Aber als reine Trainingsmethode nur blocken, das muß mega anstrengend sein, und sicher nicht wirklich zielführend, da ich dabei dem Hund ja nicht zeige, was ich gut finde. Ich maule ihn ständig an, blocke ihn, schränke ihn ein und sorge damit für Frust, und der Frust wird dadurch gesteigert, daß er nicht weiß, was ich eigentlich von ihm möchte - dann hat der Hund doch nur Streß, und kann nimmer lernen. Weil er gar nicht versteht, wenn ich ihm nicht erkläre, was ich möchte, und weil er unter Streß gesetzt ist. Und er geht dann am nächsten Tag wieder scheiße, weil ers net verstanden hat. Daher würde ein reines Arbeiten über Blocken wenig Sinn machen, finde ich.
Arbeiten über Korrektur ist immer dann anstrengend, wenn die Korrektur nicht nachhaltig ist. Weil man sich dann Dumm und Dämlich korrigiert und das ganze wieder verpufft sobald die Umweltbedingungen anspruchsvoller werden. Für Frust sorgt man dann ebenfalls und der Hund stumpft gerne auch ab.
Ob man einen Hund hat, bei dem erklären gut funktioniert ist individuell. Manche Charaktere sind Soldaten, denen reicht es voll und ganz etwas nachhaltig nicht zu dürfen und fertig. Ich empfinde die wenigsten Hunde als die großen Dichter und Denker als die man sie darstellt.
Frust ist hundtypabhängig, gibt Rassen da will man genau diesen Frust haben. Stressempfinden hat viel mit Resilenz zu tun. Gibt auch genug Hunde die haben mit belohnenden Ansätzen Stress und bauen Frust auf. Wieder Hundetypabhängig, Arbeitsrassen sollten sich einfach mehr für "ihre" Außenreize interessieren als für Lob und Futter und auch Reaktivität ist je nach Rasse absolut erwünscht, hier muss man eben lenken und leiten, auch mittels passenden Strafreizen.
Und bei sehr sensiblen Hunden kann ich mir dann gut vorstellen, daß die irgendwann gar nimmer wissen, was sie tun sollen, weil komplett eingeschüchtert.
Meine Erfahrung ist, dass Blocken genau das richtige sein kann für sensible Hunde. Weniger aversiv gehts ja kaum.
Würde das mit dem Blocken also echt nur verwenden bei so hardcore-Sitationen,
Echt? Ich finde blocken bei etwas härteren und wesensfesten Hunden schon nahezu nutzlos weil einfach viel zu wenig aversiv und nachhaltig. Da bist doch dauernd am korrigieren wie in Dauerschleife und sobald die Außenreize auch nur etwas stärker werden verpufft der Effekt wieder. Absolut null nachhaltig, außer man hat super sensiblen, weichen Hunde mit wenig Triebverhalten. Hier war blocken 1A beim Show-Border Collie, nicht mal beim Aussie war das nachhaltig, genausowenig beim Labbi und von den DSH, Mali oder DJT braucht man wohl gar nicht erst anfangen.
Und ja, wenn man Korrekturen so schwach setzt, dass man sie dauernd wiederholen muss, dann ist es nicht nachhaltig und schlägt sich auch irgendwo auf die Beziehung nieder. Manche Hunde stumpfen ab, andere Hunde werden meidig und stressig, weil Konflikt. Nur weil ein Hund zum stressen oder meiden neigt, heißt das ja nicht, dass die Korrektur zu aversiv war, gibt einfach Typen bei denen ist es enorm wichtig dass man sachlich korrigiert und einen Stimmungswechsel gebacken bekommt und nicht dazu neigt "nachtragend" oder weich zu sein. Die müssen einfach erstmal lernen, dass eine Korrektur nicht das Ende der Welt ist und halb so wild. Hier gibts dann wiederrum genug Kandidaten die sehr schnell raus haben, dass ihr Besitzer weich wird wenn sie sich meidig zeigen und das gezielt als Strategie anwenden um ihr Triebziel weiter zu verfolgen und die Korrektur eben nicht komplett anzunehmen.
Und mal ganz davon ab, ich hab hier tatsächlich einen Hund, der bekommt Rückenschmerzen wenn er lange Zeit (20-30 Minuten) an der Leine gehen muss. Er ist 1A leinenführig aber nach so einer Runde an der Leine sieht man direkt, dass der ganze Rücken verspannt ist, er die Rute schmerzhaft trägt und er mag dann auch oft gar nicht mehr ins Auto springen. Nicht jeder Hund ist dafür gemacht, neben einem her zu schlappen. Selbst wenn der gesamte Gehorsam und das Training passt. Fußarbeit ist übrigens überhaupt kein Thema, weil dynamischer, dieses Problem haben wir nur wenn er langsam, ruhig und ausgeglichen an der Leine laufen muss und sich dabei meinem Tempo anpassen soll. Dabei bin ich nicht mal sonderlich langsam unterwegs.
Nicht für jeden Hund ist eine Leinenführigkeit etwas angenehmes. Selbst wenn sie mit Futter und Lob aufgebaut wird.