Ich kann keine Erfahrungswerte zum Thema Wohnungssuche in „Nicht-Ballungsgebieten“ beisteuern, dafür aber zur Wohnungssuche in „einschlägigen Ballungsgebieten“.
Ohne irgendjemanden auf den Schlips treten zu wollen, da alle genannten Tipps irgendwo richtig waren, so sind doch viele bei einem ersten und auch zweiten Besichtigungstermin nicht um-/einsetzbar.
Sorry vorab wenn ich darauf rumreite, aber es ist ein weltweiter Unterschied, ob man sich mit Hund auf eine Wohnung bewirbt bei der der Makler oder Vermieter noch richtig arbeiten muss um sie vermietet zu bekommen (=Nachfrage kleiner oder gleich groß Angebot) oder ob er sich zu einem beliebigen Besichtigungstermin, und sei es morgen um 6Uhr morgens, nur in die Tür stellen muss um die 45 Interessenten einzulassen.
Ich sage nicht dass das fair oder richtig ist. Fakt ist aber, dass es Tatsache ist, dass man mit Hund schon von vornherein die schlechteren Karten hat in „gefragter Lage“. Wenn man dann auch noch den Anschein erweckt, dass man den Exposeangaben des Vermieter/Makler misstraut (auch wenn es vielleicht gerechtfertigt ist) oder motiviert ist Fehler zu finden (ob nun vorhanden oder nicht), dann würde ich darauf wetten dass man raus ist aus der Aufstellung als möglicher Mieter.
Irgendjemand hatte hier auch geschrieben dass um Durchlauferhitzer ein Bogen gemacht werden sollte, wegen hoher zusätzlicher Stromkosten. Auch das ist pauschal nicht korrekt. Im Internet gibt es diverse Stromkostenrechner die einem ziemlich genau dabei helfen die Zusatzkosten auszurechnen. Gerade die modernen Durchlauferhitzer arbeiten heute sehr stromsparend – kein Vergleich zu den alten Modellen. Eher darauf achten.
Meine Geschwister haben Wohnungen mit Durchlauferhitzer in Küche & Bad, und deren Stromrechnung ist im Vergleich zu deren letzten Wohnungen mit zentraler Warmwasseraufbereitung (nennt man das so?) absolut moderat gestiegen. Wir reden hier von Mehrkosten von 10 – 15€/Monat an Strom im Monat bei einem zwei-Personen Haushalt. Wenn eine solche Summe Grund genug ist um auf eine Wohnung zu verzichten, die eigentlich durchaus geeignet ist, dann ist es natürlich ein Argument gegen die Wohnung.
Ich denke Tipps für eine Chance auf eine Wohnung die grundsätzlich zuverlässig funktionieren, unabhängig von der Lage, sind folgende:
- sich vorab informieren von der Lage/Umfeld/Mietspiegel. Sprich, Fragen die nichts mit der Wohnung direkt zu tun haben gar nicht erst stellen. Damit man vor Ort keine Fragen stellen muss die den Makler/Vermieter in eine unangenehme Situation bringt weil er die Antworten nicht kennt. Unsicherheit erzeugt Unwohlsein und die wiederrum Antipathie. Diese Konstellation kommt leider öfter vor als man denkt – gerade bei den Wald- und Wiesen Maklern
- vorab kurzes Schreiben/eMail an Makler bzw. Vermieter in welchen man sich kurz vorstellt, paar Worte zum Arbeitsverhältnis schreibt, erwähnt dass man evtl. Nichtraucher ist, ein ruhiger Mieter, etc.
- gut vorbereitet zur Besichtigung kommen. Bonitätsnachweis mitbringen, letzten drei Gehaltsnachweise mitbringen, Selbstauskunft ausfüllen, Nachweis vom Vorvermieter dann man seine Miete stets zuverlässig gezahlt hat, etc. Zuverlässigkeit und Vertrauen erwecken ist nie falsch. Wenn einem die Wohnung nicht gefällt, muss man ja nichts von alledem da lassen – aber man ist gut vorbereitet wenn man die Wohnung haben will.
- Dinge die einem an der Wohnung auffallen notieren und zuhause Fragen dazu ausformulieren. Diese dann bei einem zweiten Besichtigungstermin oder folgenden Konversation mit dem Makler stellen. Bei einer Massenbesichtigung lieber nicht direkt stellen. Dann besser unauffällig in die Nähe des Maklers/Vermieters stellen und den Fragen/Antworten der anderen lauschen. Viele Fragen werden von zig Personen zig Mal gestellt. Oftmals werden viele Fragen schon durchs bloße Zuhören beantwortet.