Hab doch nichts anderes gesagt?
Außer, dass es bei Ärzten eben so ist, dass sie im Zweifel in der Lage sein müssen nachzuweisen, dass sie den Termin nicht anderweitig nutzen konnten. Und das ist bei Ärzten eher doch sehr selten.
Ich musste mal kurzfristig einen Termin bei meiner Psychologin absagen, wegen eines Magen-Darm Infektes. Die hatte mir die ausgefallene Stunde in Rechnung gestellt. Da war ich richtig wütend drüber. Anschließend hatte ich wirklich jeden Termin wahrgenommen, auch mit übelster Erkältung. Den Streß mit ärztlichem Attest wollte ich mir nicht nochmal antun. Dabei kannte sie mich schon länger und hätte wissen müssen, dass ich nicht wegen einer Lappalie oder keine Lust kurzfristig Absage.
Bei Psycholog*inne kann ich es ehrlicherweise sogar verstehen. Eine ausgefallene Stunde kostet da richtig Geld und kann in der Regel nicht kurzfristig nachbesetzt werden. Außerdem ist die Ausfallquote bei Psycholog*innen sehr hoch. Wenn die jedem Patienten 100€ (so round about für eine Sitzung) schenken würden, würde sich das heftig aufsummieren.
Ärzt*innen haben aber meistens volle Wartezimmer und können die frei gewordene Zeit nutzen. Eine Berechnung einer Ausfallpauschale wäre dann ein doppelter Verdienst. Und das ist nicht erlaubt. Der/die Ärzt*in würde dann mehr verdienen, als ohne Ausfall. Ist ohnehin in Zeiten der Fallpauschalen die Frage, ob er an einem Besuch überhaupt was verdient hätte.
Das ist bei Arztpraxen einfach nochmal ein spezielles Thema.
Abgesehen davon finde ich es aber an sich total richtig, dass die Gewerbetreibenden Ausfallgebühren berechnen. Ob nun Psycholog*innen, Hundefriseur*innen oder Gärtner*innen. Am Ende sind das auch Privatleute, die von ihrem Geschäft leben müssen. Warum sollte mir meine Friseurin, meine Fußpflegerin oder mein Hundefriseur derartig viel Geld schenken?
Bei kurzfristigen Absagen könnte man ja noch schauen, ob man jemanden anrufen kann, der den Termin will. Aber wenn jemand einfach nicht kommt, bleibt die Möglichkeit nicht.