Beiträge von die mit dem Hund

    Panini Genau, das mit der Erziehungssache kenn ich :lol:

    Muffin hat ja draußen auf nichts mehr reagiert, ich konnt ihm den besten Leckerbissen vor die Nase halten - nichts, keine Chance.

    Er war immer überdreht. Meine Nachbarin meinte mal mit nettem Ton "der hat richtig Hummeln im Hintern"... :hust: Lustig war's nicht, jeder Spaziergang Stress, weil ich dauernd schaute, dass er ja nicht irgendwo leckt wo Scherben oder Kaugummi oder sonst was lag. Und er hat angefangen jeden Hund anzubellen und nach vorn zu springen, aber ich kam in den Situationen einfach mit nichts zu seinem Gehirn durch :wallbash:    :rollsmile: Lange dacht ich echt, ich hab nach Marlon jetzt schon wieder einen Pöbel-Hund :(

    Und ja, das mit der Tierarztpraxis von mogambi kenn ich auch... Im Warteraum das reinste Fiep-Konzert :pfeif: Echt peinlich...

    Ich hab all die Tips gegen das Fiepen vor dem Spazieren und Aufgeregtsein, die man so findet, durchprobiert. Z.B. Routine wechseln, damit man die Erwartungshaltung bricht. Oder solange warten, dass er sich selbst beruhigt. Das hat es noch schlimmer (und lauter) gemacht. Dann bin ich durch google auf das DF gestoßen, und hier auf einen Thread über Hunde, die wirklich viel fiepen (ich glaube mich zu erinnern, dass vielleicht physioclaudi darin geschrieben hat?) und das hat mir enorm geholfen, denn es wurden ähnliche Erfahrungen geteilt, und dass grad das "Warten bis er ruhig ist" bei manchen Hunden nix bringt. Ich dachte vorher, das muss doch irgendwann klappen. Nein. Manche Hunde sind so "über". Also nix mehr mit Warten, sondern losgehen, weil jeder zusätzliche Stress vor dem Spaziergang sich zum Stress vom Spaziergang dazu summiert :ugly:

    Aber ja, bei uns hat schlussendlich die Kastration geholfen.

    Das dauert dann natürlich bis sich das alles einpendelt. Ich hab deshalb auch bewusst die Schilddrüsenwerte noch nicht kontrollieren lassen bei Muffin (obwohl Marlon im Alter eine SDU hatte), weil ich wollte, dass sich das alles mal körperlich nach der Kastra einpendelt. Muffin zeigt jetzt auch keine Symptome einer SDU.

    Jetzt ist sein Fiepen und Wolfsgeheul nur wenn er ungeduldig freudig auf etwas wartet, oder nicht weiß wohin mit sich selbst :roll:, und im Auto ist es besser geworden, in der Tierarztpraxis auch. Mein Wolfele :lol:


    Hier im Forum hatt ich dann auch von Hunden gelesen, denen beigebracht wurde bei Hundesicht einen anzuschauen, so Keks für Blick. Ich dachte wooooow, das wär so cool, aber das schaffen wir nie :no: Er ignorierte ja alles was ich ihm vorhielt.

    Etwa 3 Monate nach der Kastra war dann eine Situation: wir standen am Weg mitten in der Stadt, zwei Frauen mit Hund im Weg (wortwörtlich), anderer Hund kommt entgegen. Muffin fixiert alle in Anspannung. Ich halt ihm den Keks vor die Nase - und er nimmts :emoticons_look: und auch das nächste, und schaut mich dann an "gibt's mehr?" :cuinlove: Ich konnt's nicht glauben. Seitdem gibt's bei Hundesicht Keks (inzwischen TF), und es funktioniert (außer er ist voll überdreht oder ich zu spät dran).


    Und das alles, weil der ganze riesige Hormon-Stress weg ist :gott:  :lol:

    Bei uns hat's sich auch nicht allein gelegt.

    Muffin hat sehr stark auf all die Gerüche reagiert, kein normales Schnüffeln, sondern von einer Ecke zur anderen ziehen und sofort alles was feucht aussah auflecken. Wenn flüssig markieren nicht mehr ging weil die Blase leer war, dann wollt er's durch Koten. Erster gut geformt, danach nur mehr matschig bis flüssig.

