Beiträge von Caissa

    Wir waren nur ca. 20 Minuten unterwegs, also nicht lange.

    Das ist für einen Welpen, der es außerhalb der Wohnung gar nicht kennt, sehr lange! Besonders am Stück.

    Dass die Kleine ein Leben außerhalb der Wohnung kennenlernt ist wichtig. Aber in kurzen Ausflügen, bei denen es nicht darum geht, Strecke zu machen, sondern in dem sie die Zeit und den Raum bekommen muss, sich die Welt anzuschauen und sie, mit eurer Hilfe, zu bewerten.

    Als Beispiel, was glaubst du, ist ein effektiverer Lernausflug:

    1. Sich mit ausreichendem Abstand von einer ruhigen Straße hinsetzen und sie die Autos beobachten lassen. Wenn sie dabei entspannter wird geht man langsam zusammen mit ihr dichter an die Straße, aber nicht zu schnell, sondern in ihrem Tempo. Dabei seid ihr ruhig und entspannt, lasst ihr Zeit und werdet selbst nicht hektisch. Das ganze geht ein paar Minuten, danach bekommt sie Zeit und Ruhe, sich zuhause auszuruhen und das Gesehene zu verarbeiten.

    2. Ihr lauft 20min durch die Gegend, ignoriert sie. Es fahren viele Autos vorbei, vor denen sie Angst hat.

    Bei welchem der Ausflüge hat sie realistisch die Chance, in ihrem Tempo zu lernen, dass Autos nichts schlimmes sind?

    Hunde sind Individuen. Die lernen nicht schneller, weil man der Meinung ist, dass sie irgendetwas schon können sollten. Es bringt auch nichts, sie mit anderen Hunden zu vergleichen. Man kann Hunde nur da abholen, wo sie sind, und von dort aus kleine Lernschritte machen. Alles andere führt nur zu Frust.

    Wenn ich sie nicht an der Leine hätte - sie würde zur Katze rennen, die Katze rennt davon (wie bitte soll ich da nachkommen?)

    Hierzu noch: Gar nicht. Im besten Fall rennst du gar nicht hinterher. Beobachte deine Kleine mal genau. Was macht sie, bevor sie losläuft? Vermutlich ist der Blick bei der Katze, sie spannt sich an... Und da stoppst du sie bereits. Wenn sie den Gedanken hegt und loslaufen will. Wenn du wartest, bis sie schon losgelaufen ist, dann hat sie ja trotzdem immer wieder Erfolg, selbst wenn du sie stoppst.

    Trotzdem ist eine Leine als Absicherung hilfreich - einfach weil niemand perfekt ist und man es vielleicht nicht immer schafft, sie bereits vor dem Loslaufen zu stoppen. Aber dein Ziel sollte es sein, das Loslaufen an sich bereits zu verhindern.

    Man muß sich allerdings viel mehr Gedanken machen, wie man zum Ziel kommen könnte, welcher Weg für einen selbst und den Hund erfolgreich sein könnte, sich mit Ethologie und Lernverhalten beschäftigen, gehört viel mehr zu als den Hund ordentlich anzuschnauzen.

    Sagt doch niemand, dass man den Hund immer einfach anschnauzen soll und damit alle Probleme gelöst sind. Nur gehts in diesem Fall darum, möglichst schnell eine Besserung zu erreichen, damit sowohl Hund als auch Katzen einen normalen Alltag führen können.

    Das ist ja eine ganz andere Situation als z.B. im Vergleich sowas wie Leinenführigkeit, bei der man sich länger Zeit nehmen kann und in selbstgewählt langen Zeiträumen kleinschrittig trainieren kann.

    So generell: Sie lässt sich 0 davon beeindrucken, wenn ich was nicht möchte und laut oderwasauchimmer werde. Sie schaut mich nur so komisch an und macht danach noch doller weiter. Ich hab keine Intuition die "hundisch" kann - so nach zwei Wochen und wie mit einem Menschen, kann ich ja nicht umgehen - ich hab auch keine Kinder, um irgendwelche Körpersprache trainiert zu haben. Die Trainerin z.B kann sie sehr gut beeindrucken - die Knurrt einfach kurz und dann ist die Kleine schon aus dem Wind - sorry aber DAS kann ich nicht!

