Beiträge von ChrisAG

    Also einen jungen Rassehund würde ich mir nicht von irgendwo anders holen, als vom seriösen Züchter. Die zuverlässigen und seriösen Auslandsorganisationen haben die schließlich normalerweise nicht, die haben eine bunte Variation an Mischungen. Und ja, hat eine Orga immer nur Junghunde, sollte man auch zwei Mal hinsehen und skeptisch sein.

    Wir haben dieses Jahr zwei Hunde aus Rumänien aufgenommen, der eine kam mit knapp fünf Monaten, der andere ist ca. zehn Monate. Ich meine 16 Wochen war das Mindestalter um die erforderlichen beiden Tollwutimpfungen machen zu können. Man bekommt also immer eher Junghund als Welpe, je nach Rasse so gerade im Übergang.
    Beide sind Mischlinge, abgesehen von einer - so wie es aussieht ab Geburt - fehlenden Rute bei dem einem sind sie auch putzmunter und gesund, sehr lieb und verträglich. Man muss sich halt bewusst sein, dass man nicht weiß was drin ist und muss fähig und willens sein, damit umzugehen. Ich sag mal so - bewusst hätte ich mir keinen Galgo geholt, aber in dem einen ist ein ganz großer Anteil Galgo, war auf den Welpenfotos aber null erkennbar. Ist ok, wir waren uns des Glückspiels bewusst, wir würden auch mit Hütehund oder Herdenschutzhund klarkommen, alles schon gehabt.
    Aber als Hundeneuling, der nicht weiß auf was er sich ggfs. einlässt, ist das schwierig, da sollte man die Finger von lassen und eine seriöse Orga sollte auch, wenn der Hund bzw. seine Eltern nicht ganz genau einschätzbar sind, davon abraten.

    Ältere Hunde kann man natürlich auch als Rassehund aus dem Ausland bekommen ohne , dass es ein Vermehrerhundbist. Unser einziger Rassehund in all den Jahren ist das Podenco-Mädel aus Spanien. Aber da werden die eben nicht einfach vermehrt sondern die jagduntauglichen werden einfach aussortiert und rausgeworfen … Und die kann alles, aber jagen so gar nicht.

    Also unsere Mäuse waren auch beide zehn, die große fast elf, als wir sie haben operieren lassen. Auch eine fehlende Gesäugeleiste alleine ist das kein Grund, und die Erholung danach ist um ein vielfaches härter als nach der Hysterektomie.

    Die Augen sehen recht stark geschwollen aus. Sind sie auch gerötet oder tränen sie?

    Wir haben vor zehn Jahren Ally zur Pflege bei uns aufgenommen, damals ca. 2 Jahre alt, eine Podenco-Hündin aus Spanien. Kurz nach ihrer Adoption in Deutschland trat die Epilepsie auf, die Adoptanten waren überfordert und wir haben sie von der Orga zur Pflege bekommen.
    Bei ihr war wurde auch bei allen Untersuchungen nie ein Auslöser gefunden, also ist es eine idiopathische Epilepsie. Typisch dafür auch, dass die Anfälle immer aus der Ruhe heraus auftreten, i.d.R. während des Aufwachens. Das ist bei Euch ja anders und meiner Kenntnis nach spricht das dann eher gegen idiopathische Epilepsie sondern eher für eine mit konkreten Auslösern. Ebenso das Alter, die idiopathische Epilepsie zeigt sich gewöhnlich früher. Weiter nachforschen wäre daher wohl ratsam, ist aber bei den erforderlichen Untersuchungen eine sehr teure Angelegenheit

    Der Rhythmus bei ihr war dann irgendwann, dass sie Monate Ruhe hat, dann aber zwei, drei Tage mit einer Vielzahl kurzer Anfälle. Das Phenobarbital hat sie an sich gut vertragen, sie musste aber wirklich an die obere Grenze der möglichen Medikation gehen. Als Notfallmittel, wenn es zu viele Anfällen in zu kurzer Zeit waren, gab es Diazepam. Sie hatte nie lange andauernde Anfälle, die auf Grund der Dauer Diazepam erfordert hätten.

    Jetzt ist sie ca. 12, der letzte Anfall war im September 2023. Das Phenobarbital bekommt sie nur noch in sehr geringer Dosis, demnächst steht die nächste Dosisreduktion an mit der Hoffnung es irgendwann ganz absetzen zu können.

