Beiträge von Frau+Hund

    Es ist allerdings nicht ungewöhnlich, dass verschiedene Wissenschaften dasselbe Wort als Fachbegriff wählen und unterschiedlich definieren. Die Chemie meint mit Bindung auch etwas anderes (heißt auch bond auf englisch) - die haben sogar Doppelbindungen!

    Wenn es um Hunde geht, ist die Biologie und beim Verhalten die Ethologie die Leitwissenschaft.

    Ich kenne den Bindungsbegriff ebenfalls aus der Verhaltensforschung. Konrad Lorenz hat ihn (mit)geprägt.

    Er beschreibt auch schon die Bindung zwischen Hund und Mensch und rät, um eine enge Bindung aufzubauen zu langen Wanderungen mit dem freilaufenden Hund. Bindungen zwischen verschiedenen Tierarten kommen auch bei freilebenden Tieren vor, vielleicht verursacht durch Fehlprägung.

    Diskutiert wird auch eine Bindung zwischen Raben und Wölfen, die sich individuell kennen, gegenseitig suchen und sehr vertraut miteinander umgehen.

    Es gibt ja doch sehr deutliche Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien, dass der genetische Inzuchtkoeffizient ein Risikofaktor für eine kürzere Lebenserwartung ist. Die Lebenserwartung ist das wichtigste, umfassende Kriterium für die Gesundheit.

    Daher interessiert mich das Thema auch als Begleithundkäuferin, genauso wie das Thema des Testens auf vererbte Krankheiten. Das ist für die Zucht nicht leicht ist, Zuchtstrategien zu entwickeln, die genetische Variabilität mit stabilen vorhersagbar Rasseneigenschaften verbinde, kann ich verstehen. Auch, dass das biologisch recht komplizierte Thema für manche Züchter schwierig ist. Es haben nun mal nicht alle Biologie studiert.

    Aber als vor 30 Jahren etwa das Testen auf vererbte Krankheiten begann, war die Skepsis genauso groß. Heute ist es selbstverständlich.

    Für mich wäre jedenfalls ein Züchter, der findet, ich solle mich als Käuferin für ein so relevantes Thema bitte nicht interessieren, draußen. Kann aber jeder machen, wie er will.

    Genetische diversität ersetzt keine gesunde Zuchtbasis und Strategie.

    Falsche Gegenüberstellung: Genetische Diversität und ihre Erhaltung über die Generationen ist ein wichtiger Teil einer gesunden Zuchtbasis. Um sie zu erhalten braucht es Strategien. Diese haben sich in den letzten 10 Jahren durch die Möglichkeit, darauf genetisch zu testen, zum positiven verändert. Aber Vereine und Züchter müssen sie auch nutzen.

    WorkingDogs

    Die Frage, wieviel es ausmacht, dass ein GRSK-Gutachter besser diagnostiziert, als ein gewöhnlicher Tierarzt, lässt sich nur mit Wahrscheinlichkeiten beantworten:

    Wie häufig ist das negative Krankheit in der untersuchten Gruppe? Wenn 10% betroffen sind, kann der weniger erfahrene Diagnostiker auch nur bei 10 von 100 Hunden Fehler machen, wenn 1% betroffen ist, nur bei einem von 100.

    Wieviele Fehler macht der erfahrene Gutachter (mit der entsprechenden Lagerung), wieviele macht der weniger erfahrene (ggf. durch nicht optimale Lagerung). Beide werden die meisten Fälle richtig erkennen, und zwar die besonders schweren Fälle.

    Erst aus diesen Zahlen gemeinsam kann sich der Nutzen des GRSK-Gutachters ergeben.

    Mein Einschätzung sagt, dass der GRSK-Gutachter besser ist, der Nutzen davon aber hier im Forum häufig deutlich überschätzt wird.

    Ich finde, das klingt erst mal gut. Die ganze Testerei ist ja kein Selbstzweck und nur sinnvoll, wenn die Krankheiten (und ihre genetischen Ursachen) relativ häufig auftreten.

    Ich bin gespannt auf die Antwort, die du bekommst. Grundsätzlich finde ich die Markiesje-Idee gut, weil es so wenige kleine Gesellschaftshunde mit natürlicher Körperform und ohne großen Pflegeaufwand gibt. Sie passen gut in die heutige Zeit und werden ja auch genau dafür gezüchtet. Leider sind frühere Neu- oder Rückzüchtungen oft schon bald sehr ingezüchtet gewesen. Auch z.B. Elos oder Eurasier. Andererseits stehen heute durch die genetischen Tests darauf ganz neue Methoden zu Verfügung. Daher hoffe ich, dass es mit den Markiesjes gut weitergeht.

    Neee, wenn mit kranken Tieren gezüchtet wird weil der Gutachter sich nicht auskennt, wie soll dann da was gesundes bei rum kommen.

    Weil ich die Wahrscheinlichkeiten dafür für sehr gering halte.

    Weil erstens muss da überhaupt etwas negatives zu sehen sein und zweitens muss der Gutachter, der immerhin ein ausgebildeter Tierarzt ist, das übersehen.

    Was schätzt du denn bei deiner Rasse, wieviele von 100 getesteten Hunden würden dadurch fälschlich (z.B. mit HD) in die Zucht kommen?