    Im Moment kannst du es nicht, aber ich bin mir sicher, du kannst es lernen :nicken:

    Dass es bei deiner Trainerin funktioniert ist doch schonmal super, denn das heißt, dass deine Kleine bei klarer Kommunkation durchaus lernfähig ist. Was eine Korrektur angeht kann dir niemand ganz genau sagen, welche Intensität dein Hund braucht, das sehe ich so wie die anderen.

    Und man kann dir Bauchgefühl auch nicht mal eben einimpfen. Was aber neben Bauchgefühl und einer detaillierten Anleitung mMn bei körpersprachlicher Kommunikation mit Hunden total wichtig ist ist die innere Einstellung (-> denn die setzt du körpersprachlich ganz von alleine um).

    Vielleicht hilft es dir, wenn du dir mal selbst klar machst, welche absoluten Grenzen es bei euch geben muss, damit das Zusammenleben funktioniert. Ich vermute, diese Grenzen sind "Katzen nicht jagen" und "Menschen nicht beißen" (für den Anfang).

    Versuch mal für dich selbst zu verinnerlichen, dass beides indiskutabel ist. Es ist keine Option, dass die Katzen gejagt werden. Stell dir vor, irgendein Zauberer würde sofort eure Bude abfackeln lassen, wenn dein Hund noch einmal Katzen jagt. Das ist die Einstellung, die du zu dem Thema brauchst. Es ist keine Option. Alternativ kannst du versuchen, in dem Moment nicht an den Welpen zu denken, der was lernen soll, sondern an deine Katzen, die du schützen willst und musst. Und mit der Einstellung wählst du dann die Intensität, mit der du das Verhalten abbrichst. Dazwischengehen und den Hund von Katzen wegschicken, bis er nicht mehr nachsetzt wäre mein Weg. Groß machen, Körper anspannen, Hund fixieren, dich nach vorne beugen... Und wenn Welpi dann meidet. also zB den Blick abwendet oder abdreht, nimmst du natürlich sofort Druck raus.

    Trau dir das selbst zu. Du bist das Schild deiner Katzen und dein Welpe kommt nicht vorbei. Das kannst du!

    Ich habe das Gefühl, dir tut es Leid, wenn du versuchst, aversiv ein Verhalten abzubrechen. Stimmt das?

    Falls ja, ich kann das total verstehen. Niemand hat Spaß an sowas. Aber es ist für alle Beteiligten, inklusive deines Welpen (!) wichtig, dass ihr entspannt zusammenlebt. Was glaubst du ist allgemein für den Welpen unangenehmer: Wenige Male eine klare Ansage zu bekommen und danach entspannt in der Nähe der Katzen und in der ganzen Wohnung sein zu können? Oder ständig unter Strom stehen, wenn die Katzen in der Nähe sind, und deswegen dauerhaft fast ausschließlich in einem Zimmer sein zu können?

    Ich will hier wirklich keine Werbung für übermäßige Härte machen! Ich bin selbst sehr wattebauschig unterwegs. Also bitte nicht falsch verstehen, ich würde nicht empfehlen, dass du deinen Welpen nun bei jeder Kleinigkeit rund machst. Mir gehts da wirklich um die Stellen, an denen sonst jemand anderes oder der Welpe selbst Schaden nimmt.

    Für mich gibts da zwei verschiedene Fragen.

    War das Jagdspiel wirklich ein Spiel?

    und

    Ist die bisherige Vorgehensweise im Training sinnvoll und geeignet, um dem Husky-Jungspund etwas beizubringen?

    Als erstes, war das Jagdspiel wirklich ein Spiel?

    100% wird das hier niemand beantworten können. Man kann aber auf Grund der Rasse, der Art des Spiels und der Verletzung mMn eine Vermutung äußern (meine Vermutung wäre auch, dass es kein Spiel mehr war). Trotzdem könnte man diese Einschätzung mit weiteren Infos genauer treffen. Wie sah das Jagdspiel aus? Wer war Jäger, wer wurde gejagt? Wie schnell waren sie, hat der Husky spürbar Tempo rausgenommen? Wie spielt der Husky mit anderen Hunden (ist er immer Jäger)?

    ... Vielleicht magst du, @Bubbles00 , das ja noch genauer beschreiben. Wichtig dabei wäre: Beschreiben, nicht interpretieren. "Sie haben gespielt" ist bereits interpretiert.

