Beiträge von Fuchshexchen

    Ich hab ja immer wieder überlegt wie es wohl wäre dort mit zu machen...

    Ach, es macht wirklich Spaß.

    Der einzige Tag, der wirklich furchtbar war, war der mit der Trainerin. Sie war völlig überfordert und tatsächlich die Einzige, die versucht hat, mich richtiggehend vorzuführen und mich blöd dastehen zu lassen. Das war auch das einzige Mal, dass überhaupt versucht wurde, eine Situation künstlich hervorzurufen, nämlich mit der Begegnung mit dem Hund der Trainerin. Außerdem gab es da auch einige unangenehme Situationen mit dem Mann der Trainerin hinter der Kamera.

    Ansonsten waren eigentlich nur die ersten ein, zwei Tage wirklich aufregend. Danach haben sich alle so eingespielt, dass auch die Hunde wieder ihr ganz normales Verhalten gezeigt haben.

    Bei der Ausstrahlung ist mir nur ganz kurz das Herz in die Hose gerutscht, als er mit dem „angemalten Frettchen“ angefangen hat. Er hat das danach aber ja schnell einbekommen. Ansonsten kann ich auch bei der Ausstrahlung nicht sagen, dass da irgendetwas falsch oder übertrieben dargestellt wurde.

    Womit man allerdings zurechtkommen muss, sind die zum Teil wirklich dämlichen Kommentare auf Facebook, die teilweise auch unter die Gürtellinie gehen und sich sogar auf körperliche Aspekte beziehen. „Die Fette mit dem pinken T-Shirt“ war da tatsächlich noch einer der harmloseren Sprüche.

    Ich dachte, nach x Staffeln MR-Formate, wäre er drauf konditioniert, keinen fremden Hund einfach in die Wohnung zwischen die Althunde zu werfen :pfeif:

    Es soll ja Teilnehmer gegeben haben, die das genauso gemacht haben... Habe ich gehört 😏

    Wahnsinn das meine eigenen Teilnahme an der Show schon fast sechs Jahre her ist. Ich habe es nie bereut und würde es jederzeit wieder machen. Das war schon spaßig, aber ich hatte auch ein großartiges Kamerateam und einen tollen Regisseur. Leider hat er aufgehört, sonst hätte ich mich wohl bei der letzten Hunden auch noch mal dort gemeldet.

    Ich möchte ihm jetzt nicht unterstellen, dass der seinen Job nicht gewissenhaft macht.

    Da ich mehrere Hunde mit extrem kurzen Schnauzen im Ring gesehen habe, Dackel deren Brustkorb mit Ach und Krach eine Handbreit vom Boden entfernt war (beim Pekinesen war ich mir nicht mal sicher, ob da eine Hand drunter passt) und mehrere Hunde, bei denen ich schon von fast massiven Übergewicht sprechen würde, plus das ein oder andere Triefauge.... Ja, doch, das möchte ich ihm unterstellen.

    Zumindest in Deutschland müsste sich ein Veterinär auf einer Ausstellung an das Tierschutzrecht halten. Nach § 10 der Tierschutz-Hundeverordnung dürfen Hunde nicht ausgestellt werden, wenn zuchtbedingte Merkmale Schmerzen, Leiden oder Schäden verursachen oder Körperfunktionen einschränken.

    Auch der Verband für das Deutsche Hundewesen schreibt dazu:

    „Nach § 10 der Tierschutz-Hundeverordnung dürfen Hunde, bei denen erblich bedingte Merkmale zu Schmerzen, Leiden oder Schäden führen können, nicht ausgestellt werden.“

    Der VDH meint allerdings lächerlicherweise, dass dafür nicht zwingend eine generelle tierärztliche Untersuchung nötig sei und auch eine Erklärung des Ausstellers ausreichen könne. Das das nicht so ganz funktioniert, sieht man ja auch dort.

    Wie das bei den Crufts gehandhabt wird, weiß ich nicht. Wenn es dort auch nur ansatzweise sein solches TSG gibt und man das wirklich konsequent anwenden würde, dürften einige mehr Hunde gar nicht erst im Ring stehen.

    Auch hier, würde ich die Hundehalter denen ich so jeden Tag begegne, fragen wer oder was FCI ist, wissen das vielleicht 5 %.

    Das DF ist kein repräsentativer Durchschnitt der Hundehalter.

    Das bestreitet doch niemand. Natürlich wissen die meisten Hundhalter gar nicht, was oder wer der FCI überhaupt ist.

    Aber wenn jemand versucht, es wirklich „richtig“ zu machen und sich informiert, stößt er ziemlich schnell auf den Rat: Wenn du einen möglichst gesunden Hund möchtest, geh zu einem Züchter, der in einem Verein organisiert ist, der dem VDH und damit dem FCI angehört.

    Und genau da wird es schwierig zu erklären, warum das der richtige Weg sein soll, wenn unter genau diesem Dach immer wieder Dinge passieren, die so gar nicht zu diesem Bild von kontrollierter Zucht passen.

    Ich will damit übrigens überhaupt nicht sagen, dass Züchter in diesen Vereinen grundsätzlich schlecht sind. Ganz im Gegenteil, dort gibt es viele sehr verantwortungsvolle Züchter. Ich wollte eigentlich gar nicht viel mehr sagen, als dass ich mich angesichts solcher Entwicklungen immer weniger darüber wundere, dass manche Menschen komplett gegen Zucht eingestellt sind oder diesen Vereinen einfach nicht mehr vertrauen.

