Beiträge von WorkingDogs

    Wenn es wirklich nur ums legen geht, dann würde ich in Betracht ziehen, sich wirklich mit Züchtern auszutauschen. So kann man zum Beispiel auch an gute Hybride kommen.

    Ich persönlich gebe an Hobbyhalter zum Beispiel nur fehlerhafte Tiere ab. Aber das tut ja der Legeleistung keinen Abbruch, ob die Henne nun weißes oder dunkles Untergefieder aufweist. Dafür sind die Tiere bei mir mittlerweile günstiger, aber robuster als vom Großvermehrer, weil die ja bei der Zucht so oder so anfallen und es nicht mein Geschäftsmodell darstellt.

    Das ist wirklich ein Geschäftsmodell, da wird auch nicht gezüchtet und selektiert, sondern auf Maximum vermehrt. Was jetzt nicht heißt, dass das gleich ne schlechte Aufzucht bedeutet! Aber kann halt auch sein, dass man Hennen bekommt, die einmal im Leben 20 Eier legen und dann nie wieder.

    Naja, schlägt halt in die typische Kerbe, die aktuell im trend liegt. Möglichst viele Rassen anbieten, wie viel das noch mit den richtigen Rassen überhaupt zutun hat ist fraglich.

    Für die Hobbyzüchter wäre es besser, man würde sich einen Stamm einer vernünftig gezogenen Rasse beim Vereinszüchter holen. Ist dann halt nicht so bunt, aber auf jeden Fall nachhaltiger als Groß-Vermehrer zu unterstützen.

    Und Nachzuchtkontrolle gibt's ja auch bei allen Begleithunden nicht. Die meisten Nachzuchten entschwinden einfach. Und zwar nicht nur in Hinblick auf Gesundheitsergebnisse, sondern auch auf Charakter. Dann muss man sich nur verlassen auf die Aussage der Züchter. Da kommt oft sowas wie "jaja, die sind alle ganz lieb geraten und lieben Kindern". Oder sowas indifferentes eben. Selbst die Züchter haben oft keinen direkten Kontakt zu den Besitzern mehr und können da nichts genaues sagen. Sowas sie eine Nachzuchtgruppe gibt es ziemlich selten. Und selbst wenn, dann ist das ja wieder show.

    Das ist der Punkt, an dem alles scheitert.

    Ich finde es total toll, wie du das mit deinen Hunden machst und ich hoffe, du nimmst mir die folgende Aussage nicht übel.

    Beim Begleithundekäufer habe ich manchmal das Gefühl, dass ist so ein wenig wie die Leute, die zum Geflügelwagen gehen und sich halt irgendeine bunte Truppe kaufen. Wollen hinterher bloß ein paar Eier für daheim, aber bloß keine Arbeit damit. Und dann wird sich beschwert, dass Hühner laut sind und Arbeit machen.

    Es ist einfach nicht das Kliente für Rassehunde, mit allem was dahinterhängt. Mitgliedschaft im Verein, Nachzuchtkontrolle, den Hund vorstellen (sei es nun sportlich oder ausstellerisch).

    Bei viele Gebrauchsrassen gehört es viel mehr zum guten Ton, dass der Hund zuchtfertig und gezeigt wird, obwohl jedem klar ist, dass der Hund sich höchstwahrscheinlich nie fortpflanzen wird. Und auch bei sowas wie Einhodern oder anderen Zuchtausschließenden Mängeln werden die Ergebnisse auch offiziell ausgewertet. Natürlich macht es nicht jeder, aber der Prozentsatz ist wesentlich höher als im Bereich der Begleithunde. Genauso was die Mitgliedschaft im Rassezuchtverband angeht, Kontakt zu Züchter zu halten und sowas.

    Die Problemtik gibt es in der Form auch in anderen Bereichen der Hobbytierzucht.

    Ich denke, dass ein Hund erstmal ein bisschen ängstlich reagiert, ok.

    Aber eine deutliche Flucht-Reaktion, das ist etwas, was man wirklich nicht haben möchte. Und da würde ich unterscheiden, ob ein Hund sich zurückzieht, ausweicht, skeptisch ist - oder ob er wirklich flüchtet, wegrennt.
    Eine gewisse Skepsis finde ich als Charakterzug völlig ok. Aber hohe Schreckhaftigkeit und wegrennen, auch beim noch jungen Hund - da würde ich auch sagen: nix für die Zucht.

    Das gleiche gilt für mich, wenn ein Hund sich nicht schnell wieder erholt, nachdem er vor etwas Angst hatte.

    Es muss nicht jeder ein Hau Drauf sein. Aber gerade Begleithunde sollten einfach in der Lage sein, sich auch in ungewöhnliche Situationen "mitnehmen" zu lassen, ohne ewiges Training.

    Bei Begleithunden sollte man da eben keinen Kompromiss machen. Das ist der Job eines Begleithundes, neutral zu reagieren.

    Bei einem Arbeitshund der am Vieh, bei der Jagd, im Dienst oder sonstwo genial ist könnte ich sowas inkauf nehmen. Das man für gewisse Alltagssituationen mehr Training inkauf nehmen muss. Vor allem wenn wir von absoluten Spezialisten sprechen.

