Im Gymnasium damals hatten wir ein Erste-Hilfe- Schülerteam. Davon hatten alle einen Erste-Hilfe Kurs gemacht und wir hatten tatsächlich solche Melder, wenn wir Dienst hatten und durften, wenn der ging, den Unterricht verlassen. Bei kleinen Sachen wurden wir gerufen und haben uns drum gekümmert (so das Übliche- Stiche, Kopf- und Bauchschmerzen, auch kleine Wunden wie es einfach oft vorkommt). Bei größeren Sachen haben wir selbstverantwortlich den entsprechenden Schüler in die Klinik begleitet (wurde dann eben im Sekretariat bescheid gesagt dass wir jetzt gehen, damit niemand vermisst wurde) oder, ganz selten, einen RTW gerufen (kam während meiner Schulzeit dort nur einmal vor). Anscheinend wäre das heute in der Form gar nicht mehr möglich. Sehr schade, denn das war eigentlich eine tolle Lösung. Hat aber natürlich Vertrauen erfordert. Ich bin aber froh, dass das damals noch ging. Das hat die Selbstständigkeit der Schülerschaft sehr gefördert. Es gab Sanis in allen Klassen, aber Unterstufen und Mittelstufenschüler waren stets zusammen mit Oberstüflern eingeteilt.
Ein erste Hilfe Team haben wir auch an der Schule, die Schüler dürfen einen Verband anlegen Pflaster, kühlen oder Ähnliches. Salben oder Wundsprays auftragen aber nicht. Und das hat auch nicht mit mangelndem Vertrauen zu tun sondern dass man nie wissen kann ob ein Kind allergisch reagiert und da geht es nicht nur um Hautirritationen sondern alles bis hin zum anaphylaktischen Schock. Wir haben diverse Schüler an der Schule, die chronische Erkrankungen haben, über die werden alle Lehrer unterrichtet und da dürfen dann auch entsprechende Notfallmedikamente gegeben werden, die der Schüler mit sich führt oder die irgendwo hinterlegt sind. Dies gilt natürlich besonders für Klassenfahrten, bestimmte Notfallmaßnahmen bespricht man dann mit den Eltern. Ich habe auch schon auf Fahrten Medikamente „verabreicht“ in telefonischer Absprache mit den Eltern. Wenn ein Kind z.B. leichtes Fieber oder Kopfschmerzen hat und zu Hause dafür Nurofen bekäme und ein Klassenkamerad hat sowas dabei, dann wird mit den Eltern telefoniert und die geben dann das OK. Ist sicherlich eine Grauzone, aber das versteh ich unter gesundem Menschenverstand und anders wären bestimmte Unternehmungen gar nicht mehr möglich. Im Grunde sind solche Regelungen aber sinnvoll zum Schutz aller.