Beiträge von Ernalie

    Ich weiß nicht, ich würde da gar nicht so viel rumexperimentiert. Gerade, wenn der Verdauungsapparat schon so mitgenommen ist. So züchtet man sich mehrere Unverträglichkeiten selbst heran.

    Ich hab's hier schon Mal erwähnt und möchte nochmal drauf hinweisen. Das klingt für mich nach einer Futtermittelunverträglichkeit.

    Bei einer Futtermittelunverträglichkeit ist die Darmbarriere häufig gestört. Normalerweise sorgt die Darmschleimhaut dafür, dass nur vollständig verdaute Nährstoffe ins Blut gelangen. Größere Eiweißbestandteile bleiben draußen und werden toleriert, ohne eine Immunreaktion auszulösen.

    Ist der Darm aber entzündet oder gereizt, wird diese Barriere durchlässiger. Dann können auch unvollständig verdaute Eiweiße durch die Darmschleimhaut gelangen. Das Immunsystem erkennt diese Stoffe als fremd und reagiert darauf. Genau so entstehen Unverträglichkeiten.

    Wenn man in dieser Situation ständig neues Futter ausprobiert, kommen immer neue Eiweißquellen und Zusatzstoffe dazu. Das Immunsystem wird permanent mit neuen Reizen konfrontiert und beginnt, immer mehr Bestandteile als problematisch abzuspeichern. Dadurch können sich nach und nach weitere Unverträglichkeiten entwickeln, obwohl diese Stoffe vorher problemlos vertragen wurden.

    Dazu kommt, dass das Immunsystem ein Gedächtnis hat. Einmal als problematisch erkannte Proteine bleiben gespeichert. Jeder neue Futterwechsel erhöht also das Risiko, dass die Liste der unverträglichen Bestandteile länger wird.

    Deshalb ist wildes Durchprobieren oft kontraproduktiv.

    Und ich finde es schade, dass eure Ernährungsberatung das anscheinend nicht genauer thematisiert.

    Sie macht halt gerne ne Kombi aus zerren, rumspringen und wenn ich mich dann theoretisch wegdrehe und versuche sie nicht zu beachten springt es bei mir dann auch hoch und versucht einen weiteren Teil von der Leine sich zu holen..

    Was macht sie denn, wenn du die Leine einfach fallen lässt, sobald sie rein beißt?

    Viel wichtiger war da aber, dass meine innere Haltung sich sofort entspannen konnte.

    Genau DAS ist bei mir SO oft der Schlüssel gewesen. Wenn ich mir schlicht irgendwelche Workarounds ausgedacht habe, seien sie noch so simpel oder kreativ, war das Thema oft sehr schnell durch. Einfach, weil ich alle Anspannung verloren hatte.

    Karla hatte mal ne Phase, wo sie irre schlecht an der Leine ging. Als Welpe war sie da vorbildlich, später auch wieder. Aber irgendwie so ab Beginn der Pubertät war nix zu machen, egal wie ich das trainieren wollte. Ich hab dann einfach ne Weile ausschließlich die Flexi genommen, die ich sonst echt hasse wie die Pest, und sofort hatten wir wieder Spaß miteinander und das Thema war dann auch bald von alleine durch.

    Jetzt sind wir ihre neue Familie und nein wir können leider keine 18 h stunden schlafen :D

    Legst du dich immer mit dazu, wenn sie schlafen soll? Also ich schlafe nicht immer, wenn mein Hund schläft. Würde ich gern, aber nein, leider nicht.

    Nur der Vollständigkeit halber erwähne ich hier auch noch die Möglichkeit, bei einem Welpen unbekannter Herkunft auch "Überraschungen" erleben zu können, die sowohl schon bei der Entstehung, als auch während der Entwicklung im Mutterleib, als auch bei der Aufzucht ihre - dann unbekannten - Ursachen haben können.

    Absolut!! So blauäugig war ich genau einmal, dass ich dachte, dass ich jedem Hund gerecht werden kann, wenn ich ihn nur als Welpe bekomme. War leider weit gefehlt und am Ende eine sehr schmerzhafte Erfahrung, den Hund abzugeben. Auch, wenn er in ganz wundervolle Hände gekommen ist und dort ein tolles Leben führt, wo er sich freut und die Menschen sich an ihm erfreuen.

