Beiträge von Bordy94

    Natürlich ist es gut, wenn der Hund auch mal die Sau rauslassen kann, das muss auch sein. Nur eben dosiert, aber 1-2mal die Woche klingt da schon deutlich besser als ich erst verstanden habe.

    Ich persönlich würde weniger an den Grundkommandos feilen aktuell. Den Hund mehr Hund sein lassen, einfach lange Schleppleine dran und gut ist. Lass den Hundedinge machen, schnüffeln, rennen, buddeln. Nicht auf jedem Spaziergang etwas trainieren. Ich denke, dass die wohl aktuell gerade auch etwas im Hormonchaos ist und somit auch gar nicht gross aufnahmefähig. Da laufen aktuell viele Dinge ab im Hundekopf.

    Besonders auch was die Impulskontrolle angeht würde ich sehr viel langsamer machen. Natürlich ist das "sich zurücknehmen" wichtig. Aber dies zu üben ermüdet einen Hund geistig meist sehr viel mehr, als man sich als Mensch vorstellen kann. Da bleibt wohl wenig Kapazität für andere Dinge dann.

    Was ich konkret machen würde, wäre ich in der Situation:

    - Gassi gehen= Hundedinge ohne grosse Ansprüche an den Hund. Mal zusammen rennen, Kekse suchen etc. finde ich gut. Aber kein Dauerbespassungsprogramm und keine Kommandokaskaden.

    - ein paar wenige Male in der Woche das trainieren, was euch wichtig ist (bspw. Rückruf etc- aber auch das nicht bis zum erbrechen sondern nur kurze, knackige und vor allem für den Hund spassige Einheiten)

    - Diese Einheiten gegebenenfalls mit einem Ritual ein- und ausklingen lassen, so lange der Hund noch "so drüber" ist

    - Proteinbedarf überprüfen und nachrechnen, ob ein Überschuss vorhanden ist

    (Du findest beispielsweise im Netz gute Angaben zum Proteinbedarf "Meyer Zentek". Dann mit der Tagesration abgleichen und eventuelle Kauartikel dazurechnen (Angaben findest du ja auf den Packungen)

    - Dem Hund auch zuhause Struktur und klare Kommunikation bieten (was darf er/ wo darf er es etc) und diese Regeln auch konsequent erhalten

    - Erst wenn eine gewisse Grundruhe erreicht ist, würde ich überhaupt an Leinenführigkeitstraining denken. Ich denke da liegt nämlich der Hund viel tiefer begraben (Ruhe, Souveränität, Selbstvertrauen und Vertrauen mit den Regeln und Grenzen)

    - Leinenführigkeitstraining nur ganz kurz (am HB), für Freizeit wieder Geschirr. Nicht zu viel erwarten in kurzer Zeit.

    - Ich würde auch nach Möglichkeit mal einen Trainer/ in bei euch zu Hause drüberschauen lassen

    - Ist die Maus gesundheitlich durchgecheckt? Gerade die FB ist ja leider sehr, sehr eine kranke Rasse. Da würde es mich nicht gross verwundern, wenn auch körperlich allenfalls was in den Argen liegt, was dieses Verhalten eventuell noch fördert

    Ich habe leider gerade nicht viel Zeit, ausführlich zu schreiben. Was mir aber auffällt, ist dass das Programm doch ganz schön stressig klingt. Zumal zweimal täglich ziemlich viel für den Kopf zusammenkommt (Impulskontrolle etc.). Jeden Tag rumballern mit Gleichaltrigen finde ich auch eher Kontraproduktiv. Da wäre zwischenzeitlich Kontakt mit einem souveränen erwachsenen Hund m.E. wesentlich sinnvoller.

    Zum Mix sagen sicherlich andere User noch was, das lass ich mal so stehen.

    Insgesamt empfinde ich alles als zu viel und zu unstrukturiert.

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    Mit meiner sehr entspannten Borderhündin, 2.5 Jahre alt, sieht das Programm z.B. sehr viel lockerer aus:

    -Gassi 1,5 bis 2h pro Tag (Morgen und Abend), vorwiegend Freilauf ohne Kommandos und nix, ausser wenn erforderlich

    -1x die Woche HuPla

    - Etwa einmal wöchentlich eine grössere Runde resp. Wanderung von mehren Stunden

    -Ab und an gerne mal etwas Sucharbeit auf einem Spaziergang, Joggen, laufen am Rad oder Ähnliches

    Edit: Auch die Ernährung kann übrigens hier reinspielen. Was füttert ihr?

    Extremer Proteinüberschuss macht gerne auch mal hibbelig (Kauartikel, zu hoher Proteingehalt im Hauptfutter etc.)

    Zwar nicht Tierheim/ Züchter, aber eine ähnlich verstörende Geschichte:

    Bevor Looney eingezogen ist, habe ich in Betracht gezogen, einem erwachsenen Hund eine 2. Chance zu geben. Mich also auf Homepages von Tierheimen umgeschaut, so wie auch auf den gängigen Kleininseraten geschaut.