    Es ist echt schwer dabei zuzusehen, wie der Hund die Anfälle mitmacht. Das war für uns damals auch de Grund sie zu behalten, als damals unseren vierten Hund. Aber nach den ersten paar Anfällen, die man durch hatte, in denen man um sie gebangt hatte, war sie uns so ans Herz gewachsen 🥰

    Das hat man aber bei Züchtern doch auch, ohne die Orgas in Schutz nehmen zu wollen. Da gibts (ich glaube das hatte ich hier im Forum gelesen) dann im Vertrag „Hund muss an zwei Ausstellungen teilnehmen“, das find ich im Grunde noch schlimmer.

    Eigentlich wäre es so einfach, wenn Tiere nicht dem normalen Kaufrecht wie Sachen unterliegen würden und ein Ausschluss der Sachmängelhaftung möglich wäre. Dann müssten auch nicht solche Konstrukte her. Aber da fehlt dem Gesetzgeber leider immer noch der Wille zu.

    Kann ich verstehen, Pflegestelle würde ich auch nicht so einfach werden. Wenn doch, dann nur mit der gesicherten Option vor einer Vermittlung an andere den Hund selbst übernehmen zu können.
    Wir waren zwar einmal Pflegestelle, aber da lief alles ganz unkompliziert ab, weil wir einen direkten Draht zum Verein hatten. Die Hündin haben wir nach kurzer Zeit auch ganz behalten, ist jetzt zehn Jahre her.


    Beim Dauerpflegevertrag ist das ganze halt rechtlich auch deutlich anders zu bewerten als bei den üblichen Vermittlungsverträgen.

    Zum einen das, zum anderen sind - zumindest die mir vorliegenden Verträge - so formuliert, dass das Wort Eigentum vermieden wird, aber ansonsten alle Rechte und Pflichten, insbs. alle Gefahren und Kosten, auf den Besitzer übergehen. Dazu sind diese Verträge fix vorformuliert, die gesetzlichen Bestimmungen zu AGB greifen damit. Und damit ist eine Rückforderung aus dem Eigentum heraus vor Gericht auch sehr gut angreifbar. Alle Rückforderungen aus anderen vertraglichen Gründen sind im Zweifel vor Gericht durch unabhängige Gutachter und Sachverständige abwehrbar - sofern tatsächlich nicht gerechtfertigt.

    Also bei unseren letzten beiden Hunden sah der Vertrag ähnlich aus, war mir zu dem Zeitpunkt auch neu. Ich habe mich da auch erstmal in die Materie reinlesen müssen. Und natürlich habe ich mich da auch über die konkreten Vereine, der den Hund vermittelt hat, informiert.

    Spoiler: Auch in den Verträgen stehe ich nur als Besitzer, nicht als Eigentümer.

    Aus Sicht der Vereine dient der Vertrag ja mehreren Zwecken. Vordringlich der Absicherung der vermittelten Hunde, dass sie nicht zur Zucht eingesetzt werden, nicht anderweitig abgegeben werden usw.. Für mich sind diese Punkte schon völlig nachvollziehbar. Das vor der Vermittlung eine Selbstauskunft erforderlich ist und auch eine Vorkontrolle halte ich für richtig. Es nutzt keinem was, wenn der Hund dann bei jemand landet, der nicht den Tierarzt bezahlen kann, wo der Vermieter danach Streß macht oder wo man mit einer kleinen Etagenwohnung einen Hütehund haben will...

    Die Bezeichnung als "Vermittlungsvertrag" oder "Überlassungsvertrag" o.ä. hat ja primär einen Grund - bei einem normalen Kaufvertrag muss der Verein für die Sachmängelhaftung gerade stehen, das sind für einen Verein, der eh i.d.R. auf jeden Euro achten muss, unkalkulierbare Kosten. Ich denke, dass die Vereine sich auch schon bewusst sind, dass dieses VertragskKonstrukt von einem Gericht so im Normalfall nicht akzeptiert wird, einzelne Urteile gibt es in dem Rahmen auch. Aber man kann sich - das betone ich jetzt je nach Sichtweise (!) - aus der Verantwortung stehlen, bzw. das Kostenrisiko für den Verein minimieren. Deswegen wird man eben lt. Vertrag nur Besitzer und nicht Eigentümer, dann wäre es eben doch ein Kaufvertrag und der Sachmängelausschluss damit unwirksam.

    Natürlich, sollte man sich nicht in der Lage fühlen den Vertrag und dessen Bedeutung einzuschätzen oder irgendwelche Zweifel an der Seriosität des Vereins haben - Finger weg.

    Andererseits, welchen Grund sollte ein Verein haben, nach z.B. fünf Jahren auf einmal auf der Matte zu stehen und auf Grund des Vertrags die Herausgabe des Hundes zu fordern? Um noch ein zu fütterndes Maul wieder bei sich zu haben?