    Das alles hat mir am Ende die Weisheit gebracht, dass Liebe, Wissen und Erfahrung nicht immer reicht, um ein Dreamteam zu kreieren. Daher wurde der nächste Welpe dann auch mit viel Bedacht ausgewählt und ich würde es aus heutiger Sicht auch immer wieder so tun. Aber wer weiß, wenn mein Kind irgendwann mal groß ist, ob ich dann nicht doch wieder die Überraschungstüte nehme, weil ich dann einfach ganz andere Voraussetzungen habe, dem gerecht zu werden und mich drauf einzustellen.

    Es ist komisch, die sachen die mir gedacht haben dass sie mir keine sorgen machen machen mir jetzt am Meisten. Und dass sie sich auf ihn übertragen mache ich mir auch Gedanken.

    Ich glaube, man kann nie vorhersehen, wie es wirklich ist und wie man sich dann fühlen wird. Es ist dann am Ende doch meistens anders. Wenn es dann aber doch so ist, dass einem alles Mögliche Angst macht und man sich übermäßig sorgt, ist es gut, das zu reflektieren und zu schauen, wie man das ändern könnte. Für Odin ist es wichtig, gerade wenn er selbst ein wenig "schissig" ist, jemanden an seiner Seite zu haben, der ihn da souverän durch führen kann. Jemand, der sich um alles Sorgen macht, verunsichert ihn wahrscheinlich noch zusätzlich.

    Wenn es dir wichtig ist, dass er bestimmte Dinge nicht ins Maul nimmt, (was ich absolut verstehen kann!) dann übe einen eindeutigen Abbruch. Körpersprachliche Abbrüche können Hunde durchaus verstehen, ohne dass sie vorher lange aufgebaut werden müssen. Wenn es um etwas geht, was ich ganz wirklich nicht möchte, würde ich persönlich auch nicht tauschen und "bitte bitte" machen. Da wäre ich dann doch ziemlich klar. Ich hatte mal einen Welpen, der Pferdeäpfel mit Vorliebe gefunden und verspeist hat. Das fand ich dann auch nicht mehr so locker..

    Möglicherweise meinst du das gar nicht so, wie es in deinem Zitat steht - aber Menschen, die keine Schwierigkeiten mit ihren Welpen haben, haben nicht unkompliziertere Welpen als die, die hier um Hilfe bitten weil sie Schwierigkeiten haben.

    Ne, meinte ich tatsächlich nicht so! Gut, dass du mich drauf aufmerksam machst :lol: Natürlich ist nicht automatisch der Welpe unkomplizierter, nur weil man keine Schwierigkeiten hat. Und natürlich ist auch im Umkehrschluss nicht der Welpe automatisch kompliziert, nur weil es Schwierigkeiten gibt.

    Ich mag übrigens Welpen gar nicht sonderlich. Ich könnt echt drauf verzichten, Welpen aufzuziehen. Wenn man mir einen erwachsenen Hund gäbe, bei dem ich sicher wäre, dass da nicht irgendwelche Überraschungen schlummern, würde ich sofort einen erwachsenen Hund nehmen. Und dennoch fand ich tatsächlich die Welpenzeit bisher nie wirklich anstrengend. Der Gedanke mag irrational sein und wahrscheinlich können auch mindestens 8734 Menschen mir gute Gründe dafür liefern, warum das auch bei einem erwachsenen Hund sehr unwahrscheinlich ist. Dennoch ist es mir persönlich lieber, der Hund wächst bei mir auf. Ich hab dann (den wahrscheinlich völlig irrationalen) Gedanken, dass ich mich drauf verlassen kann, dass nicht irgendein komischer, mir unbekannter Trigger, den Hund dazu bringt, zB mein Kind auf einmal als Beute zu betrachten oder sowas.

    Aber ich denke, das ist einfach sehr individuell und es gibt nicht nur den einen Weg. Ich kenne schließlich auch genügend Menschen mit erwachsenen Tierschutzhunden und Kindern, wo nie was passiert ist.

