Beiträge von Ernalie

    Aber da würd ich mir gern wünschen, das er trotz schnüffeln den Fokus bei mir behält, bzw. noch ansprechbar ist. Das ist er nämlich dann nicht mehr und zieht im Halsband. Und das ist das was ich eigentlich mit Bindung meine, das er auch ohne Leckerli weiß, da ists besser als das was ich hier mache.

    Du hast sehr hohe Ansprüche an einen Hund in dem Alter. Du würdest gut darin tun, deine Ansprüche etwas runter zu schrauben. Denn das wird noch schlimmer. Wenn der erstmal in die Phase kommt, wo er seinen Kopf in solchen Situationen gar nicht mehr unter Kontrolle hat..

    Damit will ich nicht sagen, dass man das einfach alles laufen lassen sollte. Aber dass ein 18 Wochen alter Hund nach dem Programm durch ist, hat absolut nichts mehr mit der Qualität der Bindung zu tun.

    Ich habe mit verschiedenen Hunden verschiedene Kurse gemacht. Nur einen davon fand ich wirklich gut und sinnvoll und nachhaltig wirksam.

    Das war der, wo insgesamt nur 4 Teams teilgenommen haben und es vorwiegend auch um Aufklärung über die Entwicklungsphasen ging und warum die Hunde sich jetzt gerade verhalten, wie sie sich verhalten. Wie Hunde lernen und wie Hunde und lesen. Dazu gab es dann noch viel Erklärung über Körpersprache und Hundeverhalten untereinander. Das fand ich wirklich sinnvoll.

    Vorher war ich in einem Kurs, den ich richtig gruselig fand. Da waren in jedem Einheit mindestens 10 Teams. Die Trainerin konnte das gar nicht alles im Blick haben. Dass es da zb Teilnehmer gab, die ihre Hunde ständig mit Leckerlies fürs Bellen belohnt haben. Ich hab den Kurs dann auch abgebrochen, obwohl ich ihn bereits komplett bezahlt hatte.

    So unterschiedlich kann das sein. Aber grundsätzlich finde ich auch, dass man Alltagsthemen im Alltag trainieren muss, um auch einen Eindruck zu bekommen, woran die Problematik liegt.

    Also meiner Meinung nach KANN das Training auf dem Platz einen guten Anhaltspunkt liefern für die Grundlagen, wenn es gut gemacht ist.

    Aber es fühlt sich nach Konditionierung an und nicht nach echter Bindung vom Hund und das finde ich sehr schade.

    Es fühlt sich nach Konditionierung an, weil es Konditionierung ist. Erziehung und Training ist immer zu sehr großen Teilen Konditionierung. Das ist nichts Schlechtes. Es bedeutet nur, dass der Hund sein Verhalten durch daraus folgende Konsequenzen anpasst. Ist doch super. Der Gedanke, dass der Hund Dinge tut, weil die Bindung so super ist, ist sicher schön. Setzt aber auch voraus, dass der Hund ne Ahnung davon hat, was man überhaupt möchte. Was auch wiederum durch Verhalten - Konsequenz - Anpassung des Verhaltens passiert.

    Bindung wird durch viele Dinge aufgebaut. Bindung geschieht immer. Bei der Erziehung, beim Kontaktliegen, beim Schönedingeerleben, beim Schlafen, und und und.

    Thema Stubenreinheit nochmal.

    Ich persönlich hätte jetzt insgesamt 3 Hunde bereits ab dem Welpenalter. Mit 18 Wochen war KEINER von denen zuverlässig stubenrein.

    Witzigerweise sind alle 3 sehr unterschiedlich schnell oder langsam stubenrein geworden. Ich hab aber nix anders gemacht. Da sieht man Mal, wie sehr individuell das ist und wie wenig man das wirklich beeinflussen kann. Ich denke, viel davon ist Veranlagung und sie werden eben stubenrein, wenn sie physiologisch fähig dazu sind und das Prinzip kapiert haben.

    Nachts rausgegangen bin ich mit allen dreien nicht sehr lange. Die haben aber auch alle in meinem Bett geschlafen. Und irgendwann wars mir dann halt auch egal, ob es vielleicht Mal einen Unfall geben könnte (ich hab ein extrem schlafgestörtes Kind, was mich seit einigen Jahren viel Kraft kostet. Da muss ich nicht noch öfter als nötig nachts mit dem Tier raus. Unfälle gab's aber trotzdem sehr wenige.

    Bei der ersten Hündin gab es noch bis sie 1,5 Jahre alt war hin und wieder mal einen Unfall. Vor allem, wenn sie aufgeregt war.

    Der Rüde war ziemlich zuverlässig mit 11 Monaten stubenrein. Der musste dann aber morgens immer sehr früh raus.

