Beiträge von Caissa

    Also er wird sehr wild und aggressiv wenn er einen Hund sieht. Wenn wir ihn versuchen zu bändigen, wird er auch uns aggressiv gegenüber.

    und weil gerade ein anderer gefragt hat, was ich damit meine, dass er gleichgültig gegenüber den Hunden von unseren Eltern ist. Er behandelt sie einfach als normale Spielpartner.

    Ich kann dir inhaltlich nicht so gut helfen wie andere.

    Aber allgemein: Wenn du beschreibst, wäre es immer toll, wenn du versuchst, so wenig wie möglich zu interpretieren, sondern wirklich nur zu beschreiben. Ich hab mir oben mal zwei Beispiele rausgesucht.

    "Aggressiv" ist interpretiert. Da könntest du beschreiben, was genau er tut. Also zB "er zieht stark in Richtung des anderen Hundes. Oft röchelt er dabei oder steht auf den Hinterbeinen. Manchmal lässt er den Zug wiederholt nach und springt dann wieder in die Leine, in Richtung des anderen Hundes. Der Blick ist permanent auf den anderen Hund gerichtet, er schaut auch dann nicht weg, wenn wir ihn ansprechen. Sein Körper ist angespannt" -> das sieht bei euch vielleicht gar nicht so aus, das wäre nur ein Beispiel für eine Beschreibung mit weniger Interpretation.

    "Als normale Spielpartner behandeln" -> auch das kann theoretisch alles mögliche bedeuten. Was tut euer Hund, was tun die anderen?

    Vielleicht magst du es mal probieren :smile: Eine Ferndiagnose ist trotzdem ungenau! Aber so wäre es zumindest etwas weniger ungenau.

    Mal als Beispiel was ich meine: Unsere Hausrunde hier ist zB so etwa 45 bis 50 Minuten reine Gehzeit. Ich bin mit Argos die ersten Monate nur die Hälfte der Runde gegangen. Das waren etwa 20 bis 25 Minuten reine Gehzeit (mit rumsitzen, üben, erkunden usw. waren wir teilweise auch sehr viel länger unterwegs), also das Doppelte von dem was er lt. 5-Minutenregel laufen sollte und die Zeit draußen sowieso oftmals sehr viel länger, von exakt dran halten kann also keine Rede sein.
    Was, zumindest für mich, eben neu ist ist, dass ich problemlos doch die ganze Runde hätte laufen können und sogar noch weiter. Argos hätte das relativ bald gekonnt, da habe ich keine Zweifel dran.

    Und auch jetzt. Ich reiße mich eben seit Monaten am Riemen diese Saison nicht (groß) Fahrrad zu fahren, nicht zu wandern usw., weil eben junger Hund.
    Lt. Rückert kein Problem. Das was mir an Touren vorschwebt schafft Argos garantiert, da habe ich gar keine Zweifel und falls nicht spricht nichts gegen eine längere Pause. Das Einzige was mich hindert ist tatsächlich dieses "Rücksicht auf den jungen Hundekörper nehmen".

    Wenn du meinst, er hätte das geschafft (körperlich und vom Kopf), dann finde ich 45 Minuten zB okay. Ich hab solche Runden schon recht früh gemacht, nur halt nicht jeden Tag und bei Bedarf mit Pause.

    Fahrrad fahren, wandern... wäre für mich das gleiche. Nicht täglich, keine 30km, bei Bedarf mit Pausen und in langsameren Tempo, aber dann würde ich es ok finden.

    Das wäre dann genau der Punkt, wo ich an deiner Stelle aufs Bauchgefühl hören würde. Körperliche Schäden gibt es denke ich bei langanhaltender und/oder falscher Überlastung. Nicht, weil man einmal in 3 Wochen etwas länger wandert.

    Mal, nicht dauernd.

    KayaFlat hat das finde ich gut zusammengefasst.

    Das mit dem gesunden Menschenverstand ist leider beim Großteil der Bevölkerung nicht so einfach.