    Das zweite, ist die Vorgehensweise im Training sinnvoll?

    Der Wunsch der TE ist, dass ihr Hund lernt, sich nur größere Interaktionspartner auszuwählen. Ok. Damit das möglich ist muss es eine Basis an gegenseitigem Verständnis geben. Wenn es bereits bei einfachen Alltagskommandos nicht möglich ist, dass der Mensch dem Hund verständlich erklärt, was er von ihm möchte, dann muss man mMn mit komplexeren Dingen wie "Interaktionspartner wählen" gar nicht anfangen. Deswegen finde ich die Diskussion um den Abruf und das Deckenkommando auch durchaus relevant. Denn beides sind Kommandos, die gerade ohne Ablenkung recht simpel aufzubauen sein sollten. Wenn das so überhaupt nicht klappt scheint keine vernünftige Basis fürs gemeinsame Lernen dazusein.

    Darum, @Bubbles00 , finde ich, dass es sowohl für dein Wunsch nach der Wahl der Interaktionspartner als auch für euer gesamtes Zusammenleben (!) wichtig ist, dass du daran arbeitest, eine Basis mit deinem Hund zu finden. Du kannst nur dein eigenes Verhalten ändern, eine andere Stellschraube hast du nicht. Frag also hier gerne noch genauer nach, wenn du mehr zum allgemeinen Training und Verständnis wissen möchtest. Und/oder such dir einen Trainer, der Erfahrung mit dem Hundetyp hat.

    Viel Erfolg!

    Reika ist erst 2 Jahre alt, aber ich antworte trotzdem schonmal:

    Seine vielen hochgeschätzten, wunderbaren Eigenschaften kann der sensible Landseer nur entfalten, wenn er in engem Kontakt mit seiner Familie lebt

    Sensibel ist Reika definitiv. Sie bleibt gut alleine, aber braucht trotzdem den Kontakt und rückversichert sich gerne. Passt also.

    Zum ausgefüllten Leben eines Landseers gehört das Gefühl gebraucht zu werden. Er will sich unbedingt nützlich machen. Es muss nicht eine sehr anspruchsvolle Aufgabe sein, etwa die Ausbildung zum Rettungshund oder Lawinenhund, es reicht auch eine banale Aufgabe wie das Begleiten zu Tätigkeiten seines Besitzers, Einkäufe tragen oder Spielsachen einsammeln

    Würde ich auch so unterschreiben. Sie darf Zuhause wachen und führt diesen Job sehr zufrieden und zuverlässig aus. Ich denke, sie würde gerne noch mehr machen, da bin ich noch am Überlegen. Passt also auch.

    Bei seinen täglichen Spaziergängen ist er ein aufmerksamer Begleithund, der selten Jagdtrieb entwickelt.

    Ja, sie ist sehr aufmerksam. Während Balu sich gerne an Schnüffelstellen verliert merkt und sieht Reika gefühlt alles. Das mit dem Jagdtrieb hat bei uns leider nicht geklappt, auf Sicht ist sie schon sehr interessiert. Passt also zum Teil.

    Er ist, bei entsprechender Erziehung, ein angenehmer und ruhiger Haushund, der meistens nicht ohne Grund bellt. Gäste des Hauses begrüßt er zumeist freundlich. Fremden gegenüber verhält er sich wachsam und reserviert

    Sie bellt nicht sinnlos, sondern nur mit Grund. Sie sortiert sehr genau, was "normal" ist und was nicht, kennt also unsere Nachbarn und typische Postzusteller und sagt dann auch nichts. Fremde Menschen und Geräusche meldet sie hingegen, ohne kläffig zu sein. Besuch begrüßt sie überschwänglich, auf das reservierte warte ich noch :hust: Im Allgemeinen passt es aber gut.

    Ein Landseer verfügt über eine ausgesprochen hohe Intelligenz und er neigt dazu eigenständig zu handeln, wenn man ihn lassen würde. Besonders hervorheben möchten wir die Anpassungsfähigkeit dieser Hunde, wobei der Landseer verschiedenste Situationen schon für sich erkennt und dementsprechend reagiert

    100%. Sie hat kein Problem, eigene Entscheidungen zu treffen, wenn ich sie lasse.

