Ich habe das Thema erst jetzt entdeckt und kenne ja beide Seiten. Bevor ich Milow hatte, bin ich mehrere Jahre mit Hunden gassigegangen, teils Tagesbetreuung, teils "nur" gassi.
Das Erziehungsproblem kenne ich und weiß was du meinst 
Meine Erfahrung ist auch, dass die meisten Hunde nicht wirklich erzogen sind. Man muss schon einiges an Erziehung reinstecken, damit man mit den Hunden: gesittet an der Leine, mit mehreren Hunden und ggf. ohne Leine ENSPANNT laufen kann.
Ich berichte einfach mal von den Hunden, die ich so im Laufe der Zeit hatte:
Luna, dt. Dogge, Hündin, nicht kastriert, schwarz: hab ich betreut im Alter von 2-4 Jahren, 2Mal die Woche zum Gassigehen ca 1-3Std., vereinbart war 1Std.
An sich eigtl. recht gut erzogen, allerdings bei 55-60kg nicht gesittet an der Leine gehen können macht sich bemerkbar, also haben wir dieses Problem weitesgehend beseitigt.
Die Besitzer nutzten selbst ein Halti und das habe ich dann ggf. auch genutzt. Zum Schluss nur noch in besonderen Situation.
Am Anfang waren andere Hunde an der Leine kein Problem, bis die Besitzerin schwanger wurde. Dann kam eben da mal das Halti dran.
Ansonsten habe ich mit den Besitzern alles abgesprochen, z.B. dass ich Luna Bus- und Bahnfahren beigebracht habe (aus reinem Eigennutz, da ich noch keinen Führerschein hatte), aber eben Erziehung.
Oder ich wollt wegen der "netten" Busfahrer, die mich wegen dem gefährlichen Hund ohne Maulkorb nicht mitfahren lassen wollten einen Maulkorb für Luna kaufen. Das wollten die Besitzer allerdings nicht.
Damit musst ich mich dann eben zufrieden geben.
Charly, Tibet Terrier, Rüde, nicht kastriert: im Alter von 2,5-3,5 Jahre betreut, täglich 1-3Std. Beschäftigung/Gassi/Erziehung, ausgemacht war am Anfang je 1 Std. 3 Mal die Woche, ging dann aber auf 2Std/Tägl. weil die Besitzer merkten, wie gut es dem Hund tut.
Charly kannt nichts im Alter von 2,5 Jahren.
Er hatte ein Kettenzugstophalsband und eine Flexi <= sehr gute Kombi (ironie)... und hat alles angebellt, was uns entgegen kam, Freilauf O-Ton der Besitzerin "Oh nein, das ist viiiiel zu gefährlich".
Ich habe ihm dann auch ein Geschirr gekauft, weil ich s besser fand und mag und auch für die Erziehung besser war.
Also habe ich dem Hund alles beigebracht, was ein Hund so kennen sollte: Sitz als erstes
und sonst noch alles mögliche. Nach 1,5Jahren ca. war Charly fertig; konnte gesittet an der Leine laufen, frei laufen, an Joggern/Spaziergängern/Radfahrern etc. vorbei, am Pferd super mit laufen, Bus-Bahnfahren, in der Hundegruppe laufen UND er durfte endlich mal Hundekontakt haben.
Kaum zu glauben, aber er kannte noch nichtmal die Hundesprache? ! Ich hatte einen andern Gassihund bei, der machte eine Spielaufforderung (vorne runter) und Charly hat sich daneben gelegt, weil er dachte er bekommt nen Leckerlie... der konnte damit gar nichts anfangen.
Eine Zusatzsache, die ich bei Charly einfach nicht mit ansehen konnte. Charly wurde als Tibet Terrier alle 6-8 Wochen geschoren, weil er sich angeblich nicht kämmen lies. Also habe ich mir Bürsten/Kamm gekauft und angefangen ihn zu bürsten. Ja er hat angefangen zu kniepen und knabbern, aber er hat letztendlich auch gelernt ruhig liegen zu bleiben und sich von mir super kämmen zu lassen.
Nachdem ich Charly also quasi komplett erzogen hatte, traute ich mir auch einen eigenen Hund zu 
Lucky, mittelgroßer Mix, betreut im Alter von 5-7 Jahren: Lucky ist ein gut erzogener Hund, der hyperaktiv ist (vom Tierarzt bestätigt) hatte nur ein Manko, er mochte nicht beschnuppert werden. Da ich das wusste konnte ich das berücksichtigen und es war mit ihm trotzdem super möglich in der Gruppe zu gehen.
Das waren jetzt so mal ein paar Beispiele, wie es sein kann. Meiner Meinung nach:
- entweder der Hund ist so gut erzogen, dass er so mitlaufen kann ohne Probleme ODER
- ich muss in die Erziehung eingreifen, um ihn kontrollieren zu können, und Gefahren (andere Hunde, Straßen, Wild) verhindern zu können.
