Okay, dann bleiben wir tatsächlich mal bei dieser einen hochaktuellen Sau.
Es ist nun mal so, dass Crufts ein riesiges Event ist und die ganze Welt hinschaut. Selbst wenn man die vielen anderen Dinge ausblendet, die man dort sehen konnte… Qualzuchten, maßlos verfettete Hunde, Hunde, die im Ring auf Zehenspitzen laufen müssen, weil die Leinen bis zum Anschlag nach oben gezerrt werden, damit der Kopf auch ja möglichst hoch getragen wird… selbst wenn man das alles mal beiseitelässt, bleibt am Ende trotzdem dieser eine Gewinner.
Der ist nicht einfach irgendwo durchgerutscht, sondern von mehreren Richtern bewertet worden… als schön, als rassetypisch und am Ende sogar als Best in Show.
Und zwar nicht nur, obwohl der Hund selbst eine Qualzucht ist, sondern auch obwohl der Besitzer wegen Tierquälerei verurteilt wurde.
Unter dem Stempel des FCI.
Und genau dieser Stempel steht nun mal auf so gut wie jeder Webseite von Züchtern, die diesem System unterstellt sind. Dieser Stempel soll ein Qualitätssiegel sein, etwas, worauf man sich als normaler Hundekäufer verlassen kann. Jetzt kann man natürlich verlangen, dass sich jede kleine Beate und jeder Klaus-Gerald vor dem Hundekauf einmal komplett durch die Strukturen der Rassehundezucht arbeitet, versteht, wie FCI, nationale Vereine und Zuchtordnungen zusammenhängen und dann noch differenziert einordnet, dass der FCI-Stempel zwar wichtig ist und man darauf achten soll… aber gleichzeitig bitte auch nicht zu viel Vertrauen hineinlegen darf, weil solche Dinge offenbar trotzdem passieren können.
Für jemanden, der einfach nur einen Hund sucht, ist diese Erwartungshaltung ehrlich gesagt ziemlich absurd.
Und mir persönlich fällt es unter solchen Umständen inzwischen immer schwerer, jemandem wirklich glaubwürdig zu erklären, warum er seinen Hund unbedingt von einem Züchter holen soll, der in einem Verein organisiert ist, der dem VDH und damit letztlich auch dem FCI unterstellt ist.