    Also im Großen und Ganzen hat Reika ihre Rassebeschreibung schon gut gelesen. Negativ überrascht hat mich ihre Überdrehtheit bei fremden Menschen. Wir haben es immer besser im Griff, aber "reserviert" wäre schon netter gewesen :pfeif:

    Positiv überrascht hat mich, wie sensibel sie ist bzw auf welche Art. Ich hatte eher erwartet, dass die Sensibilität Richtung Ängstlichkeit geht (wie ich es von Balu kenne). Reika ist aber einfach nur sehr weich, reagiert zB auf kleinste körpersprachliche Signale oder Stimmungen. Dadurch kann man mit ihr wirklich schön kommunizieren (wenn man es denn kann, meine Familie ist oft überrascht, wie sie reagiert, weil die nur eher 'stumpfe' Hunde kennen :lol: ).

    Im Großen und Ganzen gabs recht wenig Überraschungen.

    Und all die, die nur zweimal täglich an der Leine um den Block Gassigehen? Warum tun die das?
    Ich denke *nicht*, dass die absichtlich beschlossen haben, mal zu testen, was das mit ihrem Hund macht.

    Andersrum frage ich mich aber auch: Sind die Leute, die zweimal kurz um den Block gehen, denn überhaupt Menschen, die sich ausführlich Gedanken um das Gassipensum machen und auch etwas ändern können? Alle, die ich kenne, die nur so wenig gehen, denken a) dass ihre Hunde nicht mehr gehen wollen oder b) haben Hunde die gesundheitlich nicht mehr schaffen oder c) haben einen schwierigen Hund und "trauen" sich nicht mehr raus oder d) sind der Typ "ist halt nur ein Hund" und gehen davon aus, dass man nicht so ein Tamtam um Hunde machen muss. Keiner von denen würde mehr gehen, weil es eine ungeschriebene 30-Minuten Regel gibt.

    An die 5-Minuten Regel halten sich vergleichsweise viele, ja. Aber das sind dann die Leute, die eigentlich motiviert sind, sich informieren und dann selbst für eine begrenzte Zeit (!) ausbremsen.

    Bei der 5-Minuten Regel sehe ich ja zumindest noch den Mehrwert (weniger überforderte Junghunde), auch wenn sie ebenfalls Nachteile mit sich bringt. Bei deiner vorgeschlagenen 30-Minuten Regel würde man glaube ich niemanden, der jetzt viel zu wenig mit den Hunden unterwegs ist, dazu bringen, länger zu gehen. Dafür gäbe es aber für diejenigen, die sich jetzt schon viel zu sehr mit der Hundeerziehung stressen, eine weitere Regel, die sie versuchen, irgendwie einzuhalten. Ich glaube, das bringt weder den Hunden noch den Menschen etwas, weil durch genau diese Daumenregeln viel verallgemeinert wird und der Blick auf den eigenen Hund verlorengeht. Das haben wir hier ja auch in einigen Threads mit den 5 Minuten - da ist der junge Hund total gelangweilt, aber der/die TE traut sich nicht, mehr rauszugehen, weil es ja diese Regel gibt.

    Zum Thema Rückruf langsam steigern:

    Mach dir doch mal eine Ablenkungsliste. Du sortierst verschiedene Ablenkungen von 1 bis 10 ein. Also zB flüchtendes Wild bei 10, spielende Hunde bei 9, fliegender Schmetterling bei 2... Die Liste kannst du beliebig voll machen, schau einfach, was euch im Alltag so begegnet. Wenn du das hast, dann übst du den Abruf von 1 bis 10. Also du fängst mit den Ablenkungen auf Stufe 1 an und erst wenn die sicher funktionieren, dann probierst du dich, mit Absicherung, an 2.

    Ein Hund ist natürlich keine Maschine, die man programmiert. Und einige Situationen sind ja auch nicht durch einzelne Reize, sondern durch die Fülle an Reizen anspruchsvoll. Trotzdem hilft dir so eine Liste vielleicht, für dich selbst mal zu sortieren, welche Steigerungen beim Abruf möglich wären und wo ihr gerade steht.

    Heute morgen als meine Frau runter gekommen ist. Kam er sofort wedelnt angelaufen und er wollte sie anspringen und hat nach Hand und Fuß geschnappt. Es dauert morgens immer etwas bis er sich dann beruhigt. Meine Vermutung er ist einfach nur überschwenglich in seiner Freude?

    Vielleicht habe ich es überlesen, schläft er alleine?