Beiträge von Ernalie

    antiallergisches Futter zu testen. Das wurde von unserer Hündin nach 10 Tagen komplett verweigert.

    Hypoallergenes Futter kann ebenso Allergien und Unverträglichkeiten auslösen. Das kann immer nur ein Versuch sein. Hypoallergenes Futter hat deswegen eine geringere Wahrscheinlichkeit, Allergien auszulösen, weil die Eiweißquellen hydrolysiert sind. Dadurch soll das Immunsystem sie nicht mehr als Allergiequelle erkennen. Das funktioniert oft gut. In anderen Fällen sind die Hunde so sensibel, dass es auch damit nicht geht. Außerdem funktioniert es natürlich auch nicht, wenn die Allergiequelle nicht die Eiweißbestandteile sondern was anderes ist.

    Bevor man wild durchtestet, ist es zwingend erforderlich, dass das Verdauungssystem sich beruhigt. Ansonsten läuft man Gefahr, dass alles, was man testet, wieder Allergien auslöst.

    Eine klassische Ausschlussdiät ohne hypoallergenes Futter würde ich dann machen. Das Hypoallergene Futter würde ich ihr nicht mehr geben. Auch, wenn sie es wieder frisst. Dass sie im Langzeittest verweigert hat spricht sehr dafür, dass sie etwas darin nicht verträgt.

    Ich habe es auch einmal mit den Zutaten etc. mit dem Tierarzt besprochen, der auch meinte dass diese Zutaten nicht überdosierbar wären.

    Ich kenne mich mit Tiermedizin ehrlich gesagt nicht besonders gut aus, aber mit der Wirkung dieser Stoffe beim Menschen schon – und die Aussage, dass das „nicht überdosierbar“ sei, stimmt so schlicht nicht. Auch wenn es sich um Vitamine, Mineralstoffe und Pflanzenextrakte handelt, sind viele davon grundsätzlich überdosierbar oder können bei empfindlichen Personen Nebenwirkungen haben.

    Vitamin A (auch in Form von Beta-Carotin) kann sich im Körper anreichern und bei zu hoher Aufnahme zu Leberschäden, Appetitlosigkeit oder Gelenkschmerzen führen.

    Vitamin D ist ebenfalls fettlöslich und wird gespeichert. Eine Überdosierung kann den Kalziumspiegel gefährlich ansteigen lassen und Nieren schädigen.

    Vitamin E kann in sehr hohen Mengen die Blutgerinnung beeinträchtigen.

    Vitamin B6 ist wasserlöslich, aber tatsächlich überdosierbar – zu viel über längere Zeit kann Nervenschäden verursachen (Kribbeln, Taubheitsgefühle, Polyneuropathie).

    Zink ist in Maßen wichtig, aber dauerhaft zu viel kann zu Kupfermangel, Blutarmut und Magenbeschwerden führen.

    Selen ist in geringen Mengen notwendig, wird aber schon etwas über dem Bedarf giftig – mögliche Folgen sind Haarausfall, brüchige Nägel und neurologische Probleme.

    Eisen ist ebenfalls speicherfähig und in zu hoher Dosis leber- und gefäßschädigend.

    Auch bei Pflanzenextrakten wie Ginseng, Ashwagandha oder Süßholzwurzel gibt es Grenzen. Sie können den Blutdruck, die Hormonregulation oder den Kaliumhaushalt beeinflussen.

    Unterm Strich kann man also ganz klar sagen: Diese Stoffe sind sehr wohl überdosierbar – vielleicht nicht mit einer Portion, aber grundsätzlich schon. Deshalb ist die Aussage, sie seien „nicht überdosierbar“, medizinisch einfach nicht korrekt.

    Und deswegen sind NEM auch für Menschen keineswegs "normal", sondern in den meisten Fällen Geldschneiderei mit dem Potential, eher zu schädigen als zu helfen. NEM sind eine tolle Sache. Wenn sie wirklich nachweislich gebraucht werden, um einen Mangel auszugleichen. Aber niemals einfach nur so. Dabei gilt auf keinen Fall "viel hilft viel". Der Körper kann mit mehr als nötig auch gar nichts anfangen. Der braucht so viel, wie er braucht. Wenn man mehr rein schmeißt, kann der damit nichts anfangen. Es bringt keinen Mehrwert.

