Beiträge von Schäferterrier

    Jeder, den ich damals befragt hatte, meinte, es sei sinnlos Muskelaufbau zu betreiben, solange der Nerv kaputt ist..

    Darf ich fragen, was da die Begründung für war?

    Wir machen seit Jahren wegen (oder trotz?) geschädigter Nerven Muskelaufbau. Bestimmt wäre das deutlich effektiver, wenn man die zugrundeliegende Nervenschädigung beseitigen könnte, das ist klar. Aber wenn das keine Option ist, dann ist Muskelaufbau doch eine der wenigen Möglichkeiten, die bleiben, um Schadensbegrenzung zu betreiben, oder bin ich da ganz falsch?

    Mein subjektiver Eindruck ist, dass die Muskelaufbau-Übungen, die wir machen, den körperlichen Abbau schon deutlich verlangsamen. Aber ich weiß natürlich auch nicht, wie er inzwischen dastehen würde, wenn wir keine Übungen machen würden…

    So oder so möchte ich dir, liebe @TE, ans Herz legen, eine potentielle Nervenschädigung - gerade im Hinblick auf Physiotherapie - nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn wenn da was sein könnte, aber nicht klar ist, was und wo genau, dann können die falschen Physio-Übungen auch echt großen Schaden anrichten. Gerade wenn eventuell der Rücken betroffen ist, der in typischen Physio-Übungen für die Hinterhand oft mitbelastet wird. Mir persönlich wäre, wenn es auch nur leichte Verdachtsmomente gibt (und die habt ihr mit der „degenerativen Veränderung“), das Risiko zu groß, da einfach mal zu machen.

    Meine Erfahrung ist, dass man Muskeln mit einer guten Physio sehr gut wieder aufbauen kann. Aber unsere Physio hat damals ganz eindringlich erst die Diagnostik empfohlen, um anhand der gezielt und vor allem sicher mit dem Hund arbeiten zu können. Denn solange unklar ist, was genau der Hund hat und ob das Problem nun wirklich im Rücken, den Beinen oder sonst wo liegt, muss man da sehr vorsichtig sein. Die falschen Übungen und Bewegungen können die Situation auch ganz schnell verschlimmbessern.

    Solange sich der Zustand nach und nach wieder merklich verbessert, finde ich 4,5 Wochen Heilungsphase tatsächlich noch gar nicht so lange bei Unfällen. Selbst eine einfache Muskelzerrung kann theoretisch so lange dauern. Aber wenn ihr glaubt oder der TA vermutet, dass da mehr im Argen ist, macht es natürlich Sinn, weiter zu untersuchen.

    und wir sollen uns überlegen, ob CT (mega teuer, Ergebnis wahrscheinlich nichts "operierbares" ...sagte er) oder röntgen von Hüfte und Lws (man könne auf diesem Wege auf fast alles schließen) der nächste Schritt wäre.

    Frag mal, ob es die Möglichkeit gibt, erst zu röntgen und dann, falls dabei nichts raus kommt, beim selben Termin noch ein CT oder ggf. MRT nachzuschieben.

    Viele gute Kliniken machen das inzwischen so, weil das dem Hund ein zweites Schlafenlegen erspart. Und außerdem schont es euren Geldbeutel, weil ihr dann zumindest um doppelte Narkosekosten herum kommt.

    heftige Medikamente mit heftigen Nebenwirkungen...

    Ohne Diagnose allein anhand einer groben Vermutung „heftige Medikamente mit heftigen Nebenwirkungen“ zu empfehlen, finde ich, sofern diese nicht nur zur Schmerzlinderung dienen, schon ziemlich mutig.

    Es kann natürlich sein, dass der TA sich da was Sinnvolles bei denkt und euch das nur nicht so erklärt hat, dass ihr seine Empfehlung nachvollziehen könnt. Aber dann würde ich definitiv nochmal genau nachfragen, warum er solche Hammer-Medikamente als notwendig erachtet, wenn noch nicht ansatzweise klar ist, was der Hund überhaupt hat.

    Anders sieht es für mich aus, wenn die Medikamente zur reinen Schmerzbehandlung gedacht sind. Sofern der Hund unter weniger starken Hammern noch Schmerzen hat, zögere ich persönlich nicht, auch stärkere Mittel zu geben. Denn Schmerzen leiden muss mein Hund nicht, Nebenwirkungen hin oder her.

