Beiträge von WorkingDogs

    Was sind für euch die wichtigsten Themen beim Thema Zucht?

    Gesundheit, Wesen, Leistung, Aufzucht.

    Gesundheit ist teilweise über den DRC abgedeckt, man kann natürlich noch bissl unangenehmes Fragen: Allergien, Unverträglichkeiten, weitere Untersuchung neben der Pflicht?

    Wesen: da schau ich mir die Tiere einfach selbst an, als fremde seht ihr ja schon gut wie die so drauf sind. Reden kann man da ja immer viel.

    Leistung wären halt Ausbildungskennzeichen und beim Retriever die jagdlichen Prüfungen. Oder eben Schauergebnisse. Fragen würde ich hier auf jeden Fall was so mitgebracht wird. Auch wenn ihr damit nichts vor habt ist es doch nice to know.

    Dann wie die Welpen aufwachsen und ob es vertragliche Besonderheiten gibt die man gerne vor ab schon mal wüsste, bevor es böse Überraschungen gibt. Ich lasse die Leute einfach vorher schon den Vertrag lesen und hab das auch schon anderswo so erlebt. Dann gibt’s da hinterher keine Diskussionen und Überraschungen. Auch den Preis darf man natürlich erfragen!

    Ich finde nicht das züchten nun so furchtbar viel Arbeit macht und Geld kostet wie es oft dargestellt wird.

    Und ich mache schon das volle Programm, lediglich unsere Decktaxen sind vergleichsweise günstig (dafür auch die Welpenpreise!).

    2 Welpenpreise sind die Fixkosten vorab (Decktaxe, Deckzeitbestimmung, Herpes, usw.) die für den ganzen Wurf anfallen. Bei 4 Welpen bin ich dann bei null (Futter, Impfen, Papiere, Wurmkur). Bei normalen Welpenpreise verdient man da meiner Meinung nach absolut ausreichend dran. Und wo die ganze Arbeit sein soll, keine Ahnung. Klar täglich Saubermachen, bisschen die Welt zeigen, aber überwiegend schlafen und spielen die, ich wüsste gar nicht wozu eine 24/7 Betreuung gut sein soll.

    Das ärgerlichste ist der Sportausfall der Hündin, da fällt zwangsläufig immer was weg, es kollidiert leider irgendwie immer mit den Meisterschaften. Dazu dann die Zeit um den Hund wieder aufzubauen.

    Hm.. mein Hund erwischt regelmäßig einen Finger/meine Hand die das Zergel/Spielzeug hält, aber es tut nicht wirklich weh. Ich spüre den Zahn und den Griff, aber er merkt es sofort und packt nicht weiter zu bzw. lässt sofort los. Selten habe ich mal ne leichte Hautdelle vom Zahn.

    Ich meine es liegt an seinem Unterbiss. Er ist irgendwie deutlich unkoordinierter mit seinem Maul als meine DSH.

    Das ist ja aber ne Beißhemmung. Dass es im Wilden Spiel vorkommen kann, ist ja normal. Grade bei Grobmotorikern. Aber er reagiert doch adäquat und sagt nicht „Och, mir egal“ und beißt Teile vom Finger ab.

    Kenne DSH die packen ihren Besitzern sonstwohin wenn es nicht schnell genug geht, weil die das nie gelernt haben sich dosieren zu müssen in der Reizlage.

    Manchmal passt auch das Spielzeug zum Zergeln nicht.

    Ein Hund kann trotzdem lernen acht auf die Finger seines Menschen zu geben.

    Aber ich kenne diese „Begründungen“ und ja, meisten passt der Mensch sich irgendwie an und der Hund muss es nicht lernen.

    Auch kann der Hund die Intensität anpassen wenn dann doch mal ein Finger erwischt wird.

    Wenn die Tiere das aber nie lernen mussten kommen solche Unfälle sehr schnell im Erwachsenen Alter vor, wenn die Beißkraft zugenommen hat und dem hund einfach egal ist ob da Finger dazwischen sind.

    Aber wie viele normale Hundehalter legen da in der Praxis wirklich Wert drauf?

    Naja, wer gibt denn auch seinen Kleinhund her damit so ein bolleriger Großhund daran „üben“ kann. Würde ich auch nicht machen! Wir haben das Glück ein paar Halter zu haben, aber die lernen das dann von uns auch rigoros. Grade bei den Junghunden ist diese bollerigkeit das Hauptproblem. Meine Erwachsenen lieben ihre Kleinhunde oder sind einfach generell ignorant. Die meisten Konflikte entstehen wegen Ressourcen oder weil sie dumm angemacht werden und das nicht einfach auf sich sitzen lassen mögen.

    Lucy_Lou ich denke es ist auch ein ganz großes Thema, dass viele Hunde nicht lernen sich bei einem Beutereiz zu kontrollieren und trotzdem mal aufzupassen. Deshalb passieren so viele Unfälle auch entweder mit Ressourcen oder im Beutereiz, weil da die Hemmungen einfach aussetzen oder nie gelernt wurden. Auch sehr triebige Hunde können lernen nicht in Hände zu hacken. Sogar ganz wunderbar können die das lernen.

