Wir waren dieses Jahr in Schweden in Urlaub. Da ist ja eigentlich genug Platz für Wölfe - sollte man meinen. Die Wölfe kamen wohl vor 35 Jahren, und erst fanden die Schweden das gut. Leider gab es schnell Probleme mit Angriffen auf Weidetiere und Hunde, vor allem Jagdhunde. Die Biber und Rehe wurden stark dezimiert. Die Indigenen im Norden beschwerten sich, dass die Wölfe in ihren Rentierherden wüteten.
Daraufhin wurde beschlossen, den Bestand stark zu verringern. Lappland ist wolfsfreie Zone. Aktuell wollen die Schweden einen Maximalbestand von ganzen 170 bis 270 Tieren. Hier gibt es schätzungsweise 1.600 Wölfe, sagt das Internet.
Schweden ist viel größer und weniger stark besiedelt als Deutschland. Die Wölfe sind dort scheuer, weil sie bejagt werden und trotzdem wollen die Schweden sie nicht. Ich glaube nicht, dass das nur damit zu tun hat, dass sie keine Wildtiere gewohnt sind oder sie anfüttern oder so. Sie hatten ja 35 Jahre Zeit, sich an sie zu gewöhnen, und viele Schweden leben sowieso näher an der Natur, als die meisten Deutschen, gerade in Lappland.
Das interessante am Wolf ist für mich auch, dass das eigentlich überhaupt keine gefährdete Art ist. Von denen gibt es Massen in Osteuropa und in der ehemaligen Sowjetunion. Da stellt sich mir die Frage, warum man so ein Tier auf Teufel komm raus in dicht besiedelten Gebieten in Westeuropa wieder ansiedeln muss. Das ist für das Überleben dieser Spezies überhaupt nicht notwendig.
Da gibt es jede Menge andere Arten, die insgesamt gefährdet sind und bestimmte Lebensräume brauchen, die wir ihnen hier bieten könnten, wenn die Deutschen denn wollen würden. Die würden auch weder Weidetiere, noch Hunde oder Menschen anfallen. Aber das sind eben nur doofe Vögel, Insekten, Reptilien oder Amphibien und keine coolen Wölfe.