Beiträge von Havländer

    Hallo Ihr,
    vielleicht kann hier jemand helfen? Vor über zwei Jahren durfte ein Havaneser-Mix bei mir einziehen, im Alter von etwa 6 Monaten, aus dem Tierschutz. Ich fand eigentlich ziemlich schnell auffallend, dass er sich zu viel an den Ohren kratzt und teilweise erstaunliche Mengen an Ohrenschmalz produziert. Die Tierärztin hat die ganze Zeit über nichts wirkliches gefunden, seine Haut war etwas trocken, ein bisschen gerötet, und, naja, ordentlich Ohrenschmalz. Sie hat mir zunächst untersagt, die Ohrhaare zu ziehen oder das Ohr zu reinigen und hat mir eine Creme (rein pflegend) mitgegeben, nur für das äußere Ohr. Ich hab mich fast daran gehalten, ich habe nur nicht eingesehen, welchen Schaden ein weiches, feuchtes Tuch (nur mit Wasser) anrichten soll.
    Ich fand immer noch, dass er sich zu viel kratzt, aber es war nie etwas festzustellen.

    Das ging so dann tatsächlich ziemlich lange ok, bis zu diesem Sommer.
    Im August, wirklich über Nacht, sahen seine Ohren dann aus, als sei da Ohrenschmalz drin explodiert. Das war dann eine Otitis externa, eine ziemlich fiese. Er hat für eine Woche Antibiotika und Cortison (beides als Tablette) bekommen, wurde dann in Narkose gelegt,
    damit die Gehörgänge in Ruhe durchgespült werden können und ein Medikament in die Ohren eingebracht werden kann.
    Ab da war der Fahrplan dann, Ohrhaare ziehen und die Gehörgänge regelmäßig mit Ohrreiniger (EpiSqalan) spülen, seine Gehörgänge sind wohl ziemlich eng. Für den Notfall - also, falls ich merken würde, dass da wieder etwas losgeht - hat sie mir Cortison mitgegeben,
    einfach um das entzündliche Geschehen gar nicht erst so hochkochen zu lassen.
    Eine Allergie fand die Tierärztin da schon sehr unwahrscheinlich, sie meinte, das Cortison hätte dann viel besser angeschlagen,
    man würde da eigentlich ziemlich rasch eine deutlichere Besserung sehen.
    Es gab noch zwei Nachkontrollen, sie war sehr zufrieden. Und ich kurz davor, mir ein Otoskop zu kaufen. Ich sehe die Gehörgänge einfach nicht vernünftig und kann überhaupt nicht einschätzen, ob die jetzt *nur* dreckig sind oder entzündlich.
    (ich bin nur nicht sicher, ob ich den Unterschied mit dann erkennen würde. :flushed_face:)
    Es war dann erst mal alles fein, bis Ende Oktober. Diesmal war es nicht ganz so arg, ich hatte erst die Befürchtung, ich bin zu doof, dem Hund vernünftig die Ohren zu spülen. Aber zumindest dahingehend konnte mich die Tierärztin beruhigen, sie meinte, so schnell hätte da jetzt einfach nicht schon wieder so eine Entzündung hinterher kommen dürfen. Ich hab auch vorsichtig die Vermutung geäußert, dass die alte Otitis einfach nicht komplett abgeheilt war, aber da war sie sich auch sehr sicher, dass das zuvor komplett abgeheilt war.

