Beiträge von Cave Canem

    Provokante These:

    Ich finde, dass 99% der Hunde in unserer Gesellschaft kein artgerechtes Leben führen können. Bis auf die ausdrücklich zum Begleithund gezüchteten Rassen, hatten ALLE Hunde mal eine Aufgabe und somit ein Zuchtziel.

    Tierschutz, und gerade Auslandstierschutz, wird doch total ad absurdum geführt, wenn man sieht, was alles für Hundetypen importiert werden. Fast keiner davon passt mit seinen Anlagen hier her.

    Genauso, wie viele Labbis und andere Retriever, die ihr Leben als "Familienhunde" fristen, ohne rassentypische Auslastung.

    Der Husky bei uns? Der Aussie und BC, die oft Verhalten entwickeln, die aus Unterforderung entstehen? Der CC in der Stadtwohnung?

    Alles gut gemeint und beim guten Züchter gekauft.

    Würde nicht TS schon da anfangen, Jagdhunde nur an Jäger zu geben, Hütehunde nur zur Herde, etc?

    Ich finde es daher keinen Unterschied, ob ein Hund beim TS geholt wird, oder beim Züchter gekauft wird. Die wenigsten Hunde passen doch in das Leben, das sie bei uns führen (müssen).

    Am wertvollsten ist doch, dass der HH sich wirklich bemüht, dem Hund ein "artgerechtes" Leben zu bieten.

    Also in meiner Umgebung hier gelingt das leider den Wenigsten.

    Ich hatte zwei Hunde in meinem Leben.

    Einmal einen Welpen aus einem Ups-Wurf. Beide Eltern bekannt und ohne Vorplanung hier eingezogen. Ein großer gestromter Rüde, der für Alles zu haben war, mir aber trotzdem viel abverlangst hat. Er wurde 13 Jahre alt.

    Mein Zweithund sollte ein Welpe vom Züchter in meiner Traumrasse (CC) werden. Während meiner Recherchezeit wurde mir eine CC Hündin als Abgabe-Junghund angeboten (Züchterhund mit FCI-Papieren). Ich habe sofort zugegriffen und den besten Hund aller Zeiten bekommen. Sie wird jetzt bald neun Jahre alt und uns allen graut, wenn sie mal nicht mehr da ist.

    Bis auf einen Auslands-TS Hund würde ich alles nehmen, nur einen Welpen würde ich aus Altersgründen nicht mehr wollen. Wahrscheinlich würde ich auf Molosser-in-Not Seiten schauen, ob etwas dabei ist.

    Wir in Bayern haben ja Rasselisten, die aber nichts bringen, wenn nicht kontrolliert wird.

    In den fast neun Jahren, die ich Wilma jetzt habe, wollte noch nie jemand das Gutachten des Wesenstests sehen.

    Wenn ich keinen absolviert hätte, würde das (bis jetzt) keinen Unterschied machen. Bei der Anmeldung habe ich den Sachbearbeiter bei der Stadt darauf hingewiesen, dass der CC ein Listenhund der Kat.II ist. Von der Rasse hatte der noch nie gehört, geschweige denn, dass ich Wesenstests machen muss.

    Theoretisch sollte ich das Gutachten auch immer in Kopie dabei haben.....

    Außerdem fände ich den Praxisteil mit 12 Monaten viel zu früh. Da ist doch noch kein halbwegs großer Hund auch nur annähernd erwachsen.

    Bei uns muss der Hund 18 Monate alt sein, selbst das ist noch sehr jung.

    Um so Unglücke wie z.B. mit Sam zu verhindern, hätte der Test nichts gebracht. Der lebte ja wohl schon länger unauffällig in der Familie.

    Ein theoretischer SKDN schadet nicht, viel bringen wird er aber auch nicht.

    Und wer nicht anmelden will, tut es nicht, egal was gefordert wird. Unabhängig von BL und den dortigen Bestimmungen und Regelungen.

    Optiker habe ich vergessen.

    Aufzug fahren kennt Wilma auch.

    Je enger es ist, desto mehr muss ich managen, aber es geht. Am Besten ist, wenn sie ignoriert wird, Leute (meist Männer), die meinen Wilma ansprechen zu müssen, werden von Wilma mit aufgeblasenen Backen begrüßt und bekommen von mir die Aufforderung, den Hund bitte zu ignorieren.

    Naja, Wesenstest hat auch was Gutes, man trainiert halt viele Situationen.

    Baumarkt, Apotheke, Autohaus, Wahllokal, Bank, Post, Café, Zoo, Notar, Geschäfte, mehr fällt mir so adhoc nicht ein.

    Sie irgendwo ablegen und weg gehen könnte ich bei Wilma nie. Dazu ist sie nicht menschenfreundlich genug, ich muss sie an öffentlichen Plätzen schon im Blick haben.

    Diego war da anders, den konnte ich im Lokal unter dem Tisch ablegen und zum Buffet gehen, oder im Möbelhaus ablegen und rum schauen, der war auch in der Grundschule dabei. Der ist auch in einer überfüllten Trambahn entspannt gewesen.

    Alles Dinge, die ich so mit Wilma nicht machen kann. Aber wenn sie direkt bei mir ist, geht eigentlich Vieles.

    Öffentliche Verkehrsmittel meide ich, da ist mir das mit fremden Menschen zu eng.

    Niemand war dabei, woher nehmen die diese Sicherheit?

    Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?

    Ich glaube, den Gedanken wirklich zuzulassen, dass der geliebte Familienhund den eigenen Besitzer getötet hat, ist schwer zu ertragen!

    Der Gedanke daran übersteigt wahrscheinlich alles, was man sich vorstellen kann, wenn man mit dem Hund jahrelang zusammen gelebt hat.