erlaubt, ich gebe nur die Richtung vor).
Unter der Woche lebt er ein richtiges Stadthundleben und da führen wir ihn sorgfältig und kleinteilig heran. Wir sitzen jeden Tag an verschiedenen Stellen einfach nur herum und beobachten das Geschehen. Wir nehmen ihn hin und wieder mit in Restaurants und Cafés. Wir fahren manchmal 1-2 Stationen mit dem Bus und gehen zu Fuß zurück. Und viele Kleinigkeiten mehr.. wobei wir sorgfältig darauf achten dass er auf neuen Input die Zeit zum ruhen und verarbeiten bekommt und das drumherum angepasst wird.
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Tja und dann sind da die Wochenenden. Unser "anderer" Alltag. 2-3Tage/Woche sind wir in der Regel mit unserem Wohnmobil unterwegs. Stets dort wo viel Natur um uns herum ist und ausgerichtet auf Gustaf. Lüneburger Heide, Ostseeküste, Naturschutzgebiete, etc. Das sind die Tage an denen er viel freilaufen, erkunden, erschnüffeln und weitgehend unangepasster Hund sein kann und darf.
Gerade waren wir drei Wochen in Skandinavien mit ihn. Dänemark, Schweden und Norwegen. Dieser Hund ist einfach auf dem besten Weg ein traumhafter Camperhund zu werden. Wir können dauerhaft mobile Work machen. Also nur 1x Woche Büroanwesenheitspflicht und selbst da darf der Hund seit kurzem mit (was ich aber nicht mache). Ansonsten arbeiten wir bei Bedarf auch aus dem Wohnmobil heraus.
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Das ist unser gewähltes Lebensmodell, das teilt er mit uns. Es ist aber auch ein sehr(!) anspruchsvolles Leben für einen Hund und es liegt in unserer Verantwortung ihn souverän heran/hindurch zu führen und zu begleiten.
Wunsch ist auch, irgendwann 1x/Woche auf einem Hundeplatz zu stehen. Nicht für klassisch IGP, aber zumindest UO und plus mal sehen worauf wir noch gemeinsam Lust haben. Aber das hat solange Zeit bis ich den Eindruck habe, dass er das Gesamtpaket souverän verknuspert. Ich bin ja nicht gänzlich unerfahren und ein bissl bekomme ich auch gut selbst hin 
PS. sein Freilaufradius liegt in der Regel bei < 10m. Bei geigneten Umfeld auch mal 15m. Das wird bestimmt noch variieren, aber ich arbeite schon recht konsequent drauf hin, dass es dabei bleibt. So habe ich es bei allen meinen Hunden gehalten, ich habe sie gerne nahe bei mir.