Beiträge von WorkingDogs

    Ich trainiere das erfolgreich in der Praxis. Man baut das mit Motivation und Strafe auf wenn es denn zuverlässig klappen soll, der Hund soll ja nicht nur leichter warten, sondern auch zuverlässig.

    Kannst du da deinen konkreten Aufbau beschreiben? Das würde mich total interessieren

    Der Hund kennt ein Nein aus dem Alltag, das können die früh weil ich wenig umlenke sondern Möbel ankauen und so verbiete. Und dann liegt am Ende der Fährte ein döschen Nassfutter, wir machen die Übung hinlegen zum anzeigen, will der Hund an die Dose gibt’s halt nen verbot, macht er es korrekt freue ich mich und öffne die Dose, Hund muss warten und darf dann auf Freigabe fressen.
    Das ist viel lernen im Prozess und gar nicht so „Aufbau“. Der Einstieg ist im Grunde: Verbot von vorgreifen und Fehlverhalten, Anzeigeverhalten an verpackter Dose üben und das dann festigen und trainieren und die Schwierigkeit erhöhen. Immer wenn der Hund vorgreifen will verbietet man das halt. Der Rest ist ganz normales Training über Motivation. Ich hab später dann zum Beispiel ein großes Stück Pansen am Ende der Fährte und das muss angezeigt werden und erst auf Freigabe darf gefressen werden. Es geht ja nicht darum den Hund zu zwingen anzuzeigen, das machen die doch easy gerne. Lediglich darum die unerwünschten „Ideen“ zu verbieten und dem Hund einen klaren Rahmen zu geben.


    Ich übe das halt nicht trocken, sondern direkt im Kontext. Würde ich das unterwegs wollen (was ich nicht tue) würde ich die Döschen mit zum gassi nehmen und in dem Kontext üben und halt nicht im Wohnzimmer und erst beim gassi wenn der Hund das im Wohnzimmer kann. Ich arbeite auch nie reizarm, ich finde das kontraproduktiv.

    Da hätte ich glaube ich Angst dass der Hund dann doch mal nen Giftköder anzeigt, nich warten kann und dann frisst weil er ja weiss das er es eh kriegt

    Ging mir erst auch so, aber ich verstehe die Argumentation dahinter. Wenn der Hund etwas sehr reizvolles findet, ist es für ihn leichter, auf die Belohnung zu warten, in der Erwartung, dass er auf das Gefundene hinterher nicht verzichten muss.
    Wenn mans über Vermeidung aufbaut, muss man ja auch die Sorge haben, dass es in dem Moment doch zu verlockend ist, um nicht eben schnell hinzulangen.

    Ich trainiere das erfolgreich in der Praxis. Man baut das mit Motivation und Strafe auf wenn es denn zuverlässig klappen soll, der Hund soll ja nicht nur leichter warten, sondern auch zuverlässig.

    Wie kann man denn bei einem strafbasierten Training sicher sein dass der Hund zb auf Distanz nicht doch macht was er nicht soll? Oder du schriebst weiter vorne das der Hund gewisse Sachen nicht machen soll, auch wenn er auser Sicht ist. Auch bei strafbasiertem Training kann es doch mal zu Situationen kommen in denen der Reiz vlt verlockender ist?

    Hier trainiert niemand strafbasiert, sondern mit allen Lernbereichen wozu auch Strafe zählt. Es wird nur nicht versucht den Einsatz von Strafe zu vermeiden, wenn dadurch eine Verbesserung der Zuverlässigkeit gegeben ist. Die höchste Zuverlässigkeit hast du immer mit der Kombination von Strafe und Motivation.

    zitronengelb Der Hund ist knapp 15 Monate.

    Das Ding ist, ich möchte keinen zurückhaltenden und weichen Hund haben. Ich habe gerne freche und fröhliche Hunde, die laut sind, die grobmotorisch sind, die nicht nachdenken sondern machen, die sich vor nichts fürchten, keine Unsicherheiten haben, gerne kooperieren, viel Drive haben. Für mich ist es kein Versagen dass der Junge Hunde in dem Moment übermütig war. Und für den Hund ist es kein Drama, dass ich ein Verbot ausgesprochen habe.


    Ich würde auch sagen sehr positiv verankertes Anzeigeverhlten. Es gibt auch den Ansatz, den Hund im Training nach dem Anzeigen das Angezeigte fressen zu lassen. So soll gesichert sein, dass der Hund das Abzeugen mit ausschließlich positivem verknüpft und es immer vor dem potentiellen fressen zeigt.


    Edit: hab ich aber nicht so strikt auftrainiert

    Bei vielen Hunden hilft aber nur ein Teil Strafe um Anzeigeverhalten so stark zu verankern. Und selbst wenn man straft darf man auch trotzdem belohnen. Meine Hunde zeigen Nassfutter auf der Fährte an bevor sie es fressen dürfen, das ist alles zu 90% nett aufgebaut und sie bekommen das Futter immer. Trotzdem kommt irgendwann der Punkt wo sie vorgreifen wollen. Es festigt sich erst dann verlässlich wenn sie gelernt haben dass sie auch erst nach Freigabe dürfen. Und wenn die Strafe darin besteht sie mit dem Finger etwas zu rügen, es ist und bleibt Strafe, ein Verbot.

    Absicherung und Minimierung von Risiken, aber kein Training. Und sollte auch nicht das Endprodukt oder Ziel sein.

    Sehe ich anders, ein Hund lernt immer. Auch im vermeintlichen Management. Manchmal das erhoffte, manchmal nicht. Man geht damit Konflikten ein Stück weit aus dem Weg, aber natürlich lernt der Hund dabei trotzdem etwas. Im Konflikt lernt er sogar am besten. Bei mir ist es zum Beispiel gerne futtertreiben bei Hundebegenungen. Aber der Hund ist doch nicht doof, der weiß doch trotzdem dass wir einem Hund begegnen und das Verhalten nimmt mein Hund deshalb auch gerne an um den Konflikt zu bewältigen, weil die Konfliktlösung des Hundes (einen riesigen Bogen laufen) nicht möglich ist. Aber natürlich lernt er nicht durch futtertreiben entspannt durch die Situation zu laufen (und den Konflikt zu lösen), das wäre ja ein völlig anderes Verhalten welches ich natürlich auch versuche zu oben so gut es eben möglich ist. Trotzdem lernt der Hund auch in meiner managementsituation etwas und festigt Verhalten in Konflikt.

    Ich habe das "schreien" angeführt weil das nunmal etwas ist was im Alltag oft passiert.

    Aber das ist ja überhaupt kein sinnvolles Strafen… das ist doch dann am Ende Äpfel mit Birnen.

    Man sieht auch ständig dass die Leute meinen sie würden ihren Hund damit belohnen dass sie ihn streicheln.


    Irgendwo kann man doch nur diskutieren wenn man dem gegenüber auch zugesteht dass er mit den Dingen umgehen kann über die gesprochen wird und wir nicht über streicheln und anschreien schreiben..