    Leute halten sich gern an Regeln fest und übertreiben es dann vermutlich auch gern mal;

    Und da sind viele Welpenratgeber und Erziehungsgruppen halt auch echt zusätzlich schädigend. Es wird im Moment gefühlt bei so vielen Themen Panik verbreitet. Wenn du xy nicht genau richtig machst, dann ist dein Hund später krank/für immer überdreht/für immer ängstlich... Wird bei dieser Regel ja auch gemacht. Viele, die das propagieren, erzählen ja tatsächlich, dass man seinem Hund dauerhaft schadet und er später krank wird, wenn man sich nicht an die Regel hält.

    Ich bin froh, in der jetzigen Zeit nicht Ersthundebesitzerin zu sein. Mit all den vermeintlichen Regeln, an die man sich halten 'muss', damit der Hund nicht vollkommen gestört ist wenn er erwachsen ist, ist es glaube ich wirklich leicht, sich unnötig zu stressen :headbash:

    Ich finde solche Regeln schon deswegen komplett unsinnig, weil zusätzlich zur Zeit, die man draußen verbringt, noch zig andere Faktoren mit reinspielen und entscheiden, ob etwas 'zu viel', 'zu wenig' oder 'gerade richtig' ist:

    Wie fit ist der Hund? Wie gut ist die Motorik ausgeprägt? Was kann der Hund von der Konzentration leisten? Kann der Hund im eigenen Tempo gehen oder in dem des Menschen? Wie sieht das Gelände aus, in dem man sich bewegt? Wie ist der Untergrund? Gibt es viele Außenreize oder wenig? Wie lange ist man an dem Tag schon unterwegs gewesen, wie lange in der Woche? Wie ist das Wetter? Welche Art von Bewegung führt der Hund aus (gleichmäßiger Trab oder viele abrupte Stopps)?

    ... Die Liste kann man sicher noch um 50 Faktoren erweitern. Es ist und bleibt für mich total individuell, was ein junger Hund leisten kann, soll und will. Ich finde es total absurd, zu versuchen, eine solche eng gesteckte Regel aufzustellen, die für alle Hunde gelten soll. Da wird überall inzwischen gepredigt, dass Training individuell an den Hund angepasst werden muss, aber man soll mit der Stoppuhr mit seinem Welpen rausgehen?! xD

    Ich habs mit Reika eigentlich komplett nach Gefühl gemacht. Man kann keine Regel aufstellen, die alle Faktoren sinnvoll berücksichtigt.

    Ich habe die Info im Forum bisher nicht entdeckt und wollte sie deswegen einmal hierlassen, für alle Schleswig-Holsteiner die es nicht mitbekommen haben:

    Seit März gibt es für Schleswig-Holstein eine zentrale Notrufnummer, die man bei tierärztlichen Notfällen außerhalb der regulären Öffnungszeiten von Tierärzten wählen kann. Es sind zusätzlich zu den Kliniken immer 11 Tierärzte in SH im Notdienst erreichbar und bei Wahl der Nummer wird man mit der dichtesten Praxis verbunden. Ich hab mir die Nummer auf jeden Fall eingespeichert, um im Notfall nicht noch googlen zu müssen:

    0481 85823998


    Gibt auch eine Website dazu: https://tiernotdienst.sh/home

    Als ich in Hamburg gewohnt habe habe ich das auch nicht gemacht :D hätte da auch keinen gejuckt.

    Aber ich weiß ja, wie die Nachbarschaft hier tickt. Recht eingeschworene Gemeinschaft in ihren paar Sackgassenhäusschen in einer Kleinstadt, die eine Vorstellung auf jeden Fall erwartet. Und da man sich hier doch recht regelmäßig sieht, weil die alle gerne und viel in ihren Vorgärten arbeiten und ich viel mit den Hunden komme und gehe, fand ich eine Vorstellung in dieser Situation schon sinnvoll :smile:

    Ich finde, eure Vermutung, dass es mit Aufregung zusammenhängt, klingt logisch.