    Ich habe den Eindruck, dass du dir sehr viele Gedanken und Sorgen machst. Ich hab auch in Odins Thread ein wenig mitgelesen, er ist wirklich unglaublich niedlich. Und das Schlaffoto mit dem Stofftier in identischer Lage ist der Knaller! :grinning_squinting_face:

    Aber du wirkst in jedem Beitrag irgendwie angespannt. Irgendwas macht dir immer Sorgen. Bisher war alles, was ich gelesen habe, völlig normal für einen Welpen. Ich kenne dich jetzt nicht und weiß nicht, ob du generell ein eher besorgter Mensch bist oder ob dir jetzt gerade in Bezug auf Odin die Leichtigkeit verloren gegangen ist. Ich möchte das auch nicht als Vorwurf formulieren. Allerdings macht es mir den Eindruck, in diesem Maße könnte sich das auf Odin übertragen und ihn in der Entwicklung behindern. Es ist gut, dass du hier davon schreibst, dann kann man dir die Sorge vielleicht direkt ein Stück weit nehmen. Aber vielleicht findest du auch einen Weg, dir weniger Sorgen zu machen und die Dinge einfach mal laufen zu lassen. :kleeblatt:

    Man sieht an den Threads hier im Forum aber auch, wieviel sogar da schon richtig falsch gemacht wird, obwohl die Leute denken, dass sie gut vorbereitet waren.

    Genau das ist häufig das Problem. Dass die Leute "zu gut" vorbereitet sind. Sie machen sich zu viele Gedanken. Das Bauchgefühl und die Leichtigkeit gehen verloren.

    Abgesehen davon täuscht das Forum hier natürlich auch, weil hier vor allem die Leute schreiben, die Schwierigkeiten mit ihren Welpen haben. All die Menschen, die völlig unkomplizierte Welpen haben, schreiben hier nicht.

    ABER: man wird es sehr wahrscheinlich als Anfänger (oder sogar als lebenslanger Hundehalter) nicht immer richtig machen. Oft wird man es wahrscheinlich sogar richtig falsch machen. Nichts davon ist an sich schlimm, aber ein Junghund ist einfach richtig viel Arbeit, sogar wenn man ein richtig tolles, nettes Exemplar erwischt. Das muss man wollen.

    Ein Hund ist immer viel Arbeit. Meine Hunde waren in Junghundzeiten nie mehr Arbeit als als erwachsene Hunde.

    Mal abgesehen von moralischen Aspekt. Ich finde Rassehundezucht wichtig und wenn gut gemacht sinnvoll. Aber es gibt trotzdem unendlich viele großartige junge erwachsene Hunde im Tierschutz, die schon da sind und die ein Zuhause brauchen. Ich persönlich könnte das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, wenn ich einfach nur einen Begleiter ohne besondere Ansprüche außer "nett und easy" haben möchte. Denn die gibt es im Tierheim, ja auch heutzutage noch, zu Hauf.

    Ich finde es schwierig, bei diesem Thema Druck mit dem moralischen Aspekt zu machen. Ich glaube, es ist sehr individuell, was zu einem passt und was auch ins Leben passt. Wie sehr man die Möglichkeit hat, sein Leben am Hund auszurichten und welche Voraussetzungen man hat. Ich hatte bisher auch Hunde (auch Welpen) aus dem Tierschutz. Da habe ich aber auch noch ein anderes Leben gelebt. Es gab Gründe dafür, warum ich mich diesmal für einen sorgfältig ausgewählten Welpen entschieden habe. Und dieser Welpe war die einfachste Aufgabe, die ich jemals hatte. Völlig unproblematisch, selbsterziehend und komplett alltagstauglich. Ich bin mit ihr nachts nie raus gegangen und die Unfälle im Haus kann ich an einer Hand abzählen. Sie wird im Mai 3. Dass Hunde anstrengend sind, bis sie 3 sind, kann ich überhaupt nicht bestätigen aus meiner Erfahrung.

    Was einem liegt und was einfacher ist, ist sehr individuell. Das sollte meiner Meinung nach jeder selbst für sich entscheiden.

    Ich weiß tatsächlich nicht, woher diese Hunde kommen. Aber es freut mich zu lesen, dass das nicht der Standard ist.