Wenn es um Gesundheit und Schmerzen geht, etwas wirklich auch sehr regelmäßig nötig ist und doch immer wieder lange (!) geschludert wird - geht für mich garnicht und bedeutet, dass der Hund wohl nicht soooo wichtig ist, wie er es sein sollte.
Natürlich sind, wie hier schon erwähnt wurde, psychische Erkrankungen des Menschen für mich ein Sonderfall, aber ansonsten würde ich auch sagen, es darf nicht so weit gehen, dass der Hund reell leidet. Das sind im Zweifel dann auch die Fälle, die, wenn sie in der Tierarztpraxis landen, definitiv deutlich (nicht böse,aber eben deutlich) kommuniziert werden.
Das wäre auch immer dass, was ich in so einem Fall machen würde. Erstmal sprechen. Fragen, warum das so ausschaut, erklären, dass wenn das Fell verfilzt, der Hund darunter wirklich leidet, und dass es toll ist, dass man den Hund bringt, um es zu ändern, dass es aber wirklich dringend früher passieren sollte, bevor es so schlimm ist.
Einen Hund mit sichtlichem Beschwerden zu haben, dass dem Veterinäramt zu melden und die kümmern sich dann und dem Hund wird es danach besser gehen.
Auf den Boden der Tatsachen hat mich dann geholt, dass ich einen Fall von Madenbefall melden wollte und die Antwort am Telefon war "Und was sollen wir da jetzt machen? Die waren ja beim Hundefriseur" und ich rede hier von faustgroßen Löchern im Hund, und so vielen Maden, das man die schon gehört hat.
Da ist auch leider die "schärfe" der VetÄmter, in der sie vorgehen, sehr unterschiedlich. Bei einigen hat man den Eindruck, dass vieles, vieles toleriert wird, bei anderen wird schon bei deutlich weniger definitiv etwas unternommen. (und in so einem Fall, wenn das Amt fragt, was passieren soll - ein offizieller Hinweis seitens des Amtes, dass DAS kein akzeptabler Zustand ist, selbst wenn er jetzt begonnen wird zu beheben, ist ggf. schon wirkungsvoll für den Besitzer, ...)
Ach so, was mir dazu noch einfiel: Ich würde nicht in einen Salon gehen wollen, wo ich Gefahr liefe, dass später Detailfotos meines Hundes auf Social Media auftauchen würden, sofern dieser nicht tierschutzrelevant vernachlässigt wäre. Denn ich hätte nicht die Nerven, mich da rechtfertigen zu müssen, warum die Krallen gerade etwas zu lang waren oder die Zähne schlecht ausschauen - denn womöglich musste ich gerade einen Schicksalsschlag überstehen, womöglich ist der nächste Tierarzttermin für Zahnsanierung bereits gemacht, womöglich fließen gerade Ressourcen in mein krankes Kind... Und nicht jeder möchte einer fremden Person Details seines persönlichen Lebens anvertrauen.
Auch hier wäre ich tatsächlich als erstes bei "Kommunikation" - den Besitzer darauf hinweisen, dass das nicht ok ist, wo die Probleme liegen, dass man gerne hilft, aber dass der Zustand des Hundes im Zweifel tierschutzrelevant wird / bereits tierschutzrelevant ist.
Es mag viele Gründe geben, warum sie ihren Hunden das antun. Von Überforderung über Ahnungslosigkeit, Geldmangel oder schlichtweg Geiz bis hin zu Gleichgültigkeit und Grausamkeit - kaum etwas davon ist strafrechtlich relevant, so dass man es anzeigen könnte (verfilztes Fell, zu lange Krallen, keine Zahnkontrolle oder TA-Besuche zum Abchecken).
Naja, wenn daraus wirklich Leid entsteht (bei Fällen, wo durch das verfilzte Fell bereits die Maden zu hören sind, dürfte das durchaus der Fall sein), dann ist das durchaus auch strafrechtlich relevant.
Zitat
Als Besitzer seinen Hund nicht füttern oder nicht ausreichend pflegen Straftat laut § 17 TierSchG in Verbindung mit § 13 StGB; Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren; Tier wird entzogen; Verbot erneut Tiere zu halten