    Die jetzige Hündin war mit 6 Monaten komplett stubenrein ohne weitere Vorkommnisse und guckt mich fragend an, wenn ich morgens vor 9 Uhr mit der Leine da stehe. Die ist nämlich Morgenmuffel und will liegen bleiben.

    Da wir nur Fliesen haben, hört man zudem jeden Taps von ihm.

    Dann hab Mal Laminat 😄🙈

    Ohropax? Ich könnte mir vorstellen, dass der euch grad sehr erfolgreich erzieht 😄

    Angst hatte ich bisher auch nur ein einziges Mal. Also was heißt Angst... Mir wurde zumindest ganz kurz mulmig. Da war ich aber auch ohne Hund unterwegs und hatte einen Stellplatz wirklich mitten im Wald an einem Fluss und im Umkreis von 100 Metern um mich rum war nichts, rein gar nichts.

    Tagsüber fand ich's noch richtig toll. Diese Ruhe. Als es dann dunkel wurde dachte ich kurz: "öhm ja, ich kann überhaupt nicht sehen, ob da draußen jemand ist" 😄

    Sonst aber noch nie.

    Ich liebe es, alle paar Monate Mal ganz alleine mit Hund unterwegs zu sein. Ich würde das auch öfter machen, schaffe ich aber schlichtweg nicht.

    Ich würde auch super gern alleine mit Hund einen größeren Urlaub machen.

    Und ja, ich bin glücklich verheiratet und liebe meine Familie. Aber hin und wieder brauche ich meine Auszeit alleine mit Hund. Es ist kaum etwas entspannender 🧡

    dass Hunde Körpersprache bei Menschen intuitiv verstehen

    Ich denk doch mal, dass das sehr auf den Hund und den Menschen ankommt? Wir haben ja nicht alle die selbe Körpersprache und Hunde sind nicht alle gleich aufmerksam und sensibel.

    Ja genau. Und so schließt sich der Kreis. 😄

    Deswegen hab ich beim letzten Mal so vehement gesagt, dass man nicht wirklich eine Anleitung für den körpersprachlichen Abbruch geben kann, weil der je nach Hund und Mensch völlig unterschiedlich ist.

    Umso wichtiger ist es, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

    Bei fremden Personen sind die meisten Hunde viel aufmerksamer und beeindruckbarer. Es ist wichtig als Trainer genau das dazu zu sagen, wenn man es vor macht. Das ist bei uns Menschen auch nicht anders. Bei komplett Fremden reagieren wir viel schneller auf körpersprachliche Zurückweisung als bei uns vertrauten Personen. Wir behalten die auch besser im Auge, sind misstrauischer, weil wir deren Reaktionen ja noch nicht kennen.

    Wissen wir ja nicht, ob der das macht oder nicht.

    Du hast natürlich Recht, das ist definitiv so. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Hunde Körpersprache bei Menschen intuitiv verstehen.

    Also dass da langes Training überflüssig gemacht wird, sehe ich eigentlich in den meisten Fällen null.

    Ich habe ja auch geschrieben "einiger Dinge". Einen klaren körpersprachlicher Abbruch muss man nicht lange trainieren. Den versteht der Hund von alleine. Was man dann trainieren muss ist die Umsetzung rein auf Kommando und die Zuverlässigkeit, wie du ja auch geschrieben hast.

    Das Beispiel mit dem Ridgeback Mix aus dem Video ist auch so eins. Der Hund versteht, was der Trainer möchte, ohne dass da vorher viel auftrainiert wurde. Was daraus folgt ist: "kommunizierst du klar, kann der Hund dich lesen und versteht, was du möchtest". Die Festigung der Umsetzung muss natürlich trotzdem passieren.

    Ich habe nicht gesagt, dass Training generell überflüssig ist. Natürlich ist es das nicht.

    Hier fängt es ja aber schon dabei an, dass der Hund seit Monaten den Abbruch nicht versteht. Das wird wohl Gründe haben, die man nur erkennen kann, wenn sich das jemand vor Ort ansieht.

    Zu dem Video noch:

    Also ich kenne den Typen nicht. Aber ich finde seine "Hundepension" ultra gruselig. Bis zu 40 (!!) Hunde in einem Auslauf? Das kann doch niemand kontrollieren. 🙄


    Aber die Szene, wo er den Ridgeback Mix an der Leine hat zeigt meiner Meinung nach sehr deutlich, dass gute Körpersprache und klare Kommunikation langes Training einiger Dinge überflüssig macht. Das meinte ich auch mit dem Abbruch letztes Mal. Ein klarer Abbruch muss nicht trainiert werden. Den versteht der Hund intuitiv, wenn er klar ausgeführt wird. Das, was man daran trainiert ist dann eigentlich nur, dass das Kommando zum Abbruch auch ohne die Körpersprache dazu verstanden wird.

    Und das scheint ja leider bei euch nicht zu funktionieren. Daran solltet ihr arbeiten, um mit eurem Hund fair umgehen zu können.