Beiträge von Fuchshexchen

    Entweder bin ich mit meinem Tierarzt zufrieden, er behandelt mein Tier gut, stellt die richtige Diagnose, behandelt es dementsprechend, dann zahle ich gern gutes Geld für gute Arbeit.

    Bin voll d'accord. Finde das widerspricht sich aber überhaupt nicht damit, mal - bspw per Frage im Forum - gegenzuprüfen, was genau denn "gutes Geld" so ist. Vor allem, wenn sich da plötzlich etwas ändert.

    Absolut!!! Aber der Ton macht die Musik. Und der war, gerade im ersten Originalpost, nicht gerade nett.

    Aber anständig zahlen will man irgendwie auch nicht

    Das hat doch niemand gesagt? Jede*r hier sieht wohl ein, dass TÄ eine von vielen sehr wichtigen Berufsgruppen sind und dass man gut genug zahlen muss, damit sie sich halten können. Und natürlich gibt es viele Kund*innen, die da knausern und "alles, aber bitte umsonst" wollen. Wie überall.

    Es ist halt aber auf der anderen Seite auch Quatsch, dass TÄ prinzipiell Heilige sind und es da quasi ein Sakrileg ist, Rechnungen zu hinterfragen. Natürlich gibt es TÄ, die Kund*innen überteuerten Quatsch andrehen (Homöopathie etc, es wurde hier ja schon hinreichend genannt). Und gerade wenn man selber nicht gerade im Geld schwimmt, hinterfragt man selbstverständlich Rechnungen, die einem selber überraschend hoch vorkommen. Warum ist das hier so ein seltsames Tabu im Forum?

    Doch, genau das war der Ursprung des Threads. Das der Tierarzt ja so teuer wäre, obwohl er billiger ist als der, der gleichzeitig auch schlechter ist.

    Entweder bin ich mit meinem Tierarzt zufrieden, er behandelt mein Tier gut, stellt die richtige Diagnose, behandelt es dementsprechend, dann zahle ich gern gutes Geld für gute Arbeit.

    Oder er ist nicht gut, versucht mir Zuckerkugeln aufzuschwatzen und erzählt mir Bullshit, dann geh ich da nie wieder hin und dann ist mir auch egal ob er billig ist oder teuer, denn dann ist jeder Cent, den er bekommt, einer zu viel.

    Ich hab richtig viele schlechte Tierärzte hier in der Gegend. Durch meine Arbeit bekomme ich das erstmal so richtig mit, selbst wenn man die Kunden abzieht, die einem das blaue vom Himmel herab lügen. Da sind welche bei, die Arbeiten Quasi umsonst, keine Ahnung wovon die Leben. Und da sind einige bei, bei denen bezahlt man über JAHRE für irgendwelche Spritzen für angebliche Allergien, dabei war das Rätsels Lösung einfach, dem Hund Mal ordentlich die Ohren frei zu zupfen. Ich könnte ein Buch mit Fehldiagnosen füllen. Hunde, die doppelt operiert werden mussten, weil Eigroße Tumore vergessen wurden. Hunde, die sich nach einem BSV die Hinterbeine über den Boden wund scheuern, weil der Tierarzt "kein Fan von Rollis" ist, "die sind ja auch so teuer", und die nicht einmal eine Physio empfehlen. Hunde, die vom Tierarzt als "ist halt alt" abgestempelt wurden, und die nachdem sie "neee, die sind nicht zu lang" Krallen geschnitten wurden, auf einmal eine neue Jugend entdecken.

    Vor meinem Urlaub erst... Hund eitert seit WOCHEN aus einer Wunde unterm Auge. Tierarzt findet keine Lösung (ich hab hier im df nachgefragt, vielleicht erinnert sich jemand), Besitzer sollten halt eine Salbe drauf schmieren. Ich hab dann die (vermutete) Ursache gefunden... Ein kaputter Zahn, feuerrotes Zahnfleisch. Die Besitzer sind nach dem Termin bei mir sofort zum gleichen Tierarzt, haben dort einen Termin für ZWEI WOCHEN SPÄTER zum Röntgen bekommen, aber weder Schmerzmittel, noch Antibiotika... Weil "der Hund zeigt ja keine Schmerzen". Ergebnis war, der Zahn war zerbrochen.

    Anderer Kunde, anderer Tierarzt... Der Hund wurde nach der Zahnreinigung tiefschlafend mit nach Hause gegeben. Während der OP hat der Tierarzt ein Herzgeräusche festgestellt "das muss nicht weiter untersucht werden, erst wenn der Hund Probleme hat" 🫥 dann ist es übrigens schon quasi zu spät. Zahnröntgen wurde abgelehnt, weil "das macht man erst wenn man was sieht".

    Vielleicht geht mir deshalb das Thema so nah.

    Ich erlebe so viel Leid, verursacht durch Halter UND Tierarzt. Sollte ich je im Lotto gewinnen, ist mein Tierarzt glaub ich der erste, den ich in Gold aufwiegen lasse. Ein guter Tierarzt ist genau das. Gold wert.

