Der Hund mit dem gebrochenen Bein ist jetzt also Realität… frisch operiert mit Platte, Schrauben und vor allem strikter Schonung, was bedeutet viel tragen, 90% des Tages Kennel... genau das Szenario, bei dem hier immer mal wieder angedeutet wird, dass es "sieeeehsteee!!!" mit vielen Hunden dann eben „irgendwann nicht mehr geht ☝🏼☝🏼☝🏼“.
Ja, natürlich ist das herausfordernd, psychisch wie organisatorisch und an manchen Tagen auch einfach anstrengend, und das habe ich nie bestritten. Hier leben mehrere Senioren mit ihren ganz normalen Altersbaustellen… schwere und leichtere Spondylosen, Arthrose, Demenz, all das, was bei alten Hunden eben dazugehört, inklusive nötigen Physiübungen und co, und jetzt zusätzlich dieser eine Hund, der im Moment besonders viel Management braucht.
Es gab exakt zwei Tage, an denen hier wirklich für alle nichts passiert ist. Am ersten, weil der Bruch nur geschient, aber noch nicht operiert war, und ich absolut nichts riskieren wollte UND ich psychisch wirklich wirklich down war. Am zweiten, gestern, wegen massivem Glatteis, miserabler Straßenverhältnisse und ganzer Gassen, die spiegelglatt waren, sodass es für alle nur kurz um die Ecke zum Lösen ging und sonst nichts. (Weil ja nicht nur die Hunde, sondern auch ich am rutschen waren, habe ich die Gruppe aufgeteilt und muss sagen, dass ich es echt langweilig finde mit nur vier oder fünf Hunden zu laufen 😅)
Ansonsten läuft es. Nicht schön, nicht einfach und ganz sicher nicht so wie sonst… aber halt genau so, wie ich es mir für einen solchen Notfall immer vorgestellt habe. Gassi angepasst, Abläufe entschleunigt, Management hochgefahren. Der Wagen fällt im Moment wetterbedingt weg, was es nicht einfacher macht, aber auch das ist einkalkuliert.
Auch direkt nach dem Unfall hat alles so funktioniert, wie ich es für solche Notfälle geplant hatte.
Was mich tatsächlich besonders beschäftigt hat, war eine Warnung meines Tierarztes: dass Hunde, die in einem engen Familienverband leben, einen verletzten Hund ausgrenzen, mobben oder im schlimmsten Fall sogar angreifen können. Ich habe dazu recherchiert, und leider ist das gar kein seltenes Phänomen, auch hier im Forum gab es wohl schon entsprechende Geschichten.
Bei uns passiert das Gegenteil. Es wird Rücksicht genommen, Abstand gehalten, einige liegen ganz bewusst nah beim Kennel, und draußen wird aufgepasst, dass niemand ihn anrempelt oder hektisch wird. Diese stille, selbstverständliche Fürsorge zu sehen, macht mich ehrlich gesagt sehr glücklich.
Uns liegen noch ein paar laaaange Wochen vor uns.... Aber ich muss einige hier dann doch enttäuschen: es geht. Weil es vorbereitet ist und weil Pläne da waren und sind.