    Unsere Hundetrainieren empfiehlt den Hund abzulenken bevor es soweit kommt,

    "Bevor es soweit kommt" ist finde ich der richtige Ansatz. Ablenken finde ich nicht so logisch, aber vielleicht verstehe ich darunter auch das falsche. Ihr habt ja schon etwas analysiert, in welchen Situationen das Verhalten auftaucht. Da es mit Aufregung zusammenhängt würde ich also auch vorher versuchen, dafür zu sorgen, dass die Aufregung gar nicht so hochschnellt. Also weniger extrem loben (ich nehme an, das Lob ist dann sehr laut und/oder körperlich?). Aus Situationen rausgehen, in reizärmeren Umgebungen spazierengehen, zwischendurch mal stehenbleiben und durchatmen....

    Wenn das nicht geklappt hat und es zum Leinebeißen, springen oder beißen kommt, würde ich ehrlich gesagt über einen Abbruch arbeiten. Aufregung hin oder her, ich möchte von meinen großen Hunden nicht umgebombt werden. Habt ihr einen Aufbruch antrainiert?

    Nach dem Abbruch vielleicht ein Entspannungssignal, das ihr zuhause einübt. Meine Hündin kennt es zB, dass sie sich mit ihrer Stirn gegen meine Beine drückt. Ich rede dann ruhig mit ihr, sie atmet merklich durch und die Aufregung sinkt. Sowas muss man natürlich zuhause vorher üben.

    Ich finde es wichtig, dass grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse Basis des Trainings sind.

    Trainer, die zum Beispiel mit dem Alphatier-Getue um die Ecke kommen oder sagen, dass sie nicht konditionieren (das ist hier gerade tootal angesagt) wären bei mir komplett raus. Die zeigen nur, dass sie die grundlegende Wissenschaft entweder a) nie gelesen haben oder b) nicht verstanden haben oder c) verstanden haben, aber sie anders darstellen um Kunden zu gewinnen. Wäre für mich alles ein NoGo. Leckerlies pauschal ablehnen ist eine ähnliche Ecke. Das wird eigentlich immer darüber argumentiert, dass die Hunde damit nur bestochen werden, nicht wirklich lernen, es unnatürlich sei... Und das halte ich für ziemlichen Unsinn. Was nicht heißt, dass man für jedes Problem und jeden Hund Leckerlies braucht. Aber die pauschale Ablehnung würde mich stören.

    Darüber hinaus finde ich es gut, wenn viel über Belohnung gearbeitet wird, aber Strafe nicht dogmatisch abgelehnt wird. Wenn der Trainer beobachtet und erklärt, was für einen Typ Hund man hat und wie das Training darauf abgestimmt ist. Und am Ende ist es wirklich auch viel Bauchgefühl - kann und will ich so arbeiten, wie der Trainer es mir rät?

    Morgens wird Willi ins Wohnzimmer geschickt, Relaxopet angemacht und ein Tuch an die Tür gebunden. Signal: Jetzt ist Pause angesagt, wir sind „nicht da“ (wenn auch physisch)

    Eine Freundin von mir hat mit ihrer Cattle-Hündin so gearbeitet (aus dem TH, kam mit 1,5 Jahren und konnte keine Sekunde ohne Bellen und Zerstörung alleinebleiben). Sie haben nicht direkt einen Raum etabliert, aber ein Signal, bei dem der Hund wusste, er wird jetzt nicht beachtet. Sie haben also als Einstieg jeden Tag dem Hund einmal ein bestimmtes, altes T-Shirt gegeben und sie ab da für, ich glaube, 30min gar nicht beachtet. Zu Beginn waren sie dann immer noch dabei. Dann irgendwann waren sie in einem anderen Raum und inzwischen nutzen sie das T-Shirt als Alleinbleibe-Signal und die Hündin bleibt 4 Stunden zuverlässig alleine. Falls es dich interessiert kann ich auch nochmal nachfragen, ob sie mir die Zwischenschritte nochmal ausführlicher erklären kann :smile: