Beiträge von Maren

    Hi,

    ich musste meine 15 jährige Hündin im Februar gehen lassen. Ich habe mir Deine Fragen auch immer wieder gestellt, eine Bekannte sagte auch immer mal wieder, ob ich sie nicht einschläfern lassen wollte. Mae hatte Arthrose, lief sehr langsam und schlief die meiste Zeit des Tages. Hören und sehen konnte sie auch nicht mehr gut. Sie hat auch Schmerzmittel bekommen und war sehr inkontinent. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass sie noch da war. Sie fraß gerne, holte sich ab und zu noch gerne ihre Streicheleinheiten ab und erkundete in ihrem Tempo den Garten.

    Erst als sie eine nicht mehr heilen wollende Entzündung im Gelenk bekam, wusste ich, dass es Zeit war. Das waren furchtbare Schmerzen und laufen konnte sie auch nicht mehr. Ich spürte es einfach und es gab da auch keinen Zweifel mehr.

    Du musst auf Deinen Bauch hören. Ich denke, dass man es spürt, wenn es wirklich soweit ist. Sind noch Zweifel da, ist noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen, denke ich.

    Eurer Diskussion kann ich als absoluter Laie nicht genau entnehmen, ob es nun erwünscht ist oder nicht, das ein BC Konflikte in jeglicher Art (und seien sie nur, weil er etwas nicht einschätzen kann und dadurch verunsichert ist) durch Flucht löst?

    Beim Aussie ist es ja ausdrücklich gewünscht, dass er eine gewisse 'Härte' mitbringt und Konflikte (und auch hier sei es nur durch Verunsicherung seinerseits) nach vorne löst. Er soll gar nicht auf die Idee kommen zu flüchten und den Rückwärtsgang anzutreten.

    Ist das ein Wesenszug eines BC? Oder ist das ein häufig zu sehender Nebenzug der Showzucht? (Welche ich im übrigen damit nicht abwerten will)

    Das hängt mit den unterschiedlichen Einsatzgebieten der Hunde zusammen. Der Aussie war ja nicht nur Hütehund, sondern auch Hofhund und Wachhund. Ich kenne zu wenig Aussies, um da wirklich viel dazu sagen zu können. Aber unter einem guten und wesensfesten Aussie stelle ich mir einen Hund vor, der weiß, wann er anschlagen oder gar nach vorne gehen muss. Kein Hund, der auf alles möglich und unmögliche anspringt und meint, er müsse jetzt ständig mit den Zähnen reagieren.


    Der Border Collie sollte als Koppelgebrauchshund ebenfalls eine gewisse Portion Aggression mitbringen, um wehrhaftes Vieh auch in schwierigen Situationen zu händeln. Beißen und nach vorne gehen, sind da gängige Vorgehensweisen der Hunde. Allerdings sollten sie es natürlich nicht im Alltag zeigen.

    Furcht und Flucht können durch schlechte Sozialisation, Aufzucht und Gene hervorgerufen werden und sollte eigentlich nicht sein. Es ist aber ein schmaler Grat zwischen der erwünschten sehr niedrigen Reizschwelle der Hunde und einem Wesen, das dem gut stand hält. Da kann das System auch schonmal nicht aufgehen. Und ganz blöd ist es, wenn Angst der Auslöser für aggressives Verhalten nach vorne ist. Das ist nirgends erwünscht, würde ich sagen.


    Meine Arbeitslinienborder lösen Konflikte weder durch Aggression noch durch Flucht. Sie passen sich der Situation an, achten auf mich und verlassen wenn nötig die Szenerie ohne großes Aufsehen. Aber meist gibt es mit ihnen noch nicht mal Konflikte.

    Ich denke, dass da keine Gefahr für die Arbeitslinien besteht. Vielleicht könnte durch den Wolf auf dem Festland die Zucht etwas dezimiert werden, da einige Betriebe vielleicht aufgeben, aber diese Art der Zucht wird im Gros sicher weiterhin Bestand haben. Und auf der Insel sowieso. Aber wie Cherubina schon sagt, ist eine separate Zucht vom VDH zwingend notwendig. Insbesondere da der VDH die Regeln ja angezogen hat, was die vereinsübergreifende Zucht angeht. Damit beraubt sich der VDH selbst eines ziemlich guten Arbeitshundegenpools der ISDS. Auf die Dauer wird das Arbeitslinienhundeblut im VDH ziemlich dünne.

    LG

    Ich bin grad baff erstaunt, denn weder aus Verein noch von Turnieren kenne ich aggressive Border.

    Nichtmal hier im Forum, wo ja auch negatives freimütig über BCs berichtet wird, hätte ich das häufig gelesen.


    Gut, damit schließt sich der Kreis: Showborder mit denen nicht gearbeitet wird, treff ich fast nie.

    Nur solche, die halt auch Prüfungen laufen und aktiv in Staffel oder Vereinstraining sind. Daher mein Ausdruck Freizeit-BCs.

    Beim Hundesport, wo ich ab und zu mal Zuschauer war, ist mir aggressives Verhalten auch nicht aufgefallen. Da waren die Hunde dann aber auch viel in Boxen eingesperrt und wenn dann ziemlich fokussiert auf ihren Job. Wobei ich dort jetzt auch eher seltener richtige Showborder gesehen habe. Mehr diese Mischtypen.

    Mir war tatsächlich nicht bewusst, dass Ängstlichkeit, übersensibeles Verhalten mit Tendenz, das durch "Aggression" zu lösen, starkes Stressverhalten bei Alltagsssituationen... bei Show-Bordern tatsächlich ein größeres Problem ist (im Gegesatz zur AL, da ist es gar keins?!). Interessant. Zieht hier noch ein Border ein, werde ich da sicher mehr schauen, denn AL möchte ich an sich nicht. Ich kenne dieses Verhalten von den paar Bordern, die ich kenne (inkl. Enya) tatsächlich nicht und hätte das nie als typisch Border empfunden :???:

    Bei den Border Collies aus Arbeitslinien gibt es das auch. Die sind auch nicht per se alle einfach zu händeln oder fehlerfrei. Aber da gab für mich meist einen klaren Zusammenhang zwischen sehr schlechter Aufzucht, sehr schlechtem Handling und oder keiner adäquaten Auslastung. Sprich, wo die Kinder in die Waden gezwickt oder Besitzer angeknurrt oder gebissen werden usw. (siehe Border Collie in Not) Aber das ist mehr so ein berechnendes Beißen oder neurotisches Beißen und eher keine Angst-Aggressivität.

    Ängstlichkeit und eingeklemmte Ruten sind auch hier und da Thema, dann aber, wie ich finde, auch weniger mit "nach vorne" verbunden, sondern eher mit Flucht. Aber solche Problematiken hatte ich in meinem Bekanntenkreis kaum. Und auch mein direkter Vergleich konnte gegensätzlicher nicht sein. Bei den Showbordern hatte ich immer das Gefühl, dass sie nicht mehr alle Synapsen zusammen haben und manchmal regelrecht neben sich stehen. Die wurden von der Reizoffenheit begleitet und ohne ersichtlichen Grund wird dann die Rute aufgestellt, geknurrt, oder weggerannt, erschreckt vor einem Blatt und was weiß ich noch alles. Das gab es so bei meinen Arbeitsbordern nie. Die haben für mich einen besseren Reizfilter und können ihre Umgebung besser einschätzen. Dafür verfallen sie aber wiederum gerne in Adrenalinkicks, wenn man nicht aufpasst. Wasser, Fliegen, Bälle usw. sind da dann die Neurosentrigger. Das finde ich persönlich allerdings alles leichter zu händeln. Da reicht ein klares Unterbinden in den Anfängen aus. Angst und Unsicherheit sind da sehr viel blöder.


    Ganz entscheidend ist es beim Border Collie, dass man wirklich genau schaut, woher der Hund kommt, wie er gezogen wurde, wie er und seine Eltern und seine Ahnen sich verhalten. Als Neuling ist es echt schwer. Wie ich schon sagte, aufgrund der Vielfältigkeit nochmal mehr. Am Besten ist es, man filtert für sich erstmal die Zuchtlinien heraus, die man möchte, um dann dort in die Tiefe zu gehen.

    LG Maren

    Deine Hündin habe ich schon mal bei Corinna kurz gesehen und war sehr angetan. Auch von ihrer ruhigen Art an den Schafen. Du hattest wirklich einen guten Blick bei der Auswahl Deiner Züchterin :-) (Würde mich sehr freuen, wenn wir uns bei Corinna mal treffen und kennenlernen :-) )


    Wenn man selber in keiner Staffel oder aktiv im Hundesport ist, finde ich es schwierig, da wirklich zu filtern. Meist führen die Züchter ihre Hunde zu Hause im geschützten Rahmen und im Rudel vor. Da ist mir nie etwas negativ aufgefallen. Alle super freundlich und begeistert von den fremden Menschen. Kein Anzeichen von Ängstlichkeit. Und mir sind auch gar nicht so viele Showzüchter bekannt, die auch wirklich richtig aktiv mit ihren Hunden arbeiten.

    Aber vor dem Kauf lohnt es sich sicher, genau diese Züchter rauszusuchen und die Hunde dann auf dem Platz oder im Freien zu sehen.


    Ja, so ein paar Schwarze Schafe sind mir unter den Arbeitslinienzüchtern auch bekannt. Da ist bei weitem auch nicht alles toll, aber einen Vorteil gibt es, nämlich dass man sich die Hunde bei denen an den Schafen zeigen lassen kann. Meist stürmt da nicht das ganze Rudel herbei, sondern man kann sich die einzelnen Tiere genau anschauen. Denke, dass man so schon etwas mehr sieht. Aber den Alltag kriegt man so natürlich auch nicht zu Gesicht.

