Also gar nicht ableinbar oder durchaus trainierbar? Ist es auch möglich,das es gar nicht so durchkommt oder sehr unwahrscheinlich?
Einen Jagdhund ohne bzw. mit wenig Jagdtrieb zu erwischen, ist schon sehr unwahrscheinlich, auch wenn es das natürlich gibt. Darauf würde ich nicht spekulieren.
Aber Münsterländer gehören zumindest schon mal zu den Jagdhunden, die bei der Jagd mit ihrem Menschen zusammenarbeiten und die Chancen, ein später ableinbares Exemplar zu bekommen, sind schon mal größer, als bei eigenständigen Jägern. Bei einem so jungen Hund ist es auch zumindest kein Hund, der schon aktiv zur Jagd eingesetzt wurde, das macht es auch noch mal einfacher.
Grundsätzlich braucht es aber natürlich einiges an Training und es kommt auch auf das Gassiumfeld an. Wie übersichtlich ist es, wie wildreich (merkt man aber oft erst, wenn man tatsächlich einen Hund mit ordentlich Jagdtrieb hat). Ersatzbeschäftigung mit Nasenarbeit würde ich auf alle Fälle anpeilen (das muss jetzt auch nicht hoch professionell sein, grad sowas wie Dummytraining, ZOS etc. kann man auch allein gut hinbekommen) Allerdings gibt es auch Hunde, die daraus keine großartige Befriedigung ziehen, weil es nicht um echte Beute geht.
Ich hab einen Pointer- und einen Bretonenmix aus dem Tierschutz. Keine Münsterländer, aber auch Vorsteher. Der Pointer ist seit knapp 7 Jahren bei mir und läuft nur an der Straße angeleint, das hat aber schon so 2 Jahre intensives Training gebraucht, bis sie soweit war (Erregung kontrollieren, Wild anzeigen statt los brettern, umorientieren etc.) Anfangs stand sie schreiend in der Leine, wenn sie irgendwo am anderen Ende des Feldes einen Fasan getwittert hat, mittlerweile ist sie wirklich sehr verlässlich.
Trotzdem hab ich beim Spazierengehen immer die Umgebung im Auge und auch den Hund (da weiß man nach einer Weile nicht nur, dass da was ist, sondern auch, welches Tier der Hund wittert und wie weit das etwa weg ist) und Spaziergänge mit anderen Menschen oder sonstiger Ablenkung sind in wildreicheren Gebieten eher suboptimal. Da ist die Verlockung, meine Unaufmerksamkeit auszunutzen, einfach zu groß...
Der Bretonenmix ist seit einem knappen Jahr bei mir, in wildärmeren Gebieten kann sie mittlerweile freilaufen und ist nicht sofort weg, wenn sie was in die Nase bekommt. Allerdings ist sie noch weit davon entfernt, sich länger beherrschen zu können. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich da noch einiges tut.
Insgesamt empfinde ich beide als unkompliziert, da sie einfach gern mitarbeiten und sehr kooperativ sind. Und halt auch verträglich mit Hund und Mensch, das macht den Alltag sehr entspannend.