Man sieht an den Threads hier im Forum aber auch, wieviel sogar da schon richtig falsch gemacht wird, obwohl die Leute denken, dass sie gut vorbereitet waren.
Genau das ist häufig das Problem. Dass die Leute "zu gut" vorbereitet sind. Sie machen sich zu viele Gedanken. Das Bauchgefühl und die Leichtigkeit gehen verloren.
Abgesehen davon täuscht das Forum hier natürlich auch, weil hier vor allem die Leute schreiben, die Schwierigkeiten mit ihren Welpen haben. All die Menschen, die völlig unkomplizierte Welpen haben, schreiben hier nicht.
ABER: man wird es sehr wahrscheinlich als Anfänger (oder sogar als lebenslanger Hundehalter) nicht immer richtig machen. Oft wird man es wahrscheinlich sogar richtig falsch machen. Nichts davon ist an sich schlimm, aber ein Junghund ist einfach richtig viel Arbeit, sogar wenn man ein richtig tolles, nettes Exemplar erwischt. Das muss man wollen.
Ein Hund ist immer viel Arbeit. Meine Hunde waren in Junghundzeiten nie mehr Arbeit als als erwachsene Hunde.
Mal abgesehen von moralischen Aspekt. Ich finde Rassehundezucht wichtig und wenn gut gemacht sinnvoll. Aber es gibt trotzdem unendlich viele großartige junge erwachsene Hunde im Tierschutz, die schon da sind und die ein Zuhause brauchen. Ich persönlich könnte das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, wenn ich einfach nur einen Begleiter ohne besondere Ansprüche außer "nett und easy" haben möchte. Denn die gibt es im Tierheim, ja auch heutzutage noch, zu Hauf.
Ich finde es schwierig, bei diesem Thema Druck mit dem moralischen Aspekt zu machen. Ich glaube, es ist sehr individuell, was zu einem passt und was auch ins Leben passt. Wie sehr man die Möglichkeit hat, sein Leben am Hund auszurichten und welche Voraussetzungen man hat. Ich hatte bisher auch Hunde (auch Welpen) aus dem Tierschutz. Da habe ich aber auch noch ein anderes Leben gelebt. Es gab Gründe dafür, warum ich mich diesmal für einen sorgfältig ausgewählten Welpen entschieden habe. Und dieser Welpe war die einfachste Aufgabe, die ich jemals hatte. Völlig unproblematisch, selbsterziehend und komplett alltagstauglich. Ich bin mit ihr nachts nie raus gegangen und die Unfälle im Haus kann ich an einer Hand abzählen. Sie wird im Mai 3. Dass Hunde anstrengend sind, bis sie 3 sind, kann ich überhaupt nicht bestätigen aus meiner Erfahrung.
Was einem liegt und was einfacher ist, ist sehr individuell. Das sollte meiner Meinung nach jeder selbst für sich entscheiden.