Beiträge von Fuchshexchen

    Ich stelle mir das ja irgendwie sehr schmerzhaft vor wenn man die zupft Ist das so?

    Wenn man es richtig und vor allem regelmäßig macht, überhaupt nicht. Im Gegenteil, viele Hunde lehnen sich da richtig rein und stöhnen genießerisch.

    Die Geschwindigkeit spielt dabei keine Rolle, sondern die Technik und dass man vor allen Dingen wirklich, wirklich, wirklich nur die Haare erwischt, die aus dem gehörgang kommen.

    oder fällt Neufi unter "Langstockhaar"?

    Hätte ich jetzt behauptet.

    Um feste klumpen zu lösen, muss man die einweichen. Und da reicht einfach Wasser... Lauwarm, weil es das für den Hund angenehmer macht.

    Verfärbungen sind dauerhaft. Es gibt Produkte, die versprechen eine Aufhellung... Allerdings wäre ich immer super vorsichtig, ob ich etwas, was Farbe aus einem Haar zieht, so nah am Auge haben möchte.

    Alles, was nicht kurzhaarig, stockhaarig (egal ob kurz oder lang) oder nackt ist, hat Haare in den Ohren. Manche ganz minimal (Mozart zum Beispiel hat gaaaaanz wenig, Rauhaardackel meist auch, ebenso Riesenschnauzer und Co) bis hin zu mittelmäßig viel Haar (Pudel, Havaneser und Co) bis zu vollkommen zugewuchert (oft bei Zwergschnauzern). Wichtig.... Hunde sind individuell... Es gibt also auch Zwergschnauzer mit ganz wenig Haar im Ohr und Dackel mit Ohrgebüsch.

    Sehr wenig Haar muss man nicht zupfen, da ist das Ohr trotzdem gut genug belüftet.

    Bei mittelmäßig viel Haar muss man abwägen... Denn es kann auch passieren das durch das zupfen erst eine Infektion entsteht. In der Regel entscheide ich mich, solange der Hund keine Probleme hat und es nicht übermäßig viel Haar ist, gegen das zupfen.

    Sehr viel Haar muss immer gezupft werden, denn ein nicht belüftetes Ohr neigt sehr zu Entzündungen.

    Schneiden soll man diese Haare übrigens nie. Zum einen bilden die verbliebenen Haare ganz oft ein richtiges Nest tief im Gehörgang, was man in der Regel erst wahrnimmt, wenn es Probleme gibt. Noch dazu fallen Haarschnipsel zurück ins Ohr und bereiten gemeinsam mit dem Ohrschmalz eine piksige, eklige Masse vor dem Trommelfell.

    ABER Ausnahmen bestätigen die Regel... Ich kenne auch Hunde, die vertragen zupfen überhaupt nicht, da muss geschnitten werden, weil einfach lassen auch keine Option ist.

    Ich bereite dazu ein Video vor, das kann ich bei Bedarf gern hier einstellen.

    ich kenne so einige Schnappschildcollies ... Gerade weil so viele Colliehalter den Collie in den 7. Götterhimmel heben. Da ist der Collie schon kein Hund mehr, sondern mindestens ein Halbgott.

    Ich finde es in den meisten Fällen überhaupt nicht nachvollziehbar. Und auch nicht, das es viele Parallelen gibt.

    Hunde sind keine Wölfe und Menschen keine Affen.

    Ich finde es total spannend, das es "ursprüngliches" Verhalten gibt, das sich noch auf die Vorfahren zurückverfolgen lässt (danke für die interessanten Links!). Ich glaub das gibt es wohl bei jeder Tierart (Pferde sind ja auch immer noch Fluchttiere, ZuchtVögel oder Nager zeigen auch immer noch "wildes" Verhalten, etc).

    Aber das ist ja auch eher selten mit solchen Aussagen gemeint. Und gefühlt gehen die von mir genannten und wiiiiiirklich oft gehörten Vergleiche einfach zulasten der Hunde. Alles folgende hab ich in diversen Ausführungen schon gehört und gelesen.

    Hunde, die filzen oder in abgestorbenen Fell... "Der Wolf wird auch nicht gebadet/gebürstet!"

    Welpen werden in der Erziehung grob behandelt... "Die Wölfin ist auch nicht zimperlich mit ihren Welpen!"

    Hund hat zu lange Krallen... "Dem Wolf schneidet auch keiner die Krallen!"

    Zwei Hunde beißen sich... "guck dir halt Mal an, wie das in einem Wolfsrudel abläuft!"

    Hund hat Zahnstein... "Dem Wolf putzt auch niemand die Zähne!"

    Hund hat Arthrose... "Wölfe werden auch nicht mit Medikamenten gehätschelt."

    Von der Ernährung brauchen wir gar nicht erst anfangen.... Hunde sind einfach schon seit Jahrhunderten keine Wölfe mehr, sondern Kulturfolger und haben Ewigkeiten die Reste der Menschen gefressen. Und das war einfach sehr sehr selten das beste Muskelfleisch vom Rind.

    Ich fände es einfach schön, wenn Hunde einfach wie Hunde behandelt werden. Nicht wie Menschen, nicht wie Wölfe.

    Wir reden davon dass es ein himmelweiter Unterschied zwischen einem Wolfsrudel und einer Gruppe Hunde gibt und man das sozialverhalten dieser beiden einfach nicht vergleichen kann.

    Aus beiden und mehr Gründen. Alleine der Faktor wildes Wolfsrudel vs Wolfsrudel in Gefangenschaft macht da schon einiges aus. Auch interessant wäre sicherlich, wie viele Generationen in Menschenhand es braucht, damit sich das wolftypische Verhalten zu hundetypischen Verhalten ändert.


    Wobei ich gerade auch nicht weiß, wie groß ein Wolfsrudel in der Regel maximal ist.

    Sehr interessant!

    Tatsächlich ist mir noch nie ein ernsthafter Affe-Mensch Vergleich untergekommen. Weder bei Eltern noch sonstwo hat jemand schon Mal argumentiert "Affen Duschen aber auch nicht" oder "Affen essen xy, also esse ich auch xy" oder "Affen schneiden sich auch nicht die Nägel"

    Also ich habe ne zeitlang beim MPI gejobbt und kann Dir sagen, in der Verhaltensforschung sind Mensch-Affe-Vergleiche absoluter Standard.

    gibt's da irgendwas verständliches zum Nachlesen?

    das ist richtig. Das eine geht nun mal nicht ohne das andere.

    Aber im Grunde bleibt es doch trotzdem dabei... Kaum einen Hund hat jemals ernsthafte lebensbedrohliche Konsequenzen für scheissverhalten bekommen. Klar, dass Menschen, die ihre Hunde dafür schlagen... Aber am Ende des Tages ist ein sicherer Schlaf und ein voller Napf doch allen gewiss. Und das ist eben der Luxus, den ein Hund im Vergleich zum Wolf einfach hat. Ein Wolf kann sich scheiss Verhalten einfach nicht leisten.