Ich würde in diesem Thread gerne von euren Erfahrungen in der Haltung von Boxern lesen.
Die Rasseportraits in diversen Büchern oder im Internet weichen, meiner Erfahrung nach, oft ziemlich von der Realität ab. Deshalb erzählt ihr doch gerne aus eurem Alltag mit Boxern.
Fragen, die mir durch den Kopf gehen wären:
- welches Umfeld wäre ideal zur Haltung
- Familien- und Alltagstauglichkeit
- wie sollte der/die "perfekte" Halter*in "aussehen"
- rassebedingt häufig auftretende Krankheiten
- Besonderheiten im Verhalten
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Moin,
danke fürs rufen Karpatenköter
Wir haben hier gerade unseren ersten Boxer sitzen. 7Monate jung. Vorher hatte ich 7Jahre lang einen Boxer-Mix als Sharinghund, daher wird Dir Quarus wahrscheinlich mehr erzählen können.
- Also unser direktes Umfeld ist für keinen Hund perfekt. Städtisch und hundeunfreundlich im Umkreis von einem Quadratkilometer. Aber dann wirds recht grün für eine urbane Innenstadtlage. Wir kommen fussläufig zu weitläufigen Grünanlagen, die man sich allerdings mit vielen anderen Menschen und Hunden teilt. Das Leben hier ist für jeden Hund anspruchsvoll, weil enorm viele Aussenreize. Viele Menschen, viel Verkehr, viele Hunde. Grundvoraussetzung ist also ein sorgsames Auge bei der Auswahl des Züchters, damit der Hund ein stabiles Nervenkostüm und wesensfest ist. Wir wohnen im übrigen nicht nur städtisch, da wir i.d.R. drei Tage die Woche mit dem Wohnmobil unterwegs sind, mit überwiegend sehr hundefreundlichen Zielen. Würden wir 24/7 innerstädtisch wohnen, wäre hier kein Hund eingezogen, egal welcher Rasse.
- Super, einfach nur super! Unser Boxer macht uns genau gar keine Probleme und hat sich geradzu perfekt in unseren Alltag integriert. Ich achte sehr auf eine altersgerechte Balance zwischen Kopfarbeit, körperliche Auslastung und viel Ruhe. Stadtwohnung, Camping, regelmässige Großfamilientreffen (mit drei Kleinkindern), Restaurantbesuche, Busfahrten, etc. - er macht einfach alles mit. Wir führen ihn engmaschig, liebevoll konsequent, unaufgeregt und mit viel Ruhezeiten für die Verarbeitung dieser vielen Eindrücke heran. Er ist ein echter Begleithund, wenn man ihn entsprechend heranführt. Nicht übermäßig sensibel, eher Bollerkopf - aber es ist kein harter Hund.
- Es gibt für mich keinen definierten perfekten Boxer-Halter. Wenn man sich für einen Hund entscheidet, sollte man sich über die Rasseeigenschaften im Klaren sein und ob die Rasse ins eigene Leben passt. Insbesondere ob man ihm gerecht wird. Ich habe aufgrund von vorherigen 27Jahren Erfahrung mit Gebrauchshunden einen anständigen Werkzeugkoffer für das Leben mit einem Boxer. Ohne diesen, wäre meine Wahl nicht auf einen Boxer gefallen, da wir ein wirklich anspruchsvolles Wohnumfeld und Leben für einen Hund haben.
- Boxer aus einer guten VDH müssen gesundheitliche Voraussetzungen sowie eine Ausdauerprüfung bestehen um zur Zucht zugelassen zu werden. Mit ca. 2Jahren wird unser Boxer auf HD, Spondylose und Herz untersucht. Desweiteren sind Boxer dafür bekannt gerne mal ein sensibles Verdauungssystem zu haben, so leider auch unser.
- Ein Boxer ist der Quatschkopf unter den Gebrauchshundrassen, ein Körperclown, bis ins hohe Alter verspielt und ein Energiebündel. Gas geht immer, Bremse muss(!) er lernen. Bei konsequenter und souveräner Führung mit viel Humor ist er leichtführig und ein angehmer Begleiter. Ist er unausgelastet, ist er ein Elefant im Porzellanladen. Und er ist dennoch ein Gebrauchshund, auch wenn (in meinen Augen, ich hatte 22Jahre lang deutlich ernsthaftere DSH) die Light-Version. D.h. er hat auch Wach- und Schutztrieb der von Anfang an in die richtigen Bahnen gelenkt werden muss. Aufgrund seiner Begeisterungsfähigkeit und Anlage gefallen zu wollen, finde ich ihn aber sehr leichtführig. Unser Boxer ist übrigens sehr(!) vorsichtig mit Kleinkindern. Meine Neffen sind 2,5, 2,5 und 4Jahre. Wir haben ihn von Anfang an gezeigt was er darf (wenig) und was nicht. Er geht sehr sanft mit ihnen um hat noch keinmal Tendenzen gezeigt sie umzubomben. Das einzige was durchaus passiert, ist dass seine Rute im Gesicht haben - und das tut weh.
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