Beiträge von Ariodante

    Unsere Züchterin hat auch Fragen gestellt...finanzielle Sicherheit, wie wird der Hund leben, was hat man vor und wie stellt man sich das gemeinsame Leben vor. Aber es war ein Gespräch auf Augenhöhe und sehr angenehm.

    […]. Wir haben sowohl eine WhatsApp Gruppe für den Wurf als auch für alle, die einen Hund aus der Zucht haben. Man kann sich austauschen und die Züchterin steht jederzeit für Fragen zur Verfügung.

    So würde ich übrigens im Grunde den Kontakt mit „meiner“ Orga beschreiben. Um mal ein Gegengewicht zu den Horrorstorys mit dem schrecklichen TS-Prozess zu setzen.

    Ich hab einfach ein großes Problem damit, jemanden in meine Wohnung zu lassen. Deswegen hatte ich ja die Kontrollen als Spaziergang außerhalb angeboten. Aber da war leider keine Bereitschaft dazu da. Und dann wird es halt leider nie ein Tierschutzhund, wenn das immer die Vorraussetzung ist.

    Musst du nur auf die nächste Pandemie warten - wir haben das per Video gemacht :D.

    Ich würde es nicht mal nur auf Naivetät zurückführen, sondern auf unbedingtes „ich will den aber haben.“ Aus welchen Gründen auch immer. Ich kanns nicht genau verstehen, weil ich mir (mit einer Ausnahme) niemals einen Hund nur nach Bild aussuchen würde. Mir fehlt da aber auch jeglicher Ansatz in Richtung „Seelenverbindung“, „Schicksal/soll so sein“, „dankbares Hundeli“ oder Sonstiges :smile: Da werden ganz ganz viele Vorstellungen und Wünsche auf ein Bild projiziert, mMn.

    Wie das so ist mit Klischees: Gibt es sicher, aber wie allgemeingültig soll das sein?

    Man kann auch mit anderem Mindset einen Hund aus dem Internet aussuchen. Hier (Achtung, anekdotische Evidenz) döst gerade so ein Exemplar, dessen Profil ich zufällig gesehen habe: Alter? Check. Größe? Check. Beschreibung von Charakter und was sie kann/nicht kann? Check. Und ein putziger Wuschel ist es auch - ich glaub, ich ruf da mal an.

    Nix Seelenverbindung, Schicksal, Dankbarkeit und anderer Kitsch.

    Und wie bei ganz vielen Aspekten, die hier diskutiert werden, gibt es m. E. das Gegenstück beim Züchter: Der Welpe hat mich ausgesucht, er ist auf mich zugekrabbelt, Seelenverwandtschaft, Schicksal, Herzchen, Herzchen, Herzchen!! Oder: Ich will aber den Jagdhund als Familienhund!!!11!!, das wird schon mit ganz viel Liebe und Spazierengehen. Auch nur Klischees (wie im TS auch), aber gibt es eben. Ich halte das eher für eine konstante Variante in der Art, wie sich Menschen Hunde anschaffen, wo auch immer.

    Will gar nix zu Designermischlingen und Vermehrer etc sagen, aber ich habe mal durch deine Beiträge gescrollt und bin hierüber gestolpert:

    Würde mir auch bei keinem Züchter einen Hund holen dessen Hunde gesundheitlich nicht abgecheckt wurden und bei dem ich kein gutes Gefühl habe!

    Ich denke, der Welpe erfüllt deine eigenen Ansprüche nicht, und dein schlechtes Gefühl ist richtig. Klingt für mich nach potenziellen (kostenintensiven) gesundheitlichen Baustellen.

    Heute mal perfektes Spazierwetter, kühl, aber endlich mal kein strömender Regen, also mal raus mit dem Hund in eine Ecke, wo ich lang nicht war: Streuobstwiesen, Binnendünen, Pferdekoppeln, hach, schön.

    Wir kommen an einer Schafsweide vorbei, Schafe weit weg am Horizont, mit einem Elektrozaun sehr nah am Weg. Den ich nicht als Elektrozaun erkannt habe. Weshalb ich nicht mit voller Aufmerksamkeit beim Hund bin, als sie sich schnüffelnd etwas zurückfallen lässt. Da jault Lilly schon in Panik in höchsten Tönen los, ich wirble rum und sehe, dass sie offenbar beim Schnüffeln den Kopf durch die großen Maschen gesteckt hat und jetzt vor lauter Panik - voll unter Strom sozusagen - den Kopf nicht mehr rauskriegt. Und was macht der kleine dumme Hund, bevor ich sie erreichen kann? Quetscht sich panisch durch den Zaun auf die andere Seite.

    Da stehen wir nun, ich auf der einen Seite, sie auf der anderen, zwischen uns der gar nicht mal so niedrige Elektrozaun, und gucken doof. Und nun?

    Zum Glück ließ sich der buchstäblich geschockte Hund recht nah an den Zaun locken, bis ich sie, artistisch verbogen, über den Zaun am Geschirr packen und daran vorsichtig über den Zaun balancieren konnte. Kennt ihr noch dieses Geschicklichkeitsspiel, wo man eine Drahtöse vorsichtig um einen unter Strom stehenden gebogenen Draht führen musste? So etwa. Nur mit Hund statt Drahtöse.

    Der Hund hat aber ein wirklich sonniges Gemüt. Auch ohne Stromschlag jetzt leicht zitternd, setze ich sie vorsichtig ab, sie schüttelt sich einmal - und trabt munter weiter Richtung stromgeschützte Pferdekoppel. (Ja, ich habe die Schleppleine dann erst mal kürzer genommen.)