Vielleicht kannst du dich ja auch als Hundesitter anbieten.
Das ist natürlich was ganz anderes als ein eigener Hund - aber das könnte ja auch gerade gut sein. Du gingest damit keine so krasse Verpflichtung ein und du würdest wohl auch keine so enge Bindung zu dem Hund haben wie zu deinen bisherigen Beiden. Aber trotzdem wäre jemand da, um den du dich kümmern kannst und für den es sich lohnt, morgens aufzustehen.
Natürlich kenne ich dich nicht und weiß nicht, was dir helfen würde. Das war nur ein Gedanke, der mir beim Lesen kam.
Als ich Teenie war und später, als ich Anfang 20 war, starben unsere Familienhunde, die mich seit der Grundschule begleitet hatten. Tatsächlich habe ich mich da auch ein paar Tage von der Schule/Uni krankgemeldet. War vielleicht auch nicht für alle verständlich, aber ich brauchte jeweils die Zeit, mich von meinem Familienmitglied zu verabschieden. Danach war es für mich aber gerade wichtig, wieder loszugehen und meinen Alltag fortzuführen. Meinen Verpflichtungen nachzukommen. Das war neben der Uni auch meine Reitbeteiligung, was ich sehr hilfreich fand. Vielleicht kam mir deswegen auch der Gedanke des Hundesittens - gerade, als der zweite Hund starb und meine Familie damit ganz ohne Haustier war, hat es mir sehr geholfen, dass ich noch Kontakt zu einem anderen Tier haben konnte.
Obwohl beide Tode nun schon Jahre her sind, habe ich doch gerade wieder Tränen in den Augen, weil sie mir fehlen, meine Jugendbegleiter. Aber ich habe meine beiden Hunde zu mir gerufen, sie liegen nun neben mir. Und ich kann durch die Tränen auch lächeln, wenn ich daran denke, was für schöne und manchmal auch verrückte Dinge ich in meiner Jugend mit unseren Hunden erlebt habe. Denn das ist das, was bleibt. Die Traurigkeit kann nochmal wiederkommen, auch nach Jahren. Aber meistens muss ich einfach lächeln, wenn ich an die beiden Energiebündel denke, die meinen Eltern so einige graue Haare beschert haben und gleichzeitig so verdammt liebenswürdig waren.
Ich würde dir sehr wünschen, dass du deinen Weg findest. Und ich hoffe auch, dass irgendwo auf diesem Weg wieder ein Tier dich begleiten wird. Wenn du Hilfe dafür brauchst, die nächsten Meter deines Weges zu gehen, bis du wieder alleine (oder mit Tier) gehen magst, dann ist das in Ordnung.
Es ist schön, zu hören, dass du die Hilfsnummern angerufen hast. Umso blöder natürlich, dass die anscheinend gerade überlastet waren. Ich hoffe, du schaffst es, nochmal dort anzurufen, auch wenn das sicher einiges an Kraft kostet. Denn Lilly klingt wirklich toll und ich glaube auch, dass sie wollen würde, dass du nicht zu lange unglücklich bist wegen ihr.