    Dort suchte ein 2.5 jähriger Borderrüde ein neues Zuhause. Er sei an den Schafen ungeeignet und suche ein Plätzchen, wo er explizit nicht fürs Hüten eingesetzt würde. Natürlich wolle er gefordert werden, aber nicht am Vieh. Menschenbezogen, aufgeschlossen, mit Grundgehorsam und begeisterungsfähig sei er. Er könne sehr gut mit allen Menschen.

    Dort also mal Kontakt aufgenommen, nach Verzichtsgrund, Lebensweise etc. pp. gefragt, Termin fürs Kennenlernen ausgemacht. (Er sei zu wild an den Schafen, für seine Herde nicht geeignet. Ausserdem habe er keinen gut usgeprägten Hütetrieb).

    Als meine Mutter und ich dort ankamen, traf uns fast der Schlag. Besagter "aufgeschlossener, menschenbezogener Hund" bellte uns geifernd auf 10m Distanz an, näher kam er nicht. Mit einer Körperhaltung, die nichts Schönes erahnen liess. Triefend vor Schmutz von Kopf bis Fuss mit einer offenen Wunde an der Hinterpfote. Im Übrigen kam heraus, dass er bereits mehrere Schafe Tierarztreif gebissen hatte und die Lebensweise dann plötzlich doch ziemlich anders aussah als am Telefon beschrieben. Auf die Frage, was denn mit seiner Pfote los sei, waren die Besitzer selbst recht easy und haben es als "kleiner Arbeitsunfall" abgetan.

    Wir machten auf dem Absatz kehrt und ich bin im Nachhinein echt sauer auf mich, die nicht irgendwo beim Tierschutz gemeldet zu haben :pleading_face:

    Daraufhin nahm ich nur noch mit SKG Züchtern Kontakt auf, für einen Welpen, da ich gerade sehr, sehr ernüchtert war.

    Gestern supergünstig im Ausverkauf einen Mantel für die Bordergurke gekauft. Ist jetzt nix super hochwertiges. Aber für unsere Zwecke, den Rücken warm zu halten während der längeren Pausen auf dem HuPla, tiptop. Vielleicht nähe ich noch einen breiteren Bauchgurt dran, damit die Unterseite von Hundi auch noch bissi wärmer bleibt. Aber für 20.- Öcken kann man nicht meckern.

    Eine Packung Trockenfleisch ist auch noch im Einkaufskorb gelandet.

    Ich glaube auch nicht an die Wirkung von Denta Stix und Co. Studien hin oder her, wie bei allen Studien ist es ausschlaggebend, wer, unter welchen Voraussetzungen, warum und mit welchem Ziel die Studien geführt werden. Schaut man auf die Inhaltsstoffe (u.a. Zucker, Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse) wird schnell klar, dass das Produkt der Zahngedundheit überhaupt nicht nützlich sein kann.

    Was hier gut funktioniert für saubere, starke Zähne ist 1-2x wöchentlich zu putzen (und zwar wirklich bis zu den hinteren Zähnen und auch innen). Hat sich irgendwo doch Zahnstein festgesetzt, mache ich den mit einem Zahnhaken weg (vielleicht so alle 4 Monate, dauert dann wenn man es genau macht etwa eine halbe Stunde. Muss der Hund aber schrittweise dran gewöhnt sein und viel Geduld mitbringen). Zwischendurch gibts frische rohe fleischige Knochen und Knorpel, auch das hilft meiner Meinung nach.

    Theoretische Frage:

    Kann man den Hund nur mit Protein und Fett gesund ernähren? (Nicht auf Mikronährstoffe bezogen, sondern es geht mehr um Organschäden oder ähnliches).

    Viele HH decken den Energiebedarf ihres Hundes fast ausschliesslich über Protein, ohne aber den Proteinbedarf überhaupt richtig zu ermitteln (Bspw. 80/20). Dass dies ökologisch und ökonomisch völliger Schwachsinn ist ist klar. Für die Gesundheit des Hundes ist diese Fütterungsmethode ja auch nicht gerade förderlich (vermehrter Abfallproduktaufbau im Darm bei Proteinüberschuss, der sich ja zwangsläufig ergibt, wenn man das Gewicht des Hundes stabil halten möchte).

    Nun könnte man ja aber theorethisch die Proteinzufuhr so gestalten, dass diese gerade Bedarfsdeckend ist. Und der Rest der Energie mit für den Hund gut verdaulichen Fetten abdecken.

    Würde sich daraus ein Nachteil ergeben? Mir ist nicht bekannt, dass für den Hund gut verwertbare Fette Nachteile haben könnten. Gerade Hunde, die viel Leistung bringen müssen, erhalten ja höhere Fettrationen.

    Hat da jemand eine Antwort drauf?

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    Ich möchte meinen Hund selbstverständlich NICHT so füttern. Ich füttere täglich Getreide dazu, was gut vertragen und extrem gemocht wird. Es handelt sich um eine reine Interessensfrage :smiling_face: