Ich mache tatsächlich einen Unterschied zwischen Alltag und Sport. Bei letzterem arbeite ich nur mit positiver Verstärkung. (Außer mein oft gelachtes „ach Mäuschen“ wenn sie Mist macht, zählt als Strafe, ich denke aber nicht, dass das direkt zu einer Reduktion des Verhaltens führt).
Ja, wir sind damit wahrscheinlich langsamer als wir sein könnten, das ist mir im Sport aber egal.
Auch neue Vokabeln bringe ich mit positiver Verstärkung bei. Wenn der Hund z.B. vom Sofa runter soll, bringe ich ihm erst die Vokabel „runter“ mit Bestätigung bei. Den Versuch wieder hoch zu springen breche ich per Strafe ab, wobei die wenn man früh genug eingreift (sobald der Hund darüber nachdenkt, wieder hoch zu springen) hier bisher immer nur minimal sein musste. Z.B. eine leichte Bewegung des Vorderkörpers, oder wenn dem Hund schon bekannt, ein Kopfschütteln oder nein. So kann der Hund das runter als „ich darf auch nicht sofort wieder drauf“ verknüpfen. Als Alternative kann man den Hund auch irgendwo hinschicken, dann brauchts keine Strafe. Ist wohl Geschmacksache.
Für mich ist die Basis aber sowieso einen zuhörenden Hund zu haben. Ich finde, wenn der Hund verstanden hat, dass Kommunikation und Kooperation sich total gut anfühlt und lohnt, geht Erziehung über überwiegend positive Verstärkung viel besser. Ich versuche so wenig wie möglich zu strafen, insbesondere nie mit Schreck- und Schmerzreizen. Ich finde, Strafen sollten auch immer das Ziel haben, dass man sie so selten wie möglich wiederholen muss. Spätestens, wenn ich häufiger Strafe, muss ich mich ja fragen, was schief läuft, wenn das Verhalten nicht abgestellt wird.
Ich finde, dem widerspricht in der Praxis oft die Aussage, dass manche Hunde halt ne härtere Hand bräuchten. Ich seh das so oft bei typisch als „hart“ angesehenen Kandidaten, wie manchen Gebrauchshunden. Wenn man seinem Hund z.B. bei jeder Fremdhundebegegnung eine überbraten muss, dann funktioniert die Strafe ja ganz offensichtlich nicht und der Hund „braucht“ vielleicht ja doch genau das Gegenteil um sein Verhalten verändern zu können 
Aber es gibt unabhängig vom Erziehungsstil immer die Möglichkeit es halt komplett falsch zu machen.