    Begonnen hat es mit ca. 7-8 Monaten, zusammen mit lautem Fiepen auch 1 Stunde vor dem Spaziergang. Mit ungefähr 14 Monaten hat er angefangen Futter morgens und teils mittags zu verweigern.

    Ich hielt die Spaziergänge extra kurz, weil er bei jedem 4-5 Mal kotete, aber mehr matschig flüssig als fest. Dass es der Gerüche-Stress ist merkte ich als ich krank war und ihn nur in den Garten raus ließ. Fest geformte schöne Häufchen, maximal 2 am Tag. Also keine Futterunverträglichkeit und keine Magen-Darm Geschichte.

    Und: eine Bekannte erzählte mir damals, dass ein anderer Hund den sie kennt auch immer so gestresst draußen war, und mit der Zeit eine chronische Gastritis entwickelte, weil das alles so lange auf den Magen geschlagen hat. Das war meine große Befürchtung. Und dass er von den Nährstoffen vom Futter praktisch nix aufnehmen konnte, mit dem Stress-Koten. Er war auch immer spindeldürr.


    Ich hab keine extra Zusätze gegen Stress gegeben (seit Marlon's CNI hab ich auch bei Kräutern "Angst", dass sie bei langfristiger Gabe potentiell Organe oder Funktionen schädigen können, ich recherchier alles doppelt und dreifach), sondern nur etwas für die Darmflora, und das Gehen bei den Spaziergängen kurz gehalten, bin ansonsten viel mit ihm stehen geblieben und Welt beobachtet. Und hoffte, dass sich das mit dem älter und erwachsener werden bessert.


    Aber es wurde nicht besser. Mit 23 Monaten ließ ich ihn kastrieren, und es kam die ersehnte Erleichterung. Beim ersten Spaziergang nach 2 Wochen Hausarrest war die Aufregung riesig, mit viel Markieren. Aber schon am dritten Tag hat er teils normal geschnüffelt. Und er hat kein Futter mehr verweigert. Nach 2-3 Monaten war er viel entspannter beim Spazieren. Ich war so erleichtert. Und er auch, das sah man. Der ganze Stress weg.

    Jetzt ist er 3 Jahre jung, fiept und wuuuuuuut zwar immer noch jeden Tag (er ist mein Wolfi und Sumsi) aber wegen anderen Sachen, und genießt jeden langen Spaziergang mit Schnüffeln.


    Ich wusst das vor Muffin nicht. Ich dachte dass Hormon-Stress bei Rüden so ist, dass sie nicht schlafen können und immerzu jaulen und sichtlich abgeschlagen sind. Das war bei ihm nicht, außer das Fiepen. Er ist immer ein Energiebündel, voll da. Deshalb dachte ich lange es sei das Futter oder Magen-Darm. Ich hab gelernt, dass dauerhaft matschiger Kot oder Durchfall nicht als normal hinzunehmen ist, auch wenn's "nur" wegen Hormon-Stress ist.

    Bei einem Rüden in Pubertätsalter, der morgens und mittags oft nicht essen will, auch abends mit halben Enthusiasmus, und ab und an Nüchternerbrechen hat, ist neben Parasiten, Magen-Darm-Krankheiten und Futterunverträglichkeit auch der Hormon-Stress als Ursache möglich. Bzw. der Stress, der durch die Gerüche in der Umwelt in Wohnorte mit großer Hundedichte entsteht. Dieser Stress ist bei manchen Hunden stärker als bei den meisten und schlägt auch auf den Magen.

    Wenn der Hund ungewöhnlich viel Fell verliert und das Fell auch kaum nachwächst, eine Kontrolle der Schilddrüsen machen lassen.


    Würde ich mit dem Wissen von heute auch bei einem Hund machen, der zu oft zu frieren scheint, mit ständig kalten Ohren, und der sogar im Hochsommer bei 30 Grad am liebsten unter der Decke schläft.

    Ich denke das waren die ersten Anzeichen seiner SDU.