    Wobei ich mich gerade frage, wie sinnvoll es ist, ein Röntgen zu empfehlen, wenn der Verdacht in Richtung Bandscheiben oder Tumor geht. Meines Wissens nach sieht man auf dem Röntgen nur knöcherne Strukturen, also zum Beispiel die Wirbelkörper oder eventuell noch knöcherne Veränderungen. Aber die Bandscheiben selbst oder z.B. Weichteiltumore? Hmh. Aber ich bin kein Tierarzt und da gibt es hier im Forum definitiv Leute, die da mehr Ahnung von haben.

    Da wir gerade renovieren, steht ihr Napf momentan so, dass sie den Raum im Blick hat – das gibt ihr beim Fressen viel mehr Sicherheit.

    Sie braucht einfach das Gefühl, dass wir als Rudel alle zusammen sind, dann klappt es auch mit dem Appetit.

    Wenn sich der Hund nur sicher und stressfrei genug fühlt, um zu fressen, wenn er alles im Blick und alle seine Schäfchen beisammen hat, dann habt ihr da wahrscheinlich ein ganz massives Kontrollproblem. Das ist kein „spezieller Charakter“, sondern (leider) ziemlich rassetypisch, wenn man es zulässt.

    Aus Edelstahl-Näpfen fressen und trinken btw einige Hunde ungern, weil laut, kann Geschmack abgeben usw.

    Das Wegtragen und „Sichern“ von Fressbarem kenne ich vorwiegend von Tierschutzhunden, die die Erfahrung gemacht haben, dass sie nicht in Ruhe fressen können - sei es, weil eine potentielle Gefahr droht oder massig andere Hunde das Futter streitig machen. Das kann aber natürlich auch bei Vermehrern oder sogar in Zuchten passieren, zum Beispiel wenn ein Welpe immer wieder zu kurz kommt oder es einfach in denen Genen noch drin steckt. So oder so finde ich das nun auch nicht wahnsinnig ungewöhnlich.

    Einzig das Fressen von einzelnen Futterstückchen lässt mich ein bisschen hellhörig werden, aber das kann auch einfach ne Eigenheit sein, wenn medizinisch alles gründlich abgeklärt wurde.

    Es bleibt also nur eine Besonderheit: Die Hündin frisst schlecht, wenn sie nicht alles unter Kontrolle hat. Und das ist für mich weniger ein Ernährungs- als ein Erziehungsthema.

    Wir treffen hier im Gassigebiet sowohl innerhalb als auch außerhalb der Brut- und Setzzeit nahezu täglich Wild. Mein Hund hat damit kein Thema und das Wild, solange der Hund entspannt ist, auch nicht.

    Die Rehe flüchten, sobald ein Hund in ihre Nähe kommt, und sei es mit der letzten noch vorhandenen Energie.

    Gerade die Rehe haben hier null Berührungsängste. Von „zwei Rehe haben uns entspannt in 15 Metern Entfernung ein Stück beim Gassigehen begleitet“ bis „das Reh ist über meinen im Bach sitzenden Hund drüber gehüpft“ haben wir hier schon alles erlebt.

    Sicher ist das in Gebieten, in denen weniger Kontakt zwischen Wild und Hunden besteht, nochmal anders. Ich kannte das, bevor ich hierher gezogen bin, so extrem auch nicht. Aber hier treffen sich Wild und Hund halt tagtäglich und die Wildtiere haben sich entsprechend gut an diese Bedingungen angepasst.

    Aus diesem Grund bin ich auch in der Brut- und Setzzeit sehr entspannt und mache da nichts großartig anders als sonst. Auf den Wegen bleiben, Abrufbarkeit im Freilauf, niemanden belästigen, das gilt hier sowieso immer.

    Einzig auf die Benutzung von Trampelpfaden verzichte ich während der Brut- und Setzzeit. Wobei auch das keine Garantie ist, kein Wild aufzuschrecken. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie mein Hund vor ein paar Jahren am Wegrand geschnüffelt hat (alle vier Pfoten wohlgemerkt auf asphaltiertem Boden) und dann ganz irritiert weggesprungen ist. Joa, er hatte seine Nase in nen Hasen gesteckt, der im hohen Gras keine 5cm vom Wegrand seine Babys gelagert hatte. Ich weiß bis heute nicht, wer in dieser Situation überforderter war: Der Hase, mein Hund oder ich.