    Ich war damals auch auf zwei Ausstellungen gewesen. Und was mir sofort auffiel war, dass die Hunde im Ring wirklich teilweise sehr ängstlich waren, dem Richter ausgewichen sind, und einer war sogar richtig panisch, als er angefasst wurde. Dennoch wurde er platziert, weil er ein hübsches Exemplar war. Die Gespräche am Rand waren auch sehr interessant. Denn dies scheint kein seltenes Phänomen zu sein. Ich habe noch einen Showborder kennengelernt, der völlig Extrem war. Der ging zwar nicht nach vorne, war aber ständig in einem Tunnel und extrem aufgezogen. Und hatte Kräfte dabei. Den konnte man kaum an der Leine halten. Viele ziehen auch extrem stark an der Leine. Na klar ist da auch ein Großteil Erziehung, aber mir fehlt da ganz oft die leichte Trainierbarkeit und der will to please, wie ich ihn von meinen Arbeitshunden kenne.

    Ich sehe da sehr große Unterschiede.

    LG Maren

    Auf einem Treffen mit mehreren Hunden konnte sich meine Hündin auch immer gut benehmen. Da konnte sie sich wahrscheinlich nicht so fokussieren. Da war sie immer sehr nett zu jedem. Aber in ihrem Revier und bekannter Umgebung wurde sie zum Haifisch. Und es ist nur der Anfang. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase ging es auch. Und ich meine jetzt nicht mal nur die Hunde. Das weitaus Schlimmere waren ja die Menschen. Einmal musste leider meine Postbotin dran glauben. Eins meiner kleinen Kinder hatte damals die Tür geöffnet als die Postbotin gerade gehen wollte. Und Sydney rannte hinterher und knippte sie ins Bein. Die Hündin meiner Eltern würde das auch machen, wenn man nicht aufpasst. Und kommen Menschen auf sie zu, machen sie sich steif, stellen die Haare und die Rute auf und knurren und bellen.

    Ich musste das bei meiner Hündin ständig managen und ihr immer einen Schritt voraus sein. Dann ging es.

    LG Maren

    Meine erste Showhündin war recht ängstlich und ging dann bei fremden Hunden und auch Menschen erstmal nach vorne. Nach wenigen Minuten legte sich das dann. Und die zweite Showhündin meiner Eltern ist nun genauso. Sicher spielen da auch ganz viel die Erziehung und die Sozialisierung usw. mit rein. Aber so ein gewisser Hang zur Vorsicht. Angriff und Verteidigung bestehen da schon. Irgendwie muss man da als Halter schon recht viel abfangen in der Führung. So etwas habe ich bei den Arbeitshunden bisher noch kein einziges Mal erlebt

    Hm, ok, aber vielleicht mehr Typ Hund, bestimmte Linie :denker:? Also das bring ich mit den Bordern, die ich näher kenne (wie gesagt, nur wenige, aber nicht AL), so gar nicht zusammen. Das ist eher was, was ich von Aussies kenne (nur ggf. ohne die Unsicherheit, sondern gezielt :hust:).


    Das ist tatsächlich etwas, was ich an Enya sehr schätze, dass sie eben genau so nicht ist. Aber ob sie da eine Ausnahme bei SL ist, keine Ahnung :ka:.

    Es sind zwei völlig unterschiedliche Linien und verschiedene Züchter. Allerdings wirklich reine Showzucht. Beide sehr unsichere Züge. Es sind nicht die einzigen Showborder, die so sind. Aber natürlich gibt es auch die anderen, die total nett und verträglich sind. Ich hätte halt mittlerweile Bedenken, dass ich wieder so ein schwieriges Exemplar bekommen könnte.

    LG maren

    Die Showborder haben Attribute, die man bei keiner anderen Rasse in der Art findet und auch nicht unbedingt unter den Arbeitsbordern.

    Danke!

    Ich kann denen, die sich für den Showborder hier im Forum so einsetzen, schon gut nachfühlen. Man hat hier im DF halt manchmal das Gefühl, ja wenns kein hütender BC ist (was sehr oft bis nie passen würde) dann such dir doch eine andere Rasse, gibt ja genug. Dann muss/ darf es kein BC sein. Das ist halt das, was mir persönlich etwas sauer aufstösst.

    Ich komme selber trotz meiner schlechteren Erfahrungen mit Showbordern nicht wirklich von ihnen los und bin froh, dass es meinen Eltern ebenso geht und doch wieder ein Showborder manchmal hier herumtigern darf. Aber selber würde ich mir wohl keinen mehr kaufen. Meine Arbeitsborder waren und sind für mich wesentlich leichter zu händeln.


    Mir persönlich ist einfach nur viel dran gelegen, dass sich die Leute bewusst darüber sind, was sie sich holen. Erwartet man beim Border Collie einen Hund, der schnell und wendig ist, auf kleinste Nuancen der Körpersprache achtet und daraus ein Verhalten ableitet, immer gefallen will und schnell reagiert, würde ich z.B. weniger an einen Showborder denken. Die, die ich kenne, hatten alle eine etwas längere Leitung (im Vergleich zu manch anderen Rassen aber natürlich immer noch sehr schnell). Dafür springen sie aber eben auch nicht unbedingt auf alles an. Fahrende Autos, Fahrradfahrer oder sonstige Reize waren bei unseren z.B. nie ein Problem. Bei Weitem auch keine Stereotypien. Dennoch sind sie lauffreudig und agil und wollen natürlich auch was tun. Drehen aber nicht so schnell hoch.

    LG