Beiträge von SophiaF

    In den Tierheimen, die ich kenne, hieß Quarantäne Einzelhaft in einem gekachelten Raum und aufgrund der Hygienebedingungen auch wenig Kontakt zu Menschen. Teilweise passiert es, dass ein ganzer Wurf zusammen in Quarantäne kommt, aber das ist vom Einzelfall abhängig.

    Richtig fatal wird es, wenn die Welpen auch noch zu früh von der Mutter weggenommen werden. Ich kann mich an einen Malteser Welpen erinnern, der mit 6 Wochen beschlagnahmt wurde und dann fast 3 Monate in Quarantäne saß. Der hat mit fast 5 Monaten zum ersten Mal die Welt da draußen gesehen und hatte anfangs sogar Angst vor Rasen. Ich glaube, da kann jeder nachvollziehen, was das für eine Auswirkung auf die Entwicklung hat.

    Was soll denn mit den Welpen werden, die dort landen, z.T. aus Beschlagnahmungen nach illegalen Tiertransporten? Ja, es ist die Welpenmafia, aber inwiefern unterstützt man diese durch die Aufnahme eines Hundes aus dem TS? Was soll ganz konkret passieren mit diesen Hunden? Steckt man sie zurück in den Transporter und schickt sie wieder über die Grenze?

    Ich habe jahrelang ehrenamtlich im TS geholfen, sowohl in Tierheimen, als auch in einer TS Organisation.

    Dort ist es immer wieder vorgekommen, dass sehr junge Hunde auf dubiosen Wegen dort gelandet sind. Eigentlich wusste jeder, dass sie von Vermehrern stammen, aber man hat sie eben aus Tierliebe aufgenommen und weil man wusste, dass sie gut zu vermitteln sind. Oft wollen Vermehrer die Welpen früh weggeben, weil sie mit jedem Tag anstrengender werden und Geld kosten. Je älter die Tiere werden, desto schwieriger wird es auch sie zu verkaufen und dann ist der Tierschutz eben eine Möglichkeit, die Tiere loszuwerden, besonders wenn schon der nächste Wurf ansteht.

    Es ist bittere Realität, dass die Welpen dort häufig nicht anders behandelt werden als ein Bauer seine Kartoffeln behandelt: möglichst schnell verkaufen, da lagern teuer ist. Und wenn man sie nicht verkauft bekommt, werden sie entsorgt, weil sich die weitere Lagerung nicht lohnt. Dass TS Organisationen solche Welpen übernehmen, macht das deutlich einfacher.

    Auf die Frage „Wohin mit all den Tieren?“ gibt es leider keine einfache Antwort, wie immer im Tierschutz. Die bittere Realität ist: Man kann nicht alle retten. Es ist einfach ein strukturelles Problem, das man an der Wurzel packen muss. Sprich: deutlich höhere Strafen, bessere Kontrollen und vor allem auch mehr Aufklärung.

    Edit: ich glaube aber auch, dass sie mittlerweile schon einiges geändert hat, ganz einfach weil TH nicht mehr so einfach Hunde aufnehmen können. Ich bin seit 4 Jahren weniger im TS aktiv, habe also auch weniger Erfahrungswerte und höre nur immer wieder mal etwas von Bekannten, die noch aktiv sind.

    In Sachen Gesundheit hast du natürlich Recht, aber ich kann generell keinen Tierschutzhund aufnehmen und dann ein "Gütesiegel" für die Gesundheit erwarten, überspitzt gesagt.

    Naja, Fakt ist, dass man bei einem Hund, der mehrere Wochen auf einer seriösen Pflegestelle war, deutlich mehr zum Gesundheitszustand sagen kann als bei einem 15 Wochen alten Welpen, der 2 Wochen im TS war und lediglich auf Dinge wie Parvo, Zwingerhusten, usw. getestet wurde.

    Inzucht ist ein riesiges Problem bei den Vermehrerhunden im TS. Ich habe mehrfach Welpen mit Missbildungen, denen man sehr deutlich ansehen konnte, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Wenn es aber um Probleme wie neurologische Erkrankungen oder ein schlechtes Immunsystem geht, sieht man es den Tieren nicht sofort an,

    Ansonsten: das Zitat von mir bezog sich auf Welpen von Rassehunden im TS, nicht generell auf Welpen im TS. Bei Welpen von Straßenhunden oder Ups-Würfen mit dem Nachbarshund ist das natürlich noch einmal eine völlig andere Situation.

    Bei den Vermehrerwelpen haben die Krankheiten vermutlich mehr mit der Aufzucht zu tun als mit den genetischen Anlagen.

    Wenn man die unmittelbaren Krankheiten anzieht - ja, mag sein. Aber bei den Welpen, die ich im TS kennengelernt habe, war das viel größere Problem die Inzucht. Das ist vor allem etwas, das nicht gleich auffällt, aber langfristig zu erheblichen Problemen führen kann.

    Ich kenne einen Pudel, der als Welpe kerngesund aus dem Tierheim kam, der aber später ständig krank wurde und zusätzlich auch noch seit der Pubertät neurologische Anfälle hat. Der TA hat irgendwann vorgeschlagen, mal die genetische Diversität zu testen und lag damit richtig. Der Wert war so niedrig, dass vermutlich mehrfach Geschwister oder Eltern-Kind Tiere verpaart worden sind.

    Edit : Es gibt auch einfach Menschen die es generell nicht einsehen einen üblichen Kaufpreis vom Züchter zu zahlen, wenn es auch deutlich günstiger Hunde im Tierheim gibt. Das ist ja auch okay, wenn man dann denn auch nen Tierheimhund will und keinen Rassewelpen, und der Grund dafür nicht das Geld selber ist, sondern eher eben die eigene Meinung dazu.

    Ja, es ist am Ende ja auch einfach eine Frage der Prioritäten.

    Wenn ich einen Welpen möchte und mir bestimmte Rasseeigenschaften wichtig sind oder ich habe den Plan, mit dem Hund eine bestimmte Beschäftigung auf einem hohen Niveau zu machen, ist der seriöse Züchter praktisch alternativlos und dann sollte der Preis (in einem gewissen Rahmen) auch keine Rolle spielen

    Wovon ich aber generell abraten würde, sind Welpen aus dem Tierschutz. Ich könnte mich regelmäßig über die Posts auf Social Media aufregen: "Im TS gibt es auch Welpen von Rassehunden!" und dann 2 Tage später: "Kauft keine Welpen von Vermehrern, die sind oft krank und es werden hohe TA-Kosten auf euch zukommen".

    Welpen im TS sind praktisch ausschließlich Vermehrer-Welpen. Ja, man unterstützt damit nicht direkt die Vermehrer, aber am Ende irgendwie doch, weil sie ja von dort kommen und der TS gerne als Auffangnetz für übrig gebliebene Tiere missbraucht wird. Die gesundheitlichen Probleme bekommt man dann natürlich genauso.

    Man darf auch nicht vergessen, dass hinter "60 Minuten Spaziergang" eine sehr große Bandbreite an Aktivität und Bewegung stecken kann. Ich würde das daher nicht an der Zeit festmachen, sondern viel mehr an der Qualität.

    Unser Pudel ist mindestens die Hälfte der Zeit im Freilauf und läuft dann in einem gewissen Radius um uns herum. Meist ist er dabei im Trab, gallopiert aber auch mal hinter uns her, wenn er sich irgendwo festgeschnüffelt hat. Zwischendurch springt er auf Baumstämme oder läuft darüber. Ich lasse ihn um Bäume laufen, zwischendurch eine Verlorensuche machen. Wenn wir anderen, nicht angeleinten Hunden begegnen, wird auch mal in großen Kreisen über die Wiese gerannt.

    Gegenbeispiel: Bei uns in der Straße wohnt ein gesunder, 3 Jahre alter Labrador, der nur an der Führleine bewegt wird. Die gehen laut eigener Aussage täglich 2-4 Stunden, aber eben immer in so einem 3-4 km/h Spaziertempo. Ich glaube nicht, dass er dadurch mehr körperliche Auslastung bekommt als unser Pudel (unsere Standard Runde ist 60 Minuten).

    Was hier halt total auffällig ist: Früher waren es scheinbar viel mehr Raketen. Also Einzelteile, die einzeln angezündet werden mussten. Das hat Zeit gekostet, es kamen somit auch nicht so viele Knallgeräusche hintereinander. Und man fand hinterher ziemlich viele von den Hölzern, wir haben teilweise 20 Stück im Garten eingesammelt. Heute scheint es fast nur noch Batterien zu geben. Einmal anzünden, dann ganz viel und laut Bumm. Holzstöcke hatten wir gar keine mehr im Garten. Und auch unterwegs war nichts.

    Ja, das ist mir auch aufgefallen. Wir haben die früher als Kind gesammelt, weil meine Oma die Stäbe als für ihre Pflanzen genutzt hat. Obwohl es bei uns wenig geböllert wurde, habe ich damals reichlich Stäbe gegen Gummibärchen tauschen können. :rolling_on_the_floor_laughing:

    Ich habe auch stark das Gefühl, dass gerade diese Regelmäßigkeit viele Hunde besonders stresst. Unser Pudel kommt gut mit einem einzelnen Knall zurecht, er schaut auf, schaut sich um und legt den Kopf wieder ab. Aber wenn es dann losgeht, dass es vor dem Haus alle 2 Sekunden pfeift und hinter dem Haus alle 3 Sekunden knallt, ist schnell der Kipppunkt erreicht.

    Ich glaube grundsätzlich schon, dass die allermeisten Rassen auch von Anfängern gehalten werden können. Allerdings muss das Umfeld stimmen, man braucht entsprechende fachkundige Begleitung (Hundeschule) und man muss es wirklich wollen.

    Das Problem bei den meisten Ersthundehaltern ist oft letzteres, weil sie eine völlig falsche Vorstellung davon haben, was das bedeutet. So Pläne wie "Ich will Agi mit dem Hund machen" beziehen sich meist darauf, dass man mit dem Hund über einen Parkour rennt und am Ende die Emotionen sprudeln. Dass es aber erst mal bedeutet, dass man eine Menge Basics lernen muss und dann auch dem Hund beibringen muss, ruhig zu warten, während andere trainieren, übersieht man schnell. Das war auch das, was meine Agi-Träume zerstört hat. Ich fands einfach super langweilig.

    Von daher würde ich Anfängern immer zu gemäßigten Allroundern raten. Die Empfehlung haben wir bekommen und ich bin sehr froh, dass es dann bei uns der Pudel wurde. Unser Pudel hat eine Menge Hundesport mit mir ausprobiert. Ich hätte früher nicht geglaubt, dass ich mal mit einem Pudel Obedience mache... :rolling_on_the_floor_laughing:

    Und Allrounder gibt es ja eine ganze Menge, nicht nur den vermeintlichen Oma-Hund Pudel. :winking_face:

    das sie ne canis ausbildung hat ,sagt auch nichts aus.... es gibt so viele canisabsolventen die diese ausbildung falsch verstehen /interpretieren.

    Ich verstehe nicht, welche Rolle die Ausbildung heute noch spielt bzw. wie man das überhaupt beurteilen will. Die ist immerhin auch 15 Jahre her. Ich würde es eher merkwürdig finden, wenn sich jemand in 15 Jahren Beruf nicht von der Ausbildung wegentwickelt.

    ich habe in den 17 jahren hundehaltung genau 3 canistrainer/innen kennengelernt die ihren job gut machen,eine davon mit umfangreichem medizinischem wissen.

    Wenn du in der Zeit genau 3 Canis Trainer kennengelernt hast, ist das eine gute Quote. :winking_face: