Grundsätzlich hast du natürlich recht, dass viele Umweltfaktoren sowohl für Menschen als auch für Hunde eine Rolle spielen. Es ist aber wichtig, zwischen Alltagsbelastungen und nachweislich gesundheitsgefährdenden Stoffen zu unterscheiden.
Zum Thema krebserregende Stoffe: Ja, es gibt viele Substanzen, die als potenziell krebserregend gelten. Allerdings unterscheidet die Wissenschaft zwischen nachgewiesenen Karzinogenen (z. B. Tabakrauch, Asbest) und potenziell krebserregenden Stoffen, bei denen ein Risiko vermutet, aber nicht sicher nachgewiesen ist (z. B. bestimmte Zusatzstoffe in Lebensmitteln oder Chemikalien in Reinigungsmitteln).
Was die Fütterung betrifft, gibt es durchaus Studien, die zeigen, dass bestimmte Futterbestandteile (z. B. stark verarbeitete Kohlenhydrate, Konservierungsstoffe oder Schimmelpilzgifte in minderwertigem Futter) langfristig gesundheitliche Risiken für Hunde bergen können. So hat beispielsweise eine Studie in The Veterinary Journal (Knapp et al., 2013) gezeigt, dass bestimmte Ernährungsweisen mit einem höheren Krebsrisiko bei Hunden assoziiert sein könnten.
Aber: Das bedeutet nicht, dass jedes Futter per se krebserregend ist, sondern dass Qualität, Verarbeitung und Zusatzstoffe eine Rolle spielen. Auch die individuelle genetische Disposition eines Hundes kann einen erheblichen Einfluss darauf haben, ob eine Erkrankung ausbricht.
Ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird: Das Krebsrisiko bei Hunden und Menschen ist nicht direkt vergleichbar. Hunde haben einen viel schnelleren Stoffwechsel und eine kürzere Lebenserwartung als wir. Das bedeutet, dass sich gesundheitliche Folgen – sei es durch Ernährung, Umweltgifte oder andere Faktoren – oft schneller zeigen als bei uns Menschen.
Außerdem gibt es große Unterschiede zwischen den Rassen. Einige Hunderassen haben genetisch bedingt ein höheres Risiko für bestimmte Krebsarten, unabhängig von Umweltfaktoren. Während beim Menschen z. B. Lungenkrebs stark mit Rauchen verknüpft ist, gibt es bei Hunden eher Zusammenhänge mit bestimmten Fütterungsweisen, Hormonen oder Rassedispositionen.
Das heißt nicht, dass man seinen Hund in eine sterilisierte Blase packen muss, aber es macht eben einen Unterschied, ob ein Hund täglich stark verarbeitete Lebensmittel bekommt oder eine ausgewogene, hochwertige Ernährung. Auch bei uns Menschen wissen wir, dass gesunde Ernährung und ein aktiver Lebensstil das Krebsrisiko senken können – das gilt für Hunde genauso, nur eben mit etwas anderen Einflussfaktoren.