    Wir kochen teilweise ein Huhn aus und der Hund isst es nicht. Bei Ernährungsberatern, Tierärzten etc. wurde uns gesagt, dass gerade Pudel eben sehr empfindlich mit Futter sein können. Unsere Dame ist da wohl extrem.

    Ich habe selbst einen Pudelmix mit hohem Anteil Pudel. Ich dachte auch immer, dass die den sogenannten "Pudelmagen" hat. Trockenfutter hat sie immer erst gefressen, dann schlagartig nach einer Woche verweigert. Nassfutter aß sie, endete aber häufig in diffusem Durchfall, der nicht erklärbar war und sporadisch auftrat. Wir haben irgendwann auch selbst gekocht. Das lief eine ganze Weile gut. Bis sie am Kopf Hotspots entwickelte, die dazu auch noch übel gerochen haben.

    Inzwischen weiß ich, dass der sogenannte Pudelmagen in den wenigsten Fällen einfach nur eine Übersensibilität oder Mäkeligkeit ist. Das sind in den meisten Fällen Unverträglichkeiten oder Futtermittelallergien. Pudel neigen da extrem zu. Und die Verweigerung war eigentlich das erste Anzeichen dafür.

    Wir geben gerade ein spezielles Hypoallergenes Futter, um den gesamten Verdauungsapparat erstmal zu beruhigen. Das klappt auch prima. Seitdem kein Durchfall mehr und sie frisst es auch schon längere Zeit sehr gern ohne zu verweigern. Die Hotspots sind nach wenigen Tagen verheilt und der Gestank ist komplett weg. Mir ist auch aufgefallen, das sie sich weniger schüttelt und weniger an den Beinen knabbert. Ich hab das vorher gar nicht wahrgenommen. Erst, als es dann anders war. Wenn die Verdauung wieder stabil ist, starten wir mit der Ausschlussdiät, in tierärztlicher Begleitung.

    Ich würde euch dringend empfehlen, mit dem Tierarzt über Ausschlussdiät zu sprechen. Futter komplett verweigern, so dass der Hund abmagert, ist nicht einfach nur ein sensibler Magen. Das hat einen Grund.

    Nur Mal so zur Veranschaulichung, wie anstrengend sowas wie Nasenarbeit für Hunde ist:

    Ich hab mal mit meiner damals etwas unter einjährigen Hündin einen Mantrailing Kurs gemacht. Pro Kurseinheit hatte sie so 1-2 "Einsätze" die entsprechend des Anfängerkurses wirklich klein aufgebaut waren. Von diesen 1-2 Einsätzen war sie den ganzen Tag hinterher komplett ausgelastet. Es hat ihr unfassbar viel Spaß gemacht und die Trainerin hat mir auch gesagt, dass ich weiter machen soll, weil Karla sehr talentiert ist und es ihr richtig viel Spaß macht. Hat sich leider nicht ergeben. Aber obwohl sie so viel Spaß dabei hatte, war das unglaublich anstrengend für sie.

    Ich glaube, du siehst das Programm, was ihr habt, nicht aus Welpensicht sondern aus deiner. Die größte Übung mit Welpen für mich selbst war, mich extrem zu entschleunigen. Für Welpen kann ein normaler Waldspaziergang schon zu viel sein. Egal ob er selbst läuft oder getragen wird. Es geht um die Eindrücke. Gerade im Herbst. Wind, Blätter, Gerüche, verschiedene Untergründe. Selbst "Pause" an einer Bank ist nur für dich Pause, aber nicht für den Hund. Da gibt's dann welche, die das besser wegstecken und welche, die da sensibler sind. Dann kommt's auch noch auf die Entwicklungsphase an, ob es für den Hund zu viel ist oder nicht.

    Wenn du nicht einen total untypischen Hund hast, wird der Hund übrigens nie denken, dass es NUR bei dir Spaß gibt. Die sind doch nicht blöd. Die wissen ganz genau, dass es da draußen eine Menge Spaß gibt. Ich persönlich kenne auch keinen Hund, der nicht spätestens im Junghundalter diesen Spaß erkunden wollte. Und das ist auch gesund und richtig, Hunde haben, genau wie Kinder, eine Explorationsphase, die Teil der normalen Entwicklung ist. Damit meine ich nicht, dass man den Hund schon machen lassen soll. Aber ich fürchte, dein Programm kann auch genau in die andere Richtung umschlagen, als die, die du möchtest.