    Nochmal. Ist er kein guter Tierarzt, ist vollkommen egal ob er den einfachen oder hundertfachen Satz nimmt. Aber WENN er GUT ist... Dann soll er das Geld nehmen, von dem er auch GUT Leben kann.

    Ich hab immer das Gefühl, das immer noch nichts verstanden wird, was es bedeutet, selbstständig zu sein.

    Und das man sich bei der Behandlung von Lebewesen keine Fehler erlauben kann. (Das betrifft nicht nur selbstständige und Tierärzte) Man kann keine durchwachten Nächte gebrauchen, weil man sich noch um die unbezahlten Rechnungen Sorgen machen muss. Man muß sich gutes Personal aussuchen können, damit man mit ihm Hand in Hand arbeiten kann und gerade in so einem Beruf ist ein gutes Verhältnis untereinander wichtig. Sprich, das Gehalt muss auch stimmen, denn für den Mindestlohn reißt sich niemand den Arsch auf.

    Noch dazu braucht man ausreichend Personal, eben das man auch Mal durchschnaufen kann und nicht von einem zum nächsten hetzt.

    Man muss produkttechnisch und auch fortbildungsmäßig Up to Date sein. Niemand will hier Einsparungen... Aber das kostet so richtig Geld. Und was Krankenkassen, Miete, Stromrechnung, Wartungskosten und so betrifft... Alles teurer geworden. Und das nicht nur ein bisschen. Ach und die privaten Lebenserhaltungskosten... Da müssen wir nicht drüber reden, oder?

    Wir alle sehen mächtig alt aus, wenn sich noch mehr Tierärzte das Leben nehmen, weil sie den Druck einfach nicht mehr schaffen. Überall wird rumgeheult, wenn sich Klinik x oder Praxis y aufkaufen lässt. Das die Notdienste seltener und seltener werden. Aber anständig zahlen will man irgendwie auch nicht.

    Ich bin ganz beeindruckt, wie sachlich, gut informiert und kritisch nachfragend hier ganz viele gegenüber ihrem Tierarzt sind. Bei mir klappt das nicht so gut. Mir ist schon der Hund von der Arzthelferin zum Röntgen abgenommen worden, ohne dass eine Ärztin vorher das Tier überhaupt gesehen hat (da dachte ich auch erst später Wait, what?!?), ich hab hier sinnlose Medikamente rumliegen, deren Sinnlosigkeit mir erst zuhause klar wurde, wichtige Fragen fallen mir erst zu spät ein. Ich finde es superschwer, den TA nach einzelnen Posten zu fragen (auch rein praktisch, denn die Rechnung erhalte ich ja an der Rezeption, die Ärztin ist längst beim nächsten Patienten), und ich halte mich in anderen Lebenssituationen für ausgesprochen durchsetzungsfähig.

    Dass die Situation Arzt/Patient keine rationale Beziehung auf Augenhöhe ist, ist ja eigentlich nichts Neues. Das dürfte weitgehend auf Tierärzte übertragbar sein. Zu erwarten, dass alle Tierhalter in der Situation beim TA jederzeit total rational handeln und kritisch begleiten, wie hier mehrfach vorausgesetzt/gefordert wurde, halte ich für lebensfern.

    Das lernt man, wenn einem ein Tierarzt so schlecht berät, das einem das Tier um ein Haar wegstirbt, obwohl es nur eine kleine OP gebraucht hat.

    Ich lass mir alles erklären und Frage gern auch dreimal nach, wenn ich was nicht verstehe. Ich liebe es, dazu zu lernen.

    Naja, aber bei einem bekanntem Tier wird man das doch abschätzen können. :person_shrugging:

    Nein. Hunde sind Lebewesen. Hunde haben einen schlechten Tag. Die Besitzer sind manchmal im Stress und der sonst so gepflegte Hund ist doch verfilzt. Hund hatte ein schlechtes Erlebnis beim Tierarzt und verbindet ab sofort den Tisch absolut negativ.

    ch find das ja schon ein Unding dass die Ärzte nichtmal vorab sagen wollen was denn so ein Standardeingriff wie Impfen oder Kastrieren kostet.

    Ich arbeite auch mit Tieren und kann nie genau vorher sagen wie viel es kosten wird.

    Ist der Hund aufgeregt oder gar bissig? Ist er gepflegt oder nicht? Hat der Besitzer schon Mal irgendwas trainiert oder kennt der Hund gar nix? All das kann einen Unterschied von bis zu 80 Euro machen, und ich bin "nur" Hundefriseur.

    Den Fehler, vor der Behandlung einen fixen Preis zu nennen, macht man genau so lange bis ein Hund deutlich anstrengender war und man ein Minus erarbeitet hat.

    Und vielleicht sollten Tierbesitzer den Menschen, die ihren Tieren das Leben retten, ihnen die Schmerzen nehmen und sie wieder gesund machen, die sich die Nächte um die Ohren schlagen und alles für ihren Job geben, ein bisschen mehr Dankbarkeit gegenüber bringen, statt über Preise zu meckern.

    Ein guter Tierarzt darf gerne auch gutes Geld nehmen. Das ist überall so, in jedem Job.

    Und wenn ein Tierarzt nicht gut ist, dann geht man da nicht hin ... Egal ob billig oder teuer. Oder?