    Ich glaube, du unterschätzt ein bisschen, wie sehr der FCI-Stempel nach außen tatsächlich als Qualitätssiegel wahrgenommen wird. Natürlich sagt niemand wörtlich „Ich brauche einen Hund mit FCI-Papieren“, aber genau dieses Konstrukt wird doch seit Jahren als das Gegenmodell zu Vermehrern und unseriösen Zuchten dargestellt. Der Rat lautet ja fast immer: geh zu einem Züchter im VDH bzw. in einem dem FCI angeschlossenen Verein. Das habe ich übrigens selbst auch sehr lange so gesagt. Wenn mich jemand gefragt hat, wo er einen bestimmten Hund herbekommt, war meine Antwort fast immer: schau beim VDH.

    Natürlich fängt niemand bei der Suche nach einem Hund beim Weltverband an. Die meisten Menschen überlegen sich einfach, welche Rasse sie möchten, suchen nach einem Züchter und stoßen dann im Zuge ihrer Recherche irgendwann auf dieses Geflecht aus Vereinen, Verbänden und eben auch dem FCI. Und genau dort wird der FCI-Stempel dann als Qualitätsmerkmal präsentiert. Für den normalen Hundekäufer wirkt das wie eine Art Qualitätsfilter: VDH/FCI bedeutet seriös, außerhalb davon eher nicht.

    Und genau deshalb finde ich solche Fälle eben nicht so nebensächlich. Wenn unter genau diesem Dach Hunde prämiert werden, die gesundheitlich offensichtlich problematisch sind, und ein Best-in-Show-Gewinner einem Besitzer gehört, der wegen Tierquälerei verurteilt wurde, dann kratzt das nun mal an der Glaubwürdigkeit dieses Qualitätssiegels. Nicht, weil jeder Züchter dort schlecht wäre, sondern weil der Stempel nach außen eben mehr Vertrauen erzeugt, als er offensichtlich immer halten kann.

    Was man dabei auch nicht vergessen darf: Wenn man einen Hund von einem Züchter kauft, der in einem dem VDH angeschlossenen Verein organisiert ist, unterstützt man damit – ob man will oder nicht – immer auch den FCI mit. Über Mitgliedschaften, Ahnentafeln, Wurfabnahmen, Ausstellungen und ähnliche Dinge fließt Geld und Einfluss in diese Strukturen. Damit unterstützt man am Ende eben auch das, was unter diesem Dach passiert… und leider gehört dazu nicht nur das, was man auf Shows sieht, sondern auch vieles andere, das dort ermöglicht oder toleriert wird.

    Und ja, mir ist völlig bewusst, dass ich selbst aktuell auch den VDH und damit letztlich den FCI unterstütze. Genau deshalb beschäftigt mich das Thema ja auch so sehr… weil es mir zunehmend schwerer fällt, mich damit wirklich wohlzufühlen.

    Mag sein, dass man seinen eigenen Beitrag dabei als sehr klein empfindet. Aber viele kleine Beiträge ergeben am Ende eben doch etwas Großes.

    Okay, dann bleiben wir tatsächlich mal bei dieser einen hochaktuellen Sau.

    Es ist nun mal so, dass Crufts ein riesiges Event ist und die ganze Welt hinschaut. Selbst wenn man die vielen anderen Dinge ausblendet, die man dort sehen konnte… Qualzuchten, maßlos verfettete Hunde, Hunde, die im Ring auf Zehenspitzen laufen müssen, weil die Leinen bis zum Anschlag nach oben gezerrt werden, damit der Kopf auch ja möglichst hoch getragen wird… selbst wenn man das alles mal beiseitelässt, bleibt am Ende trotzdem dieser eine Gewinner.

    Der ist nicht einfach irgendwo durchgerutscht, sondern von mehreren Richtern bewertet worden… als schön, als rassetypisch und am Ende sogar als Best in Show.

    Und zwar nicht nur, obwohl der Hund selbst eine Qualzucht ist, sondern auch obwohl der Besitzer wegen Tierquälerei verurteilt wurde.

    Unter dem Stempel des FCI.

    Und genau dieser Stempel steht nun mal auf so gut wie jeder Webseite von Züchtern, die diesem System unterstellt sind. Dieser Stempel soll ein Qualitätssiegel sein, etwas, worauf man sich als normaler Hundekäufer verlassen kann. Jetzt kann man natürlich verlangen, dass sich jede kleine Beate und jeder Klaus-Gerald vor dem Hundekauf einmal komplett durch die Strukturen der Rassehundezucht arbeitet, versteht, wie FCI, nationale Vereine und Zuchtordnungen zusammenhängen und dann noch differenziert einordnet, dass der FCI-Stempel zwar wichtig ist und man darauf achten soll… aber gleichzeitig bitte auch nicht zu viel Vertrauen hineinlegen darf, weil solche Dinge offenbar trotzdem passieren können.

    Für jemanden, der einfach nur einen Hund sucht, ist diese Erwartungshaltung ehrlich gesagt ziemlich absurd.

    Und mir persönlich fällt es unter solchen Umständen inzwischen immer schwerer, jemandem wirklich glaubwürdig zu erklären, warum er seinen Hund unbedingt von einem Züchter holen soll, der in einem Verein organisiert ist, der dem VDH und damit letztlich auch dem FCI unterstellt ist.