    Mit meinem Schäferhunden sind nette Kleinhunde übrigens mit die einfachste Kombination. Havaneser, Sheltie, Terrier, Dackel, Spitze. Das harmoniert super.

    Unser Endgegner sind ebenfalls andere Gebrauchshunde, weil da einfach Charaktere aufeinandertreffen die wenig zum nachgeben neigen und sehr Ressourcenorientiert sind. Das erfordert daheim auch im Rudel wesentlich mehr Augenmerk als mit beispielsweise weicheren Jagdhunderassen oder Begleithunderassen die kein Thema damit haben zurückzustecken und wenig in Ressourcen denken.

    Man staunt aber manchmal wie viele Hundebesitzer sich im Beutespiel bereitwillig beißen lassen von ihren Hunden. Sei es auf Übersprung oder weil der Rüpel einfach nicht aufpasst im Trieb.

    Ja, ist ein Punkt den man erziehen kann. Erstaunlich viele Hundehalter machen das aber nicht.

    Bei einem Kleinhund ist es aber völlig zu viel verlangt, dass der "zurechtweisende" Hund weiß, wie weit er geht? Da war es dann ein Versehen?

    Ich denke das ein Hund der keine Erfahrung damit hat zu töten, sich verschätzt. Ich finde das ja, „menschlich“? Also dem fehlt halt die Erfahrung wie viel Kraftaufwand es braucht zum töten. Und hier kann sicherlich sowas wie Sozialisierung greifen.

    Gleiches kann man auch am Vieh beobachten was das zupacken angeht, da haben wir ja auch immer mal Probleme mit freilaufenden Hunden (mehr mit Kleinhunden tatsächlich) am Geflügel und manch ein Hund würde gerne töten, ist aber einfach zu unerfahren und bekommt es dann schlicht nicht hin.

    Wobei man hier auch sagen muss Tötungsabsicht ist ganz klar der Beuteblick, reinhacken, schütteln. Eine soziale Auseinandersetzung läuft bei meinen Schäferhunden ganz anders ab, die stellen deutlich eine Bürste, fixieren, stolzieren, Knurren, zeigen eine ganz andere Gestik und auch Mimik und es wird laut, versucht wird den anderen Hund zu unterwerfen bzw. In die Deeskalation zu bringen.

    Und ja, meine Schäferhunde die mehrfach pro Woche ihre Kiefermuskeln trainieren schaffen es problemlos Konflikte mit Kleinhunden zu lösen ohne irgendwelche Löcher zu machen. Gar kein Thema. Und auch wenn wir Welpen haben bekommen die es hin nett mit denen zu sein und sich zu dosieren (außer der Labrador, der schaffte das nicht in seinem Fiddle-Wahn und war ne echte Gefahr). Sei es in ihren Bewegung als auch mit ihrem Fang.

    Wobei es schon kritisch werden könnte wenn fremde Hunde in Pöbelmanier auf uns zukommen! Das ist ja auch super ausschlaggebend WIE der andere Hund ankommt. Wenn da einer schon „ich bring dich um“ schreit reagieren die natürlich anders als bei nem verträumten Opi. Aber welcher Hund kommt denn in netter Absicht angeballert, sie sind entweder rotzefrech und wollen sich ne Packung abholen oder eindeutig in Aggression.

    Wenn ich aber schon lese, dass der Gegenüber einfach gepackt und geschüttelt wurde, dann denke ich direkt an Beutefangverhalten, ehrlich. So sieht das hier aus wenn jemand versucht ne Katze, Geflügel oder ein Kaninchen versucht zu erwischen. Aber nicht im Aggressionsverhalten, ganz andere Gestik und Mimik. Wobei natürlich auch letzteres arg werden kann wenn man zwei Charaktere hat von denen keiner Nachgeben will! Wenn es um Ressourcen geht kann es in dem Bereich auch sehr schnell sehr ernst werden.

    Zeckenschutz ist ja auch aufzupassen. Dann muss der Hund sich halt zeitweise mal einschränken, grade zur BuS ist das ja eh angebracht.

    Meine Hunde laufen ganzjährig an der Schleppleine und nur auf den Wegen. Trotzdem kommen wir mit 20 Zecken + pro Hund nach Hause wenn wir im Wald sind. Befestigte Wege, kein Gestrüpp. Ja, jetzt kann man sagen dann geh halt nicht mehr in den Wald. Aber ich kann ja nun nicht ganzjährig den Wald komplett meiden. So einfach ist das halt nicht immer.

    Ich verstehe nicht, wieso du dich angesprochen fühlst und dir den Schuh anziehst. Ich habe nichts davon geschrieben dass man mit dem Hund nicht mehr rausgehen darf.

    Genug Hunde laufen nicht auf den wegen, sondern durchs Gestrüpp und hohe Wiesen.