Wesenfest bedeutet für mich, dass der Hund außerhalb einer Reizlage berechenbar und ausgeglichen ist, wenig bis keine Ängste hat und nicht zu Übersprungsverhalten neigt, selbstbewusst ist und nicht übermäßig empfindlich. Es bedeutet nicht, dass ein Hund freundlich oder konfliktfrei ist!
Reizlage bedeutet wann der Hund auf Reize anspringt.
Nervenkostüm zeigt sich in der Reizlage, bei Konflikten und bei Belastungen. Hier gibt es wunderbare Beispiele für Rassen die man ja gar nicht mehr in eine Reizlage oder in Konflikte bringen kann, weil die Nerven das nicht mitmachen und die Hunde gelerntes nicht mehr auf die Kette bekommen, ohne Ende Übersprungshandlungen zeigen. Bei manchen zeigen sich die fehlenden Nerven erst bei Belastungen.
Der Albtraum ist wohl ein Hund der nicht wesensfest ist, also wankelmütig und unbeständig, dazu eine niedrige Reizschwelle hat und dann auch noch kein Nervenkostüm in der Reizlage.
Ein Wesensfester Hund kann schlechte Nerven haben.
Ich finde beispielsweise Hündinnen die arge Zyklusschwankungen haben nicht wesensfest. Wesensfest bedeutet Kontinuität, Beständigkeit und kein „heute so, morgen ganz anders“. Und vor allem Berechenbarkeit. Und nicht „heute finde ich den Nachbarn ok, morgen hab ich ein Konflikt mit ihm“.