    Jedenfalls: Ich finde, man braucht es nicht übertreiben. Natürlich sollte man Rücksicht auf die Umwelt nehmen und ja, natürlich gehört ein Hund, der jagt, nicht abrufbar ist oder seine Umgebung anderweitig belästigt an die Leine. Aber das gilt doch immer, auch wenn gerade nicht Brut- und Setzzeit ist.

    Dass es weiterhin Menschen gibt, die sich daran nicht halten und denen das alles total schnuppe ist, ist doch nichts Neues. Aber daran ändert auch ne Brut- und Setzzeit mit oder ohne Leinenpflicht nichts, weil ihnen das doch grad mit egal ist. Als verantwortungsvoller Hundehalter tut man meiner Erfahrung nach gut daran, solche Leute einfach mit „Idioten“ abzuhaken und mit dem eigenen Leben weiterzumachen. Frei nach Hanlon‘s Razor: Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was mit Dummheit hinreichend zu erklären ist.

    Was für Schmerzen und was für Verhaltensthemen waren das bei euch?

    Das ist eine Rückenmarkskompression.

    Die Schmerzen schießen immer wieder plötzlich ein, vor allem nachts, teils auch bei bestimmten Bewegungen. Von der Intensität scheinen sie total unterschiedlich zu sein. Ist natürlich bisschen schwierig zu beurteilen, aber von nem kurzen Zusammenzucken bis hin zu nem plötzlichen Um-sich-beißen hatten wir da schon alles. NSAIDs haben diesbezüglich* gar nichts gebracht, nur das Gabapentin hat geholfen.

    * Er bekommt trotzdem zusätzlich NSAIDs, weil wir durch die jahrelange Schonhaltung inzwischen auch die ganze Batterie an Verschleißerkrankungen der Wirbelsäule dazubekommen haben. Aber die sind Stand jetzt das kleinere Problem.

    Zum Verhalten: Er hat vermutlich sowohl rassemixbedingt als auch durch massive Defizite in der Aufzucht so seine Probleme mit der Bewertung von Umweltreizen und generell der emotionalen Regulation und Stressverarbeitung. Er reagiert auf alles, was neu, leicht anders, spannend, störend oder emotional besetzt ist, durch die Bank weg total drüber. Das ist ein bisschen, als wäre er als Welpe in nen Zaubertrank mit Speed gefallen.

    Das Gabapentin ändert zwar nichts daran, dass er Umweltreize nicht selbstständig einordnen kann und dass er halt prinzipiell rassemixbedingt temperamentvoll und reizoffen ist, aber es dämpft diese unverhältnismäßige Übererregbarkeit ziemlich gut ab. Gefühlt feuern die Nervenzellen jetzt nicht mehr mit 100%, wenn auch nur irgendwas passiert (oder passieren könnte), sondern deutlich gehemmter. Und dadurch ist er sehr viel häufiger auf einem halbwegs gesunden Erregungslevel, bei dem er noch ansprechbar und lernfähig ist und einfach denken kann.

    Hier Gabapentin, vorrangig zur Schmerzlinderung, zusätzlich unterstützend fürs Verhalten. Ich bin sehr zufrieden damit.

    Meiner Erfahrung ist nur, dass es echt tricky sein kann, die optimale Dosierung zu finden. Beim Einschleichen war er phasenweise super schreckhaft und ängstlich. Mit einer weiteren Erhöhung der Dosis hat sich das um 180 Grad gewendet und er ist plötzlich deutlich gelassener, gelöster und richtig happy gewesen. Auf den ersten Blick hätte man meinen können: Optimale Dosierung. Aber tatsächlich waren da die frühen Effekte aufs Verhalten irreführend, denn die Schmerzen waren bei genauem Hinsehen trotzdem noch da. Die gingen erst weg, als wir dann nochmal mit der Dosis hoch sind.