    Ich hab mal bei einem Hund, der davon auch noch nichts gehört hatte, eine ganz dünne, ganz leichte Schleppleine mit Minikarabiner gehabt. Ich gehe damit aber nicht Gassi an der Leine sondern trage den Hund an einen übersichtlichen Ort und lasse ihn da möglichst frei erkunden. Jedes Folgen wird dann direkt belohnt. Irgendwann checkt der Hund das schon.

    Ich weiß jetzt nicht, ob meine Stichprobe da so repräsentativ war. Aber tatsächlich war es leichter, je jünger der Hund war als ich ihn bekommen habe.

    Es gibt durchau Menschen, die mit ihrem Hund nie ins Ausland fahren und das eben für sich von vornherein ausschließen. Wozu sollte der Hund da einen Heimtierausweis benötigen? Hier gibt es viele Hunde, die "nur" einen gelben Impfpass haben und trotzdem korrekt geimpft sind. Daran ist nichts "komisch".

    Naja. Welchen Nachteil hat denn der blaue impfausweis? Mir leuchtet ja durchaus ein, dass manche Menschen ihn nicht direkt brauchen. Aber es gibt für mich jetzt auch erstmal keinen ersichtlichen Grund, den nicht direkt zu nehmen.

    Ich habe jahrelang selbst bei einem großen Versicherungskonzern gearbeitet. Ich habe nichts mit der eigentlichen Abwicklung der Schadensfälle zu tun gehabt, kenne aber Abläufe und Prozesse sehr genau. Für Beitragsanpassungen werden komplexe mathematische Modelle mit tausenden Parametern genutzt, die Beiträge, Churn, Kündigungen, usw. berechnen. Ziel sind immer möglichst viele zufriedene Kunden. Da sitzt niemand, blättert durch die Akten und schreibt dann ein paar Kündigungen weil ein Hund zu alt ist. Das sind Systeme, die auf vorhandenen Daten arbeiten und dann zum Jahresende tausende Briefe mit Beitragsanpassungen und Kündigungen automatisiert rausschicken.

    Ich weiß nicht, warum du so vehement gegen das argumentierst, was ich schreibe. Mag ja sein, dass das in deinem Fall so war. Meine Freundin arbeitet bei einer Tierkrankenversicherung und macht GENAU DAS, von dem du sagst, dass das keiner macht, jeden Tag. Alternativ hätte sie mich jahrelang über ihren Alltag angelogen. Ich halte sie aber eher für glaubwürdig.


    Wenn das bei dir passiert ist, gab es bei deiner Versicherung keinen Kündigungsverzicht. Eine Kündigung ist dann rechtlich vollkommen in Ordnung, so traurig es auch für dich ist.

    Ich hab doch auch nie was anderes behauptet. 🤔 Über was diskutieren wir hier eigentlich. Ob das rechtlich in Ordnung ist, war nie die Frage. Ich hab lediglich in Frage gestellt, ob es dann so sinnvoll ist eine solche Versicherung zu haben und ob das vermeintliche Sicherheitsgefühl, was man damit hat, wirklich berechtigt ist. Verzicht auf Kündigung seitens der Versicherung gab es damals meines Wissens nach noch gar nicht. Wird ja auch heute von den meisten nicht angeboten.

    dass die Leinenführigkeit der Schlüssel für eine gute Kommunikation zwischen Hund und Halter ist. Ist das denn nicht so?

    Ich glaube, das hab ich hier noch nie gelesen 😄

    Leinenführigkeit muss man eben trainieren und hat nichts damit zu tun, was der Hund dir zutraut oder auch nicht. Kein Hund, den ich kenne, war einfach so leinenführig. Nicht Mal der Devoteste unter den Unterwürfigen. Wenn erstmal der Explorationsdrang einsetzt und der Bewegungsdrang größer wird, wollen die alle voran kommen und da hin,.wo sie eben hin wollen.

    Warum glauben denn neuerdings alle, dass so ein Hund einfach alles intuitiv perfekt macht und alles intuitiv kann, wenn nur die Bindung und Rangordnung stimmt?