Darf ich fragen wie konkret du deinen Abstand für dich einforderst?
Ich halte tatsächlich auch nichts von Deckentraining. Zumindest nicht als Methode für diese Situation.
Wenn es mir darum geht, etwas in unserer Beziehung zu klären und meine persönlichen Grenzen zu verdeutlichen, dann trete ich mit meinem Hund lieber direkt in Kontakt und kommuniziere so mit ihm. Also durch Blicke, Gesten, Körperhaltung, ggf. auch Stimme. Ich baue quasi körpersprachlich Druck auf, bis er meine Grenzen respektiert, und nehme den Druck dann wieder raus.
Bei uns war zum Beispiel auch das Nachlaufen anfangs ein Thema. Ich habe das konsequent unterbunden, indem ich mich bei jedem Ansatz, mir nachzulaufen, zu ihm umgedreht habe. Brust raus, Schultern breit, Körper versteift, warnender Blick in die Augen. Wenn er dann immer noch hinterher wollte, habe ich ggf. ein, zwei Schritte auf ihn zugemacht.
Wenn du dir da unsicher bist, kannst du mal in einer entspannten Situation ausprobieren, wie dein Hund auf verschiedene Körperhaltungen und Gesten reagiert. Viele Hunde haben da sehr feine Antennen für. Wäre dann halt wichtig, dass du im Erkennen von Beschwichtigungssignalen fit bist.
Darüber hinaus hat sich hier mit der Zeit das Signal "ab" eingebürgert. Das heißt so viel wie "raus aus meinem Dunstkreis" und hat sich einfach daraus ergeben, dass ich erst "ab" gesagt und ihn dann körpersprachlich weggeschickt habe. Ist ganz praktisch, wenn der Hund schon bei mir ist und sich dann entfernen soll.
Der Vorteil an der direkten Kommunikation ist halt, dass der Hund (sofern du es eben richtig machst) auch wirklich versteht, was deine Grenzen sind und dass er diese respektieren soll.
Durch Deckentraining lernt er im Vergleich halt, dass er auf der Decke bleiben soll und vielleicht noch, dass du da dann auch konsequent bist. Aber den Übertrag dahin, dass er auf der Decke bleiben soll, weil du nicht möchtest, dass er einfach so in deine Individualdistanz eindringt... hm, ich traue Hunden viel zu, aber ich glaube, das schafft wirklich kein Hund.