    Also wieder eine Woche Cortison, wieder ohne Verbesserung. Sie hat sich das angeguckt und meinte, das ist einfach keine Allergie. (Einen Bluttest darauf würde sie trotzdem machen, sie konnte schon verstehen, dass ich da noch einmal nachgefragt hatte, sie glaubt nur nicht, dass der irgendwie weiter hilft.) Direkt nach dem Cortison wollte sie kein Schmerzmittel geben, ich sollte es erst mal eine Woche lang nur mit der Spülung probieren und dann wieder vorstellig werden. Nach der Woche sahen die Ohren kurioserweise deutlich besser aus.
    Eigentlich war ihr Plan wohl, dann eine Woche Schmerzmittel, um dann eine Erregerbestimmung zu machen. Nur die Malassezien waren eh weg. Erreger, die nicht mehr da sind, kann man nicht bestimmen... also weiter spülen und wöchentlich kontrollieren lassen. Es sah so aus, als sei es auf einem guten Weg der Besserung. Naja, bis gestern abend/heute morgen. :frowning_face:
    Sein linkes Ohr schaut schon wieder so aus, als sei da Ohrenschmalz drin explodiert.
    Das linke Ohr war die ganze Zeit über schon immer stärker betroffen als sein rechtes.
    Irgend welche anderen Symptome - gehäuft Durchfälle, Pfoten knabbern, andere Körperstellen, die jucken, frieren, Trägheit, langsames Fellwachstum (ganz im Gegenteil) - hat er nicht, geschweige denn so etwas wie Aggressivität. Etwas ängstlich ist er zuweilen, aber das sind so Sachen wie bestimmte glatte Fliesen, die irgendwie anders glatte Fliesen sein müssen als andere glatte Fliesen, die völlig in Ordnung sind.
    Oder Glasgeländer, wenn es dahinter tief herunter geht. Die Schermaschine ist spooky. (ich schneide alles per Schere und arbeite ansonsten daran, das eilt nu nicht).
    Bei seiner Vorgeschichte (als Welpe in Quarantäne im Tierheim) hat er sich eigentlich erheblich besser entwickelt als ich gehofft hatte.
    Parasiten kann ich eigentlich ausschließen, er bekommt regelmäßig Credelio.
    Auf Mittelmeerkrankheiten hatte ich sein Blut längst untersuchen lassen, da war alles negativ.
    Ich werde jetzt natürlich zusehen, direkt am Montag wieder bei seiner Tierärztin vorstellig zu werden.
    Nur wonach frage ich?
    Schilddrüsenwerte?
    Irgendwo hier hatte ich gelesen, dass zu viel Protein ein Auslöser für eine Otitis sein kann. Wie viel Protein ist denn zu viel Protein? Kann man da mit so was wie Rinderkopfhaut und Ochsenziemer zusätzlich zu dem normalen, bedarfsdeckenden Futter schon über der individuellen Grenze liegen? (In Ernährungsfragen bin ich sehr ahnungslos.)
    Wonach ich auf jeden Fall fragen werde, ob es sein kann, dass die erste Otitis direkt auf sein Mittelohr mit übergesprungen ist und ob das jetzt quasi so eine Ping-Pong-Situation sein kann - die Vorstellung liegt mir richtig quer im Magen.
    Genau so wie die weitere Entwicklung mit verknöcherten Gehörgängen, dauerhaften Schmerzen und so weiter.
    Das würde ich wirklich sehr gern verhindern.
    Genau, Schmerzen: der linke Gehörgang wirkt von innen schmerzhaft, also, wenn ich da ganz vorsichtig versuche, etwas Schmutz zu entfernen, zieht er den Kopf weg. Rechts geht das. Von außen hinten und von den Seite kann ich beide Ohren problemlos anfassen, durchknuddeln, abtasten, da versucht er nicht, auszuweichen.

    Und ach so, ich bin ein großer Freund der evidenzbasierten Medizin. Kann ja jeder gern Homöopathie nutzen, aber hier ist das tatsächlich ausgeschlossen.

    Falls also irgendwem irgend etwas Kluges zu dieser merkwürdigen Symptomatik einfällt, ich würde mich sehr freuen!

    Ich habe auch eine Frage: unser Pudel hatte mehrfach eine Otitis, meist im Abstand von mehreren Monaten. Beim TA wurden Malassezien bestätigt. Nach 1-2 Wochen Behandlung mit Easotic war wieder alles OK und dann hatten wir 4-5 Monate Ruhe.

    Wir waren bislang immer davon ausgegangen, dass es einen Zusammenhang zwischen den Ohrhaaren, Feuchtigkeit und den Entzündungen gibt. Wir ziehen die Ohrhaare (wie vom Züchter gelernt), aber leider sind die Gehörgänge sehr eng und das ist nicht immer gut möglich. Jetzt hat uns beim letzten Mal die Vertretung unserer TÄ gesagt, dass sie sicher ist, dass es eine Futtermittelunverträglichkeit ist. So eine starke Entzündung würde sich nicht nur durch Feuchtigkeit entwickeln.

    Eine Unverträglichkeit gg. Huhn haben wir schon als Junghund festgestellt. Damals hatte er sich die Pfoten wund geknabbert. Wir meiden seitdem Huhn und alles ist in Ordnung. Manchmal ist er noch an den Pfoten dran, aber das würde ich eher als Körperpflege sehen, es ist nichts wund geknabbert.

    Denkt ihr, es würde sich in dem Fall noch mal lohnen, eine Ausschlussdiät zu machen bzw. gezielt Proteinquellen zu wechseln? Aktuell füttern wir ausschließlich Pferd und Fisch.

    Hallo, ich bin zwar nicht vom Fach, aber weil ich mich gerade selbst gezwungenermaßen mit dem Thema auseinandersetze: So was wie enge Gehörgänge sind prädestinierende Faktoren, aber alleine davon bekommt wohl kein Hund eine Otitis. Dazu müssen dann noch primäre Faktoren kommen, wie beispielsweise eine Futtermittelunverträglichkeit, eine Umweltallergie, die Schilddrüse kann eine Rolle spielen, Parasiten und was nicht alles. Da versuche ich gerade selbst, für meinen Hund etwas besser den Durchblick zu bekommen.
    Malassezien oder so etwas sind "nur" sekundäre Faktoren, aber nicht der Auslöser. Dann gibt es gemeinerweise noch perpetuierende Faktoren. Das hier fand ich ganz aufschlussreich: https://www.tieraerztekammer.at/fileadmin/webd…15-3-23_CKO.pdf
    Es haben auch einige Tierarztpraxen ziemlich gute Erklärungen, da bin ich aber nicht sicher, ob ich die hier verlinken darf.

    Aber wenn Dein Hund gerade keine Symptome hat, könnte man vielleicht einfach Tagebuch führen, was er so futtert, was sonst noch so los ist, das könnte unter Umständen dann vielleicht später hilfreich sein?