ich kann auch durchaus verstehen, dass ich für einige von euch eine nicht allzu klare Linie fahre und meine Beiträge vielleicht scheinheilig rüberkommen?
Nein, für mich kommt das gar nicht so rüber. Ich erlebe Dich als offen und kritikfähig, und ich hab gleichzeitig das Gefühl, dass (logischerweise) wir im Forum Lesende einen ganz anderen emotionalen Abstand zu Acqua haben und manche Dinge von außen anders beurteilen.
Ich hab mir einfach mal ein paar Zitate rausgegriffen:
dass es auch Ausnahmefälle waren bisher.
Aber zum Beispiel im gemeinsamen Freilauf ist Acqua anderen Hunden gegenüber freundlich.
Und dieses manchmal ist eben gerade vor 2 Wochen passiert, wo wir nicht mit der Leine gegangen sind, was mich unglaublich ärgert, aber Acqua meiner und auch der Trainerin Meinung nach noch lange nicht zu einem unsozialen und unverträglichen Hund macht.
wie entspannt Acqua auch sein kann und ganz generell ist.
Es geht mir gar nicht darum, dass ich Acqua irgendwie permanent mit "gezückten Messern" herumlaufen sehe. Ihr trainiert, Ihr habt viele schöne Zeiten, das ist alles klasse! Aber: genau so ist es bisher auch zu den Vorfällen gekommen. Alles war easy mit der Oma/ den anderen Hunden/..., bis zu dem einen Moment, in dem Acqua halt doch entschieden hat, dass er die Messer wetzt. Mir geht es darum, anzuerkennen, dass Acqua zum einen manche Themen hat, z.B. mit seinem Territorium, oder mit Artgenossen, auch wenn er diese Themen nicht durchgängig oder nur selten zeigt, und zum anderen, dass er im übertragenen Sinn eben durchaus Messer in der Tasche hat, die er zücken kann, sprich er kann es völlig ernst meinen und danach auch handeln.
Darum ist hier immer wieder die Rede von vorausschauendem Handeln, das bedeutet: ich genieße, dass mein Hund so entspannt ist, und sorge vor für den Fall, dass heute der eine Ausnahmetag ist.
Lass mich auch nochmal das Kletterbeispiel rauspicken:
Bei dem Klettern beispielsweise, was wir betreiben, ist immer einer unten am Boden und kann mit einem Auge auch den Hund betreuen (aber eben nur mit einem Auge).
Ich dreh das Szenario jetzt einfach mal um: nicht beim Hund passiert was, sondern beim Klettern passiert was Unvorhergesehenes, sowohl beim Kletterer als auch beim Sichernden schießt plötzlich das Adrenalin ein. Acqua kriegt das mit (Stichwort Stimmungsübertragung), und denkt deshalb, es drohe irgendeine Gefahr, z.B. vom zufällig gerade vorbeilaufenden Menschen, und greift ein. In dem Moment seid Ihr beschäftigt, und die Ausnahmesituation ist passiert.
Über dieses Bild (danke für die Fotos!) will ich auch noch ganz kurz was sagen:
Nur ein kurzer Gedanke zur Körpersprache: Acqua hat die Ohren angelegt, den Fang geschlossen und den Blick vom Kind abgewendet, alles Zeichen für mich, dass er sich gerade nicht so wohl fühlt. (Würde sich meine Labbihündin in der Situation übrigens auch nicht.)
Langer Rede kurzer Sinn: wenn Ihr überlegt, bei welchen Dingen Acqua bisher bereits reagiert hat, ähnliche Situationen erahnt, bevor sie eingetreten sind und Acqua entsprechend sichert, auch bevor er Anstalten macht, selbst zu agieren, dann könnt Ihr auch in Zukunft ganz viel Entspannung gemeinsam genießen.
Wie und ob eine solche Sicherung in Euren Alltag passt, kann ich von hier nicht beurteilen, das müsst Ihr selbst hinterfragen.