Ein Pudel "braucht" eigentlich nichts besonderes. Ein Pudel ist kein Spezialist. Er hat Spaß was mit seinem Menschen zu erarbeiten und macht gern was für den Kopf, aber was, das ist eigentlich fast schon egal. Ich persönlich bin schon der Meinung, dass ein Pudel sich viel entwickelt, was der Besitzer draus macht. Und dabei sollte er auch ernst genommen werden mit klaren Regeln und Grenzen, die immer gelten. Also wie ein Begleithund Plus sozusagen.
Die allermeisten Pudel sind reine Begleithunde. Die gehen mal mehr mal weniger Gassi oder machen noch ein paar Kurse in der Hundeschule und das wars so ziemlich. Deswegen verstehe ich hier im Forum auch selten diese Meinung, dass es ehemalige Jagdhunde sind (gerade die kleineren Varietäten nicht) und man da einen halben Arbeitshund an der Leine hat. Dem ist eigentlich eher nicht so und das entspricht auch nicht meinem Ideal dieser Rasse.
Bin ich zu 100 % dabei.
Kann natürlich nur von meinem Großpudel berichten, der ist auch ein totaler Alles-kann-nichts-muss-Hund. Wir waren in der Welpen- und Junghundestunde, da war er am Ende allerdings so streberhaft unterwegs (er hatte halt auch einfach Spaß mit mir zu arbeiten), dass wir mit 10 Monaten in eine Rally Obedience-Anfängergruppe gewechselt sind. 1x pro Woche ein Stündchen zusammen was arbeiten, dabei andere Menschen und andere Hunde um uns rum, die nicht zu beachten sind und ansonsten "machen" wir nichts mit ihm. Er hat aber Spaß an allem. Beim Spazierengehen frage ich meist gar nichts ab außer Kommandos, die für den Alltag wichtig sind (an meine Seite, Fußlaufen, wenn Gegenverkehr, am Bordstein absitzen wenn Autos...). Ansonsten darf er Hund sein und hat dabei eigentlich eine recht entspannte Mischung aus Orientierung an uns und seine Hundedinge erledigen. Ist mir auch wichtig, weil ich oft auch zu zweit laufe und wir uns da auch als Menschen unterhalten. Da darf und soll er ruhig sein Ding machen, solang er sich nicht völlig wegbeamt.
Andersrum will auch ich mal mein Ding machen, ohne dass er irgendwas zu erwarten hat. Beispiel Garten. Wenn ich mit ihm im Garten bin, denkt er manchmal am Anfang, jetzt gibts Party. Manchmal üben wir auch was. Ich mach dann aber oft halt Gartenarbeit und wenn er mich schon mit der kleinen Schaufel sieht, weiß er, dass er nichts von mir hören wird und legt sich in eine Ecke oder beschäftigt sich mit seinem Zeug. Ich lieb den, aber ich brauch auch meine Me-Zeit und das hat hier von Anfang an gut geklappt. Da kann mir auch der Pudelblick nichts 
Ich weiß halt nicht, ob wir das "geübt" haben, aber es gab eben von Anfang an Zeiten und Momente, da weiß er, dass er nix zu melden hat und ich nicht verfügbar bin, und das akzeptiert er sehr schnell und legt sich ab. Aber er ist auch ziemlich faul für einen Pudel...
Jagdtrieb hat er auch, aber für mich derzeit moderat. Vor Katzen hat er Respekt, Füchse findet er blöd - einzig die Amseln + Dohlen sind spannend, aber da guckt er zwar, lässt sich aber gut abbrechen und springt nicht auf den Bewegungsreiz an. Also auch über Anzeigen, zu mir orientieren. Das ist aber auch geübt von uns und auch derzeit noch in Übung, da grad mal 11 Monate alt der Kerl. Da kann also in beide Richtungen noch was kommen.
Generell habe ich mich als Anfängerin in vielen Dingen vom Forum aber auch von meiner Trainerin anleiten lassen. Dachte ja auch noch am Anfang, der Hund muss unbedingt ins Agility, damit er "ausgelastet" ist. Meine Trainerin hat dann gleich gesagt, nix mit Agility, der soll sich höchstens mal konzentrieren und mit dem Kopf arbeiten, besonders wenn um ihn herum andere Dinge geschehen, und nicht noch irgendwas, was hochpusht und aufdreht. Das hat sie schon gut eingeschätzt. Die eine Stunde RO zusammen mit allen Alltagsabenteuern und dem Großwerden und der Pubertät reicht absolut aus. Würde tendenziell mit Molly wohl auch einen Gang zurückschalten. Aber auf die Entfernung weiß man ja auch nicht zu 100 % obs für die Hündin angemessenes Pensum ist. Pudel passen sich halt wirklich gut an.