Also wenn wir danach gehen gibt es garkeine artgerechte Pferdehaltung in Deutschland.
Es gibt keine Familienverbände, es gibt nicht die Weite die nötig wäre. Die meisten Leute haben 1-4 Pferde, meist nicht verwandt, meist irgendwo in einem Stall stehen wo auch keine Verwandten sind. Also null Familienverband. Die Pferde stehen in Weideverbänden wo man meist einfach nur hofft das es klappt.
Artgerecht ist das alles nicht.
Übrigens hast du meinen Post davor überlesen, in dem von dir zitierten wollte ich nicht alles wiederholen: Das ist ne Saison. Die Wintersaison sind sie auf den Höfen des jeweiligen Besitzers, mit Stall, mit Weide.
Wo immer es irgendwie möglich ist kriegen die Pferde auch ne Weide auch am Zeltplatz, oder werden bei nur kleinen Stücken dann eben per Hand grasen geführt.
Sie dürfen sich morgens in der Manege austoben, einzeln, maximal 3, immer mit Pferden wo es passt.
Sie werden medizinisch besser betreut als vermutlich 80% der Freizeitpferde, es sind immer mehr Pferde dabei als für die Nummer benötigt werden damit a) ein Pferd das keine Lust hat, verletzt ist, krank ist nicht auftreten muss und b) generell nicht jedes Pferd die gesamte Saison durchgehend immer auftritt.
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Dem möchte ich gerne noch hinzufügen, daß es verdammt lange dauert, Zirkuspferde einsatzbereit zu trainieren.
Gerade in der Freiarbeit braucht man viel Vertrauen.
Und dann benötigt man für ein einsatzfähiges Team immer noch Ersatzpferde für Ausfälle.
Wer die Kaufpreise für rohe, unverdorbene Pferde der bevorzugten Rassen (Weil Marbach Araber, Lippizaner, PRE, Lusitano und Friese) kennt und dort mal eben den Kaufpreis plus 4 Jahre Training plus Pensions- und Reisekosten, plus Angestellte und Tierarzt zusammenrechnet, bekommt mit Sicherheit ein nervöses Zucken.
Das sind sehr wertvolle Mitarbeiter und so werden sie auch behandelt.
Was Atrevido beschrieb, bezog sich auf Erinnerungen vor ca. 30 Jahren. (ich hoffe, ich setze mich jetzt mit meiner Altersschätzung nicht in die Nesseln
).
In der Zwischenzeit hat sich sehr, sehr viel in der Pferdehaltung getan.
Das, was du (Atrevido) meinst, nennt sich "Weben".
Einige Pferde machen das aus Stress, einige aus Langeweile und einige gucken es sich tatsächlich einfach nur ab.
Ja, es ist eine Stereotypie und tritt hauptsächlich dann auf, wenn Pferde nicht artgerecht gehalten werden. (aber nicht nur)
In den Pferden der reinen Pferdezirkusse stecken viel Arbeit, Zeit und Geld.
Auf sie wird sehr geachtet, denn das Publikum ist zu über 90% sehr pferdeaffin und würde eine Qualhaltung nicht unterstützen.
Die Trainer, die dort auftreten, sind sehr namhaft und können sich schlechte Presse durch lahme, hustende, verstörte, gepeinigte oder blutende Pferde absolut nicht leisten.
(im Gegensatz zum internationalen Reitsport
)