    Stand jetzt wirkt es super gegen die Schmerzen. Es federt vor allem die nächtlichen Schmerzspitzen richtig gut ab, bei denen davor nichts geholfen hat. Zusätzlich hilft es ihm, mit der Welt etwas besser klar zu kommen, ohne ihn dabei irgendwie lätschig, müde oder dusselig zu machen. Weitere Nebenwirkungen gibt es nicht, Blut nach ca. 2 Jahren täglicher Einnahme bislang tip-top.

    Wichtig finde ich bei solchen Medis halt, immer im Hinterkopf zu behalten, dass die massiven Einfluss auf Schmerzen UND aufs Verhalten haben können. Und das nicht unbedingt mit derselben Dosierung gleich stark.
    Beachtet man das nicht, läuft man Gefahr, dem fröhlichen, gelösten Hund Schmerzfreiheit zu unterstellen, obwohl das Medikament bislang „nur“ aufs Verhalten wirkt. Oder man läuft Gefahr, dem matten, lustlosen Hund weiterhin Schmerzen zu unterstellen, dabei drückt das Medikament „nur“ zu stark das Verhalten.

    Und, mehr oder weniger damit einhergehend: Die mehrgleisige Wirkung kann natürlich enorm von Vorteil sein, wenn man wie ich das Glück hat, einen Hund zu haben, bei dem bei optimaler Dosierung sowohl das Verhalten als auch das Schmerzempfinden positiv beeinflusst wird.
    Aber es gibt auch Hunde, bei denen das trotz viel Rumprobieren an der Dosierung nicht funktioniert, weil z.B. die Dosierung, die Schmerzen gerade so lindert, fürs Verhalten schon too much ist. Und das ist dann halt, zumindest wenn eine dauerhafte Gabe über ein Hundeleben lang angedacht ist, echt Mist.

    Ihr habt jetzt mindestens seit Anfang Januar so viel an der Ernährung herumprobiert, da wundert es mich gar nicht, dass aktuell nichts mehr so wirklich funktioniert. Für nen ernährungstechnisch etwas empfindlichen Hund ist das einfach viel zu viel Unruhe. Es kann gut sein, dass er das Futter eigentlich gut vertragen würde, aber ihr durch zu viel Wechsel den Körper eures Hundes total überfordert habt und er deshalb gerade so empfindlich auf kleinste Veränderungen reagiert.

    Manche Hunde brauchen einfach eine Weile, um sich an ein neues Futter zu gewöhnen. Ich würde mal mindestens (!) 6 Wochen lang dasselbe Futter füttern, auch wenn er es erstmal nicht ganz optimal verträgt.

    Wenn’s nach den 6 Wochen immer noch nicht funktioniert, könnt ihr ja wieder was Neues ausprobieren. Aber gebt dem Körper bis dahin wenigstens mal die Chance, sich an das Futter zu gewöhnen.

    Letztendlich ist es doch ganz einfach: Man sollte nur einen Hund halten, dem man zum aktuellen Zeitpunkt auch gerecht werden kann.

    Wenn ich das schaffe, ist doch total egal, ob ich Mitte 20 oder Mitte 80 bin.

    Kann ich dem Hund nicht (mehr) gerecht werden, dann ist es halt Zeit, den Hund abzugeben. Egal ob ich es körperlich, geistig, zeitlich oder warum auch immer nicht mehr schaffe. Und egal wie alt ich bin.

    Ich kann mir nur vorstellen, dass es sehr schwierig ist, da den Absprung zu schaffen und zu erkennen, wann es für den Hund so nicht mehr weiter geht. Aber selbst das betrifft meiner Erfahrung nach jung und alt gleichermaßen.

    Das ist bei mir noch ne ganze Weile hin, aber ich denke, eine Altersgrenze gibt es da für mich nicht. Wenn ich zu dem Zeitpunkt noch fit genug bin, um einen Welpen aufzuziehen, und ich eine gute Lösung für den Fall habe, dass ich den Hund irgendwann nicht mehr betreuen kann - warum nicht?

    Was in 10 oder 15 Jahren ist, weiß niemand. Und eine Notfall-Lösung sollte sowieso jeder Hundehalter haben, ganz unabhängig vom Alter.

    Die Frage wäre für mich eher, ob ich in dem Alter nochmal Lust auf das ganze Gewusel in der Welpen- und Junghundezeit habe. Aber das ist ja jedem selbst überlassen.