Beiträge von Caissa

    Balu wäre vom Typ ein Hund, der sowas gut mitmachen würde. Er hat keinen Stress mit fremden Menschen und wenn ihn doch mal was stört geht er einfach weg. Er kennt Kinder, ist auch da unaufdringlich, lässt sich von Rennen oder geschossenen Bällen nicht triggern. Er würde für jeden Menschen, der Leckerlies in der Hand hat, jedes Kommando 10x hintereinander machen. Einziges Problem wäre wohl, dass er unbeaufsichtigtes Essen klauen würde. Allerdings eben nur unbeaufsichtigt, nicht vom Teller oder aus der Hand. Also würde wohl auch das gehen.

    Balu war mit mir auch schon auf einer dreitägigen Hochzeit. Da er dort aber erst seit kurzem bei mir war und es nicht eingezäunt war, war nicht außerhalb meines Sichtfeldes. Weder Lautstärke, noch andere Erwachsene oder Kinder, noch Fremdhunde haben ihn gestört.

    Bei Familienfeiern im eingezäunten Garten war er auch schon oft frei unterwegs. Da sind wir dann aber eher 20 Leute, nicht 50.

    Mit Reika geht sowas nicht. Klar, sie ist auch noch jünger, aber ich glaube nicht, dass es irgendwann mal gehen wird. Sie lässt sich unregelmäßig doch nochmal triggern von schnellen Bewegungen und obwohl sie noch nie jemanden bewusst umgerannt hat würde ich das Risiko nicht eingehen wollen. Außerdem kann sie manchmal aufdringlich sein, auch das ist in Kombi mit ihrer Größe nervig. Was aber die größte Hürde wäre, weswegen ich es auch in späteren Jahren bei ihr nicht riskieren würde, sie ohne Aufsicht mit vielen Fremden agieren zu lassen: Ich würde bei Reika nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass sie immer weggeht, wenn sie bedrängt wird. Sie hatte als Welpe und Junghund immer die starke Tendenz, auf Bedrängen mit (Ab)Schnappen zu reagieren. Bei mir ist das gar kein Thema mehr, aber wenn ich gar nicht da bin und nur Fremde um sie rum sind, die evtl. auch gar keine Körpersprache lesen können? Ich würde es nicht testen wollen.

    Das ist wohl meine größte Sorge in solchen Situationen. Ein Hund, der jemanden beißt, auch wenn er davor bedrängt wurde und keine wirklichen Verletzungen zurückbleiben, badet diese Entscheidung mit Pech den Rest seines Lebens aus, wenn er Auflagen bekommt. Das Risiko wäre mir einfach zu groß, vor allem da es ja wirklich nicht nötig ist, es einzugehen.

    Hundekontakte üben finde ich aus Prinzip gar keine dumme Idee. Zumindest, wenn man tatsächlich das übt, was auch das Ziel ist. Nur überleg mal, was übt ihr denn wirklich, wenn ihr auf eine Hundewiese geht? Euer Hund macht wiederholt die Erfahrung, dass er Kontakten nicht aus dem Weg gehen kann, dass andere Hunde Stress bedeuten und dass sie sich andere am besten vom Leib hält, wenn sie aggressives Verhalten zeigt. DAS ist das, was sich festigt. Euer Hund lernt dadurch ja nichts positives, sondern festigt sein Verhalten.

    "Hundekontakte üben" hieße für mich, dass euer Hund lernt, dass er sich andere nicht vom Leib halten muss und dass nicht jeder Fremdhund Stress bedeutet. Damit das gelernt wird müssen aber die Rahmenbedingungen stimmen. Also, wie lernt sie, dass sie sich andere nicht vom Leib halten muss? Indem ihr sie von ihr fernhaltet und sie nicht zu Kontakten zwingt.

    Ich würde die Freilaufkontakte auch erstmal einfach komplett aussetzen. Wenn etwas Ruhe eingekehrt ist, dann würde ich mit mit angeleinten Spaziergängen, ohne Hundekontakt und mit genug Abstand, wieder langsam an Artgenossen annähern. Dabei lernt sie dann, dass es nichts schlimmes für sie bedeutet, wenn andere in der Nähe sind.

    Dann hast du ja einige Male geschrieben, dass es keine Anzeichen gibt, bevor sie nach vorne geht: Ich würde vermuten, dass es durchaus Anzeichen gibt, dass ihr sie nur nicht erkannt habt. Manchmal ist das ja auch gar nicht so einfach. Wenn ihr euch irgendwann wieder an Hundekontakte rantastet, dann würde ich versuchen, möglichst viel zu filmen und die Filme dann (ggf in Zeitlupe) mit einem Trainer zu analysieren, der euch die Körpersprache genau erklärt.

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    Seit 20 Minuten Selbstbelobigung, ich schalte gleich aus :sleeping_face:

    Huch, funktioniert dein Link schon? Meiner nicht :tropf:

    Aber das ist ja das Gute an den kostenlosen Onlineseminaren: Wenn es schlecht ist, schaltet man einfach ab. Ich werde später einfach mal reinhören und dann schauen, wie ich es finde :smile:

    Mit nichts ärgert man die Leute mehr, als wenn man einfach in sich hinein grinst, wenn sie sich ereifern. Wenn das Ziel ist, die Leute zu ärgern - und ja, ich bin so ein niederträchtiger Kleingeist, dass mir das manchmal Freude bereitet - kann ich das nur empfehlen.

    Mir gehts tatsächlich genauso :pfeif:

    Mein spontaner Impuls ist es, in solchen Situationen zu lachen oder mindestens zu grinsen. Das ist auch gar nicht geschauspielert, es ist einfach eine Mischung aus albern und faszinierend, wenn solche Leute meinen, dass sie wirklich Ahnung haben und gleichzeitig nicht merken, wie bescheuert und übergriffig sie sich gerade verhalten.

    Ich steh da nun nicht minutenlang rum und lache irgendwen aus. Aber trotzdem ist das meine spontane erste Reaktion. Ich gehe dann aber auch ziemlich schnell einfach weg, sage vielleicht noch "Aha" wenn ich einen ganz gesprächigen Tag habe xD

    Ich habe mich beim Lesen gefragt, ob diese "Lustlosigkeit" denn wirklich ein Problem für den Hund ist.

    Zum Beispiel proviere ich manchmal Suchspiele in der Wohnung, aber auch draußen. Draußen klappt es dann schon etwas besser, in der Wohnung liegt er sich meistens hin und will gestreichelt werden. So auch beim Thema mit den "Tricks". Er hat auf die meisten Tricks nicht so richtig Lust, habe es zum Beispiel schon mit Männchen oder Rolle ausprobiert, meistens legt er sich aber nur auf den Rücken und will gekrault werden. Im Prinzip kein Problem, aber selbst Platz führt er nur selten wirklich aus.

    Vielleicht hat er einfach keinen riesen Spaß an sowas. Also ohne zu leiden. "Sinnlose" Tricksereien mit vielen Wiederholungen sind nicht für jeden Hund was, einige Hunde müssen einen Sinn erkennen, was sie tun sollen.

    Ich benutze dabei natürlich auch seine liebsten Leckerchen. Ebenso schwer tut er sich manchmal bei dem Thema mit dem "Körbchen-Training". Ich kann dabei wirlklich die tollsten Belohnungen nutzen, aber er will immer lieber daneben oder auf dem Boden liegen. Dadurch habe ich aber auch das Gefühl er kommt manchmal nicht richtig zur Ruhe und hat auch teilweise das Verhalten einem in der Wohnung "nachzustellen". Ich bin oft bei meinem Freund, dort klappt es sogar richtig gut mit dem Hundeplatz, er legt sich dann dort automatisch hin aber zuhause scheint er darauf keine Lust zu haben (am liebsten liegt er auf der Couch, Boden, Bett).

    Auch hier habe ich nicht das Gefühl, dass es für den Hund ein Problem gibt. Er liegt wo er will und ist sicher zufrieden damit :D

    Manchmal sagen auch Bekannte dass er so traurig/lustlos wirkt, er lässt sich am liebsten streicheln und hat aber nicht so lust auf spielaufforderungen, die manchmal kommen.

    Mein Rüde würde auf sowas auch nicht reagieren. Der hat keinen Spaß an Spielen. Ich empfinde das nicht als traurig. Gerade die Interaktion mit Fremden ist nicht jederhunds Sache.

    Draußen liebt er es zu wandern und die Welt zu erkunden, viel ist er auch am schnüffeln und suchen und schaut dabei aber auch zu mir und wir genießen zusammen das laufen.

    Und hier wiederum beschreibst du ja, worauf er scheinbar wirklich Lust hat.

    Viele Haushunde heutzutage benehmen sich ihr Leben lang sehr kindlich. Haben Spaß am Spielen, machen "sinnlose" Dinge. Aber vielleicht ist dein Hund einfach abgeklärter. Vielleicht ist er einfach erwachsen und verschwendet ungern Energie auf sinnlose Dinge.

    Also meine Frage an dich wäre:

    Besteht für dich ein Problem, weil du nicht weißt, wie du ihn trainieren kannst? Dann wäre es gut, wenn du nochmal genauer beschreibst, in welchen speziellen Situationen das Training nicht klappt, was dein Ziel ist und wie genau du bisher trainiert hast.

    Oder besteht tatsächlich für den Hund ein Problem? Dann wäre mein erster Weg zum TA, um ihn körperlich durchzuchecken. Und danach würde ich genauer erforschen, was für ihn als Belohnung funktioniert, damit ihr besser zusammenarbeiten könnt. Trotzdem glaube ich, dass das Ziel nicht sein sollte, dass er unbedingt spielen und tricksen muss.

    Für mich liegt der Fokus in der Geschichte woanders. Ob es nun zu viele Anweisungen von der Besitzerin gab oder ob die Hundesitterin den Hund besser einschätzen kann ist finde ich gar nicht relevant.

    Wenn eine Sitterin den Hund unter den vorher besprochenen Bedingungen annimmt und diesen zustimmt, dann sollte sie sich auch daran halten. Wenn sie meint, der Hund solle eigentlich doch frei laufen, dann muss sie bei den Absprachen vor dem Sitten diese Bedenken äußern. Wenn sie von der Anweisung, dass nicht abgeleint werden soll, weiß und den Hund unter diesen Bedingungen (!) zur Betreuung annimmt, dann kann sie nicht im Nachhinein alleine ganz andere Entscheidungen treffen. Es ist das gute Recht eines jeden Sitters, Hunde abzulehnen, wenn er oder sie die Auflagen des Besitzers zu übertrieben finden oder für nicht umsetzbar halten. Wenn diese Sitterin zB ihre Betreuung nur leisten kann, wenn alle Hunde ableinbar sind, dann wäre es vollkommen ok, den Hund von @CathymitTara abzulehnen.

    Das gleiche gilt für das Thema "Vertrauen in die Sitterin". Wenn die Sitterin eigene Entscheidungen treffen will und keine Anweisungen der Besitzer befolgen möchte, dann muss sie das mMn vorher so kommunizieren. Dann könnte ein Interessent sich entscheiden, ob er oder sie der Sitterin dieses Vertrauen schenken möchte oder eben nicht.

    Ich finde es allgemein total ok und angemessen, dass auch Sitter ihre Ansprüche haben und nicht jeden Hund betreuen müssen. Aber einer Absprache erstmal zustimmen und dann einfach so anders handeln? Nein, das finde ich nicht ok.

    Ob man nach so einem Alleingang noch genug Vertrauen hat, um den Hund weiter in Betreuung zu geben, ist denke ich stark einzelfallabhängig. Ich würde wohl ein Gespräch mit der Sitterin führen und danach nach Bauchgefühl entscheiden.

    Gestern hatte ich den Thread nicht gefunden, aber heute schon. Hier ist der Thread, in dem das Thema schonmal ausführlich besprochen wurde:

    Zurimor
    12. Juli 2020 um 15:23

    Ich wollte den Link nur schonmal da lassen. Falls das hier sonst zu lang wird, könnte das Thema auch in dem oberen Thread weitergeführt werden.

    Und der Punkt ist doch stationäres Jagen vs Wildtiere hetzen.

    Nein, der Punkt ist 'den Hund nur zum Spaß Wildtiere töten lassen' vs 'den Hund nicht nur zum Spaß Wildtiere töten lassen'. Du tust ja gerade so, als hättest du keine Möglichkeit, deinen Hund vom Rehe jagen abzuhalten, wenn du ihn keine Mäuse töten ließest :???:

    Wenn du meinst, das dein Weg der richtige ist, wird das hier keiner ändern können. Und die TE kann dann selbst wählen, wie sie es handhaben möchte. Aber stell dein Handeln doch bitte nicht als kompromisslos dar, das ist es nicht. Wenn dein Hund Mäuse töten darf ist es deine freie Entscheidung, dass diese sterben müssen. Du bist kein Opfer der Umstände.

    Ich hab mich heute über die fremde HH gefreut, die mich und Reika über eine Brücke kommen sah und uns mit ihrem schon stark drohenden Hund nicht direkt entgegengekommen ist (allerhöchster möglicher Abstand wäre 3m gewesen).

    Stattdessen ging sie den Weg neben der Brücke, am Fluss, ein Stück entlang, ließ uns passieren und lobte ihren Hund dafür, dass er nicht fixierte und nicht ausrastete. Als wir vorbei waren ist sie dann über die Brücke gegangen.

    Das war nur eine Kleinigkeit, aber ich finde es trotzdem immer cool, zu sehen, wenn Leute ihre Hunde lesen können und trainieren :nicken: