Wie meinst du das?
Was ist für dich "in den Vordergrund schieben", und was ist "stilles, würdiges Loslassen", und womit nimmt man dem Hund den Raum?
Ich habe echt keine Vorstellung, was du damit meinst 
Mein Vater ist letztes Jahr im September gestorben. Er hatte die Diagnose Lungenkrebs und dann hatten wir alle natürlich Angst, daß er furchtbar sterben wird, ersticken zb. Und dann war alles ganz friedlich. Er hat das Essen eingestellt, am Schluß auch das Trinken. Im Hospiz hat man mich dann so um 6 Uhr morgens angerufen, daß er bald, im Laufe des Tages, sterben wird. Wir sind losgefahren, aber mein Papa ist 10 Minuten vor unserem eintreffen gestorben und auch genau in den paar Minuten, wo der Pfleger den Raum verlassen hatte.
Und das scheint öfter zu passieren, die Gründe kann man natürlich nicht fragen, der Verstorbene ist tot, aber ich glaube, das Sterben, der Übertritt, wenn die Seele den Körper verläßt, daß dieser Augenblick, diese Minuten, einfach Stille brauchen und all den Raum für den Sterbenden. Kein Stören durch nicht loslassen wollen durch Angehörige, oder in unserem Fall auch Hundebesitzer. Nicht ich bin in diesem Moment wichtig, sondern der Sterbende.
Ich habe mich damals, als ich eine sehr gestörte und sehr kranke Hündin hatte, mit einer Heilpraktikerin unterhalten und sie hat mir gesagt zum Thema einschläfern, sinngemäß: Wir müssen immer in uns horchen - sind wir diejenigen, die die Situation nicht mehr ertragen, oder ist es der Hund? Und auch umgekehrt: Können/wollen wir nicht loslassen und muten dem Tier mehr zu, als es ertragen kann.
Ich verspreche allen meinen Tieren, daß sie würdig alt werden dürfen und dazu gehört für mich auch, ab einem bestimmten Punkt, wenn Krankheit zb sehr weit fortgeschritten ist, keine lebensverlängernden oder diagnostischen Maßnahmen mehr zu unternehmen. Irgendwann ist eben einfach Schluß und jedes Leben hat das Recht, daß das akzeptiert wird. Dann gibt es nur noch Unterstützung, Schmerzmittel zum Beispiel. Und irgendwann, wenn es sein muß, eben auch die Erlösung durch den TA.
Daß manche Hundebesitzer eine Termin ausmacht fürs Einschläfern, das habe ich zum ersten Mal im DF gelesen. Also Sätze wie: Morgen werden wir unseren Hund einschläfern lassen.
Hier war das Einschläfern lassen all meiner Tiere immer "spontan", manchmal weil das letzte i-Tüpfelchen eingetroffen ist, bei meiner Ponhündin war das mitten in der Nacht der Durchbruch der Blasenwand durch Krebs, dann sofort Tierklinik und sie blieb die Nacht über dort und in der Früh bin ich hin zum Einschläfern. Dieser Abschied, noch so voller Stress für meine Hündin, hängt mir noch heute nach, wirklich drüber hinweg komme ich nicht.
Rein vom Alter her wird Chilly vor Bonnie sterben. Ich möchte es friedlich gestalten, ohne Hektik, weil man schnell in einem Notfall einen TA braucht oder die Tierrettung oder die Tierklinik. Ich könnte in einem Notfall Chilly allein gar nicht mehr transportieren, wenn er nicht selbst gehen könnte.
Meinen zweiten Pon haben wir zum Einschläfern zu zweit in einer Decke zum TA getragen, weil mein TA grad Praxis hatte und nicht kommen konnte. Diese Art zu Sterben, in der Hektik, selbst so ratlos und verzweifelt - das möchte ich für Chilly und Bonnie vermeiden.
Aber ich weiß nicht, wie ich es zum Beispiel machen soll mit Bonnie, wenn Chilly beim TA sterben würde, würde ich ihn dort lassen, aber dann kann Bonnie ihn nicht mehr sehen und das finde ich schlecht, sie hängt so an ihm 
Und wenn der TA zum Einschläfern käme, dann hätte sie unglaublich Streß und würde sich total aufregen, ich würde sie also erst mal ins andere Zimmer, aber dann käme sie so gestresst in den Raum und da würde Chilly tot liegen und sie bekommt vielleicht einen Schock und vor allem würde Chilly beim Sterben ihren Stress mitbekommen.