    Aber bei Begleithunden? Wenn man an dem Punkt ist, dass man solche Hunde in der Zucht braucht dann sollte man die gesamte Zuchtstrategie mal kräftig überdenken und seine Prioritäten bei der Auswahl von Zuchthunden neu ordnen..

    Jein.

    Ja, die Anforderungen sind gut.

    Nein, wenn die Deckrüden dann trotzdem so aussehen, fällt das für mich nicht mehr unter „gute Anatomie“:

    https://www.heddington.de/tequila

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    Da hast du recht, ich beschäftige mich nur mit der Arbeitslinie :ops:

    Die Frage dabei ist ja aber auch, was ist fett und was ist Anatomie.

    Ja, mein Geschmack ist es auch nicht, aber selbst die Standardlinie finde ich harmonischer, als es bei manch anderen Rassen der Fall ist. Zwar viel zu fett, aber das lässt sich ja beeinflussen.

    Ich habe seit ein paar Tagen aufgepickte Eier im Legenest.

    Heute Morgen habe ich eine Wildkamera aufgestellt und es ist, wie erwartet, eine Elster .

    Hat jemand eine Idee, wie ich die davon abbringen kann, durch die Hühnerklappe in den Stall zu gehen, in die obere Etage zu fliegen und dort aus den strohgepolsterten Nestern die Eier zu zerstören und den Inhalt zu fressen?

    Die Hühner legen sehr ungern in Abrollnester, deshalb bin ich davon wieder abgekommen.

    Puuuuuuuh, keine Ahnung. Ich denke Vergrämungsmaßnahmen werden deine Hennen mehr verunsichern als die Elster.

    Jagdzeit abwarten und dann bejagen wäre wohl mein Weg.

    Ich finde von der Retrieverzucht könnten sich einige Vereine eine große Scheibe abschneiden.

    Da kommen beim Wesen wirklich tolle, alltagstaugliche und arbeitsfähige Hunde bei rum.

    Für mich ist aber auch ein ganz großer Punkt, wie die Hunde eingesetzt werden. Der Apportier-Spezialist nach dem Schuss bringt genetisch einfach schon so viel Impulsskontrolle, Trainierbarkeit und Nerven bei einem hohen Temperament mit, einfach genial!

    Dazu die hohen Anforderungen ans Wesen sind einfach eine tolle Mischung.

    Außerdem erlebe ich die Retrieverzüchter als sehr modern im Hinblick auf Anatomie und Gesundheit.

    Ne sry... ich bin bei Begleithund hängengeblieben :dizzy_face:

    Irgendwie werden hier generell jetzt zwei Themen vermischt. Begleithund und Zucht.

    Vl passt auch der Titel des Themas nicht ganz. Darum wirds wsl bei unserer BH auch nicht Wesenstest sonder Verkehrsteil genannt.

    Hier geht es doch um die Zucht von Begleithunden und wie man dort sicherstellen kann, dass diese Wesensfest sind und eben keine unsicherheiten oder gar ängste aufweisen.

    In der BH heißt das Verkehrsteil, das ist korrekt. Je nach RZV gibt es dann noch gesondere Wesenstest, Anlagenprüfungen, Wesensbeurteilungen und Körungen.

    Sichere Hunde bekommt man nicht dadurch, dass man bei Ängsten ein Auge zudrückt. Auch nicht bei "nur ein bisschen ängstlich".

    In wie fern sich die Population die Selektion darauf leisten kann, entscheidet die Zuchtbasis. Manche Rassen sind sicherlich sehr verfahren was das angeht und haben gar nicht die Welpenzahlen und hintenraus auch Anwärter um da überhaupt vernünftig schauen zu können.

    Lese hier eigentlich eher interessiert mit, aber das find ich jetzt doch spannend: haben Rüden den größeren Anteil in der Vererbung oder meinst du jetzt, weil Rüden einfach häufiger bei unterschiedlichen Hündinnen eingesetzt werden? Meine genetischen Kenntnisse sind arg beschränkt, ich hab im Grunde kaum Ahnung, ich habe aber irgendwo mal gelesen/gehört, man soll besonders auf die Mutterhündin achten, weil sich die Welpen tendenziell in diese Richtung entwickeln. Aber wie gesagt, keine Ahnung! Find ich grad nur spannend, wer mehr "Einfluss" auf das Wesen des Welpen hat, Rüde oder Hündin oder hält es sich die Waage?

    Die Mutterhündin hat mehr Einfluss auf die Welpen ihres Wurfes, auch was das erlenen von Verhalten angeht, der Rüde kann aber unter Umständen einen höheren Einfluss auf die Gesamtpopulation haben. Kann, muss nicht. Gibt ja auch Vereine mit Deckbegrenzung oder Rüden die eh nur sehr wenig decken. Gilt natürlich vor allem für genetische Komponenten.

    Mal ein ganz simples Beispiel aus der Hühnerzucht. Ein Zuchtstamm besteht aus einem Hahn und mehreren Hennen. Hier gilt es besonders auf den Hahn zu achten, der gibt sich nämlich an jedes Küken weiter. Bei den Hennen hingegen kann man eher Kompromisse machen, weil sie sich nur an ihre Küken weitergibt.

    Auch beim Thema Inzuchten schaut man viel mehr auf Rüden als auf Hündinnen und deshalb sind Popular Sires auch so ein großes Thema.