Beiträge von fliegevogel

    Ich gehe bspw gerne Wildtiere beobachten und nehme an entsprechenden Führungen teil. Das geht mit Hund nur sehr eingeschränkt (verständlicherweise) und mit meinem eher nervösen und lauten Hund noch viel eingeschränkter.

    Außerdem tauche ich gerne, auch das geht mit Hund nicht.

    Hm, ich finde es wirklich bewundernswert, dass es hier Leute gibt, die gar keine Erwartungen an die Tiere haben, mit denen sie ein Leben teilen. Kann ich leider nicht von mir behaupten.

    Ich habe tatsächlich Erwartungen, was ich mir von meinen Tieren "zurück" wünsche. Und wenn das nicht funktioniert, bin ich auch enttäuscht und frustriert. Natürlich schipper ich den Hund dann nicht ins Tierheim, sondern arbeite dran, passe meine Erwartungen an, man findet Kompromisse etc. Eigentlich finde ich es sehr ähnlich wie bei zwischenmenschlichen Beziehungen, wenn man es so runterbricht :lol:

    In meinem Fall bspw:

    Erwartungen, was ich mir vom Hund zurück wünsche, die er erfüllt:

    • Kuschelbuddy
    • sonniges Gemüt
    • jemand, mit dem ich rumalbern kann
    • nötigt mich zu Regelmäßigkeiten im Alltag
    • hat Lust auf Spürhundearbeit

    Erwartungen, was ich mir vom Hund zurück wünsche, die er nicht erfüllt:

    • Buddy zum Vögel gucken und Natur genießen
    • angenehme Begleitung für gemeinsame Reisen
    • gemeinsam bei schönem Wetter draußen chillen

    Und ja, das ist auch nach drei Jahren immer noch irgendwie schmerzhaft und ich kann nicht behaupten, dass es mich nicht enttäuscht hätte, dass das nicht klