Beiträge von Ariodante

    So ganz verstehe ich noch nicht, worauf die Frage rausläuft. Noch Ok für meinen eigenen Standard? Noch ok, bevor ich den Halter deutlich anspreche? Noch ok, bevor ich beim Vetamt anrufe?

    Nach meinen eigenen Standards ist ganz viel schon in meiner Umgebung nicht ok, aber das liegt primär daran, dass ich very judgmental bin und wahnsinnig gut mit Splittern in andererleuts Augen und nicht so gut mit den Balken im eigenen. Wenn ich dann mal einen Schritt zurücktrete, sehe ich meist einen durchschnittlichen Haushund, dessen Haltung nicht der DF-Bubble gerecht wird - allerdings ich gehe ich davon aus, dass auch viele DF-Hunde und deren Haltung an der DF-Latte scheitern würden. Das hier ist immer noch Social Media, und man sieht, was einem die Leute zeigen wollen (ok, manchmal versehentlich etwas mehr) und sagen wollen, ein subjektiv gefiltertes Bild eben.

    Insgesamt sehe ich es ähnlich wie Pinkelpirscher; ich denke nicht, dass Menschen auf ihre Hunde im Schnitt schlechter achtgeben als auf ihre Kinder oder sich selbst. Sondern halt gleich schlecht. So ist das eben.

    Und ein Punkt noch, weil es quasi mehrfach als Ausrede der Halter angeführt wurde: Der TA sagt, das ist ok so/sagt nichts dazu. Ich frage mich tatsächlich, woher umfassendes Wissen und ein kritischer Blick auf den Hund eigentlich kommen soll, wenn man nicht z.B. in unserer Bubble abhängt, sondern mit durchschnittlich engagierten Leuten zu tun hat. So als Beispiel: Lilly ist mein erster Hund. Keiner von drei TA hat jemals was zu Lilly Figur gesagt, einschließlich der Orthopädin (die natürlich schon allgemein erwähnt hat, dass Gewichtskontrolle bei Arthrose wichtig ist). Als ich zu der Physio im Nebensatz sagte, Gewicht ist ja kein Problem, meinte sie nur „naja“. Und hat auf Nachfrage ausführlich erklärt, wie sich ein idealgewichtiger Hund anfühlt. Spoiler: Nicht wie Lilly zu dem Zeitpunkt. Kommentare meiner Groomerin oder von Bekannten über Lillys Gewicht hätte ich bis dahin auch nicht ernst genommen, weil, die TÄ sind ja fein mit der Situation. Ich versteh daher schon, woher der Satz kommt.

    Ich bin der Meinung, daß es des Aufbaus eines geschulten Immunsystems bedarf, um auch gegen Viruserkrankungen gewappnet zu sein.

    Das ist im Grunde genau das, was eine Impfung tut: Es schult das Immunsystem, damit es gegen Viruserkrankungen gewappnet ist. Und das in einem abgesicherten Rahmen, anders als ein Kontakt mit tatsächlichen Viren, denen der Hund begegnet.

    Es ist auch ein Missverständnis, dass das Immunsystem funktioniert wie Muskeln oder Fitness; je besser in Form desto desto kann es mit Belastungen umgehen - so geht es leider nicht. Das Immunsystem muss den spezifischen Eindringling als solchen erkennen und schnell eine Immunantwort entwickeln. Genau das „trainiert“ die Impfung (grob vereinfacht gesagt). Der kontrollierte Kontakt mit dem Virus lehrt das Immunsystem, was zu tun ist. Frische Luft, viel Natur Wind und Wetter, gute Ernährung, alles super, aber dadurch erkennt das Immunsystem noch lange nicht einen Staupevirus und weiß, was zu tun ist.

    Erste Nacht in der Ferienwohnung. Bin morgens sehr früh los, daher früh im Bett, Lilly hat sich ins Wohnzimmer zurückgezogen. Nach ein paar Stunden werde ich wach von, tap tap tap, Hundepfoten auf Parkett.

    Ich, etwas gerührt: Awwwww, der Hund hat Heimweh und sucht zum Trost meine Nähe!

    Hund, etwas gerührt: Awwww, sie hat das Betthupferl für mich aufgehoben, dass ich vorhin vergessen habe abzuholen! [Lefzen leckend zurück ins Wohnzimmer]

    Neben der Zeit ist der Hund ja auch steuerlich auf die neue Halterin umgemeldet, die Umstände klingen nicht so ganz vergleichbar.

    . Wie gesagt, ich weiß es nicht von ihr, sondern nur über Dritte.

    Das klingt nicht so, als ständet ihr euch nah. Ganz ehrlich, ich finde das eher übergriffig. Ihr Leben, ihre Entscheidung. Klar kann man anbieten, von eigenen Erfahrungen zu erzählen oder mit Rat zu unterstützen, aber sonst geht einen das nicht so wirklich was an. Und im übrigen wird so mancher Welpe groß, ohne dass die Halter den Ansprüchen des DF an Vorbereitung und Planung entsprechen. Die meisten wahrscheinlich.

    Das ist auch in diesem Fall teilweise relevant, weil die Behauptung "D trug Maulkorb" nicht weiter berücksichtigt wurde, und auch die Herkunft der DNA-Spuren nicht zweifelsfrei geklärt wurden.

    Dazu gibt es ein rechtskräftiges Urteil, in dem dazu eine Feststellung getroffen wurde. Auf die beziehen sich Anordnung und neues Urteil.

    Unabhängig von der rechtlichen Grundlage finde ich das Argument eh nicht überzeugend. Es geht ja nicht um einen Strafprozess gegen die Hunde, wo es um individuelle Schuldbestimmung und Strafzumessung für die drei Hunde geht, sondern um deren Gefährlichkeit. Selbst wenn D einen Maulkorb gehabt hätte, der sie an einem tödlichen Biss gehindert hätte, sie hat ja wohl nicht unbeteiligt daneben gestanden, sondern mitgemischt. Dürfte für die Annahme der Gefährlichkeit auch schon reichen, würde ich ja meinen.

    Lilly ist an und für sich kein emotional-hektischer Hund. Bei der Leckerlisuche im Wohnzimmer ist sie aber schon mit Eifer und Schwung dabei.

    Womit ich trotzdem nicht gerechnet habe: Dass sie dabei mit Anlauf kopfüber in den rumstehenden Karton voller Zeitungspapier springt, zweieinhalbfache Schulterhöhe von ihr, mit dem Karton umkippt und beim Rauskullern die Hundekamera mitreißt.

    Da war es übrigens nicht versteckt, das Leckerli.