Zusammengefasst, habe ich viel mit den Hunden gemacht: Sachen gekauft und bin länger mit den Hunden gegangen oder sonst was, einfach weil es mir Spaß gemacht hat und mein Hobby war. Wenn das mein Beruf wäre, dann wäre sowas wahrscheinlich nicht drin.
Fazit von mir: ganz ohne Erziehung geht es nicht wirklich, denn die Hunde müssen wissen, was sie bei mir dürfen und was nicht.
Eine Sache, die ich durch das Hundesitten gelernt habe. Hund können sehr wohl zuordnen und lernen bei wem sie was dürfen. Und wenn der Hund bei mir hört, dann heißt das noch lange nicht, dass das beim Halter auch klappt, kann, muss aber nicht.
Wenn der Hund allerdings keine Erziehung genossen hat, wirkt sich die Erziehung beim Gassigehen auch auf das zu Hause aus (war bei Charly so).
Bei Charlys Halterin habe ich allerdings auch gelernt, zu was Besitzer bereit sind, wenn sie merken, dass es dem Hund beim Hundesitter gut geht. (Per PN gebe ich auch gerne raus, was bei täglich 2 Std. so rauskam).
Von den Besitzern waren die Erwartungen eigtl. die gleichen. Der Hund soll eine bestimmte Zeit bespaßt werden, Erziehung ja, aber in Absprache.
So und nun die andere Seite: ich als Hundehalterin, ich versuche mal deine Fragen zu beantworten:
Mein Hund: Milow, Dalmatiner, Rüde, nicht kastriert, ich sage mal recht gut erzogen, aber er lässt auch mal den Macho raushängen, dazu unten aber mehr.
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Benötigt ihr einen Hundesitter?
==> ja, da ich studiere, allerdings 41Std./Woche. Ich habe aber den Vorteil direkt was Geld zu verdienen, so das ich mir von einem Kleingeld einen Hundesitter leisten kann.
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Wenn ja, was erwartet ihr von ihm?
==> Je nachdem was ich dafür bezahle, erwarte ich eine entsprechende Leistung.
Im Klartext: wenn ich 15 Euro für eine Tagesbetreuung bezahle, dann erwarte ich, dass der Hund ausgelastet ist (mind. eine Stunde Auslauf, im Gehege oder frei), dass der Hund zusätzlich nicht allzu viel Stress hat und eben nicht nur Spaß ist, sondern dass es auch geregelte Ruhezeiten gibt und was mir ganz wichtig ist: keine Beißereien!
Klar kann es gerade, wie bei meinem, als unkastriertet Rüde mal zu Rangeleien kommen. Meiner ist allerdings sozialiesiert und geht nicht grundlos auf andere Hunde los.
Wenn ich allerdings, so wie im Moment, nur 5 Euro pro Gassigang bezahle. Da erwarte ich auch nicht viel und bin froh, dass Milow überhaupt rauskommt, auch wenn es nur 30-45Min sind.
Und das ist dann auch der Punkt. Mehr kann ich mir nicht leisten 
Ich erwarte vom Hundesitter vor allem, dass er konsequent ist und dass er den Hund einschätzen kann (z.B. wo lass ich ihn laufen, mit welchem Hund zusammen in der Gruppe etc.).
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Soll er die Hunde nur bespaßen oder ggfs. erzieherisch tätig werden?
s.o. HUTAS, wo die Hunde den ganzen Tag auf engstem Raum zusammen im Auslauf sind und "Spaß" haben mag ich persönlich nicht. Mein Hund brauche keine 8Std. non-stop Beschäftigung 1-2 Stunden, wo er auch die Möglichkeit hat sich in Ruhe zu lösen, aber auch mal eine Runde zu toben, das reicht mir persönlich. Denn ich möchte keinen Hund, der nicht mehr weiß, was Ruhe ist.
Was interessant ist, dass sich Milow bei den Sittern völlig anders verhält als bei mir. Zum Glück aber im Positiven: er hört super, pöbelt nicht, muckt nicht, zofft nicht, lässt sich auch von andern Leuten was sagen (Freund der Gassigeherin), was er sonst nicht wirklich tut.
Einzige Regel bei Milow: man muss ihm klar machen, dass man es ernst meint, also sehr konsequent sein (er testet aus, was er machen kann und nutzt das dann auch).
Was mir noch einfällt. Futter auf dem Boden für alle verteilen oder Spielzeug zur freien Verfügung bei mehreren "fremden" Hunden für mich ein No-Go. <= ich sags nur, weil ich sowas schon gehört und gesehen habe.
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Ich bin gewerblicher Gassigeher und diese Frage ist mein "täglich Brot"...der grundsätzliche Deal zwischen mir und den Haltern ist ja eigentlich:
Ich verschaffe den Hunden Bewegung und bekomme dafür Geld.
Gibt einige Hunde da klappt das gut.
Das ist ne verschwindende Minderheit...denn dafür muss der Hund gut erzogen sein.
Was also tun?Mit zehn Schleppleinen gleichzeitig laufen oder den Hunden Manieren beibringen?
Ich würde den Besitzern immer sagen, entweder der Hund ist erzogen oder er wird so erzogen, sonst kann ich ihn nicht nehmen. Zusätzlich würde ich den Besitzerin anbieten, Tipps zu geben und ihnen helfen, sofern sie denn wollen bei der Erziehung. Viele haben schlichtweg keine Ahnung.
Ich glaube, dass sich die meisten Besitzer eher freuen, wenn der Hund erzogen wird und nicht so wie hier im DF *zwinker*, wo viele nicht wollen dass sich in die Erziehung eingemischt wird.
Es gehört eben Vertrauen dazu. Und wenn ich jmd. meinen Hund anvertraue, dann auch soweit, dass er mit angemessener Erziehung mit dem Hund umgeht. Von Massen (Halti, Schleppleinen etc.) -Anwednungen will ich aber nicht reden... sowas mag ich gar nicht weder Hundsitter, die mit 5 Hunden jeweils nur am Halti gehen, noch Hundesitter mit 10 Hunden, wovon 5 an der Schlepp laufen. <= die kann man nicht unter Kontrolle haben!
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Wie den Spagat hinbekommen einerseits keine "Massenveranstaltung" zu machen bei der der einzelne Hunde untergeht, anderseits aber sein Auskommen sichern.
Die Leute wollen, verständlicherweise, so wenig wie möglich zahlen...für ne Tagesbetreuung 15 Euro...in Großstädten vielleicht noch ein Zehner mehr...aber dann ist Schicht im Schacht.
So kommt es dazu, dass Hunde in so genannten Hutas, die ja wie Pilze aus dem Boden sprießen, die eben nicht wirklich gruppenfähig sind, stundenlang an der Heizung angekettet werden...die Besitzer wissen von nix...
Aber die Hunde werden trotzdem angenommen...von irgendwas muss man ja leben.
Es scheint eine extrem große Nachfrage nach Hundebetreuung zu geben...und klar, die muss irgendwie gestillt werden. Die Zeiten sind für viele Hunde glücklicherweise vorbei, in denen Hunde dann halt zehn Stunden am Stück alleine bleiben, da sucht man sich jemanden, der das auffängt.
Nur wie soll das am besten aussehen?
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Ich denke, so wie du es machst, machst du es richtig :) Ein dickes Lob an dich, ich freue mich immer von dir und deinen Gassihunden zu lesen!
Wie oben geschrieben, ohne Erziehung kann man keine Gruppe führen. Entweder der Hund wird vom Besitzer so erzogen, dass er in der Gruppe so mitläuft, oder der Hundesitter muss eingreifen.
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Wie bekommt man den Anspruch an qualitativ hochwertige, individuelle Hundebetreuung mit finanziellen Zwängen vereint?
Mir persönlich ist eben die Auslastung des Hundes und die Möglichkeit, dass er sich lösen kann wichtig; Schmusen und Kuscheln kann ich mit ihm zu Hause *zwinker*. Von daher denke ich muss man sich, wenn die Hunde die Gruppe kennen nicht um jeden einzelnen kümmern.
Ich habe es immer so gemacht, dass ich zwischendurch mit jedem einzlnen Gassigänge gemacht, das kann man natürlich als einzelne Person als Hundesitter nicht machen, aber man kann sich auch mal 5Min. mit den Hunden die möchten beschäftigen, ein bisschen Unterordnung etc.
Mir und vor allem den Hunden haben diese kurzen UO-Einheiten viel Spaß gemacht, weil jeder Hund es versucht besser zu machen. Wenn man Langeweile hat, kann man auch UO mit allen gleichzeitig machen, je nachdem wie viele Hunde es sind. (Alle machen Sitz, alle Platz und warten). Das macht viel Spaß, kostet aber auch Zeit und Arbeit *zwinker*
Sowas erwarte ich nicht vom Hundesitter, wenn er das möchte ok, aber muss nicht sein.
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Wer arbeitet hier als Hundesitter/Gassigänger etc. und wie regelt ihr das?
Zu dem Zeitpunkt war ich Schülerin, im Alter von 14-20 Jahren und ich war froh, dass die Besitzer von Luna, mir mit 16 Jahren so einen großen Hund zugertraut haben. Angefangen habe ich mit 14 mit einem mittelgroßen Mix, so ähnlich wie Lucky, gut erzogen und ein super Kinderhund.
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Wer hat einen Hundesitter und was ist euch da wichtig?
s.o. ich glaube das habe ich soweit beantwortet *zwinker*
Sorry, ist lang geworden *zwinker*
Eine Frage auch an dich:
Hast du eine Homepage für dein Hundesitting, wie siehst du das Ganze? Hast du das hier schon geschrieben?