Ja mit dem Satz "musst du einfach abbrechen" tu ich mich tatsächlich etwas schwer. Gebranntes Kind.
Als unsere Knallerbse hier einzog hieß es auch du musst gewissen Dinge abbrechen. Auch im Einzeltraining. Und ja das stimmt. Aber auf meine Frage "und wie?" kam dann das Aufbauen im Spiel. Du fängst im Spiel an und wenn das klappt überträgst das. Übrigens - du darfst NIE NIE NIE mit deinem Junghund schimpfen. Jau kann ja nicht so schwer sein.
Tatsächlich - nach 3x Training zu Hause würde jedes Spieli auf "Aus" losgelassen. Prima - toll - dumm nur das es bei einigen Modellen nicht übertragbar auf andere Situationen ist. 
Ich baue zum Beispiel beides auf. Ein Ablassen von Beute sowie ein Abbruchsignal.
Ablassen von Beute hat ja nichts damit zu tun, ein Verhalten zu unterlassen und ein Meideverhalten zu zeigen.
Abbruchsignal direkt aversiv.
Dann kann man das anschauen und abwenden von Reizen trainieren.
Leinenführigkeit ist Impulskontrolle.
Alleinebleiben ist total wichtig.
Das sind so die ersten Basics, die ich mit meinen Welpen angehe, rasseunabhängig. Je nach Rassetyp fällt das eine leichter oder schwerer.
Grade das Kontrollverhalten ist echt ein Punkt. Vor allem, wenn die Besitzer 24/7 daheim sind und der Hund jederzeit Zugriff hat. Durch eine Berufstätigkeit oder viel warten im Auto, entzerrt sich das ja zumindest.
Ich bin auch fast immer daheim, greife deshalb auf Zwinger zurück unterwegs sind sie im Auto, das tut grade den Kontrollettis sehr gut, da ihre Auszeiten zu haben. Hier ist der Garten mehrfach geteilt. Die Junghunde sind im Innenhof, ohne Kontakt zur Straße. Darum ist mein Nutzgarten und meine Nutztiere verteilt, der Junghund sieht mich noch, kann mir aber nicht hinterherlaufen. Und manchmal sieht er mich auch nicht direkt. Aber ich bekommt gut mit, wenn der Junghund Unsinn macht und kann dann eingreifen.Zwinger steht immer offen und sie lernen dort ihre Hütte direkt als Schlafmöglichkeit kennen. Hier ist wichtig, was der Züchter gemacht hat, ich nutze erstmal immer die Unterlage, die der Hund kennt und baue dann mit der Zeit auf das um, was ich nutzen möchte.
Nun ist es aber auch was anderes, ob ein Hund irgendwo neu ist oder noch gar kein gefestigtes Verhalten hat (Welpe) oder, ob das Verhalten sich jetzt schon Jahre etabliert und gefestigt hat im gewohnten Alltag.
Hunde die ein Päckchen mitbringen, da muss man auch immer schauen und das wird nie so, wie bei einem Hund der es korrekt gelernt hat.
Außerdem empfinde ich Wohnungsaufzuchten mit Gassi-zeiten als häufig ungünstig. Aber das ist meine persönliche Meinung. Meine Welpen und Junghunde kommen so viel wie möglich raus und beschäftigen sich da dann alleine, bekommen Außenreize mit und lernen alleine zur Ruhe zu kommen. Je nach Hundetyp, muss man da schon viel anleiten, damit das Wachtechnisch nicht in die Hose geht. So ein Labrador ist da schon was anderes als ein Hüte- oder Gebrauchshund
Das Rausgehen bekommt bei uns daher gar nicht so eine hohe Wertigkeit, als wenn es überwiegend feste Zeiten gibt, auf die der Hund sich einstellt und wo er Erwartungshaltungen aufbaut, zu denen er genetisch stark neigt (tut ja auch gar nicht jeder!).
Aber den Hang zum vokalisieren und Nervenflattern empfinde ich wirklich als sehr anstrengend. Gibt auch temperamentvolle und aktive Hunde, die das nicht permanent kundtun müssen und dabei viel händelbarer sind. Da lasse ich eher laufen als bei einem, der einem dabei die Ohren vollkreischt und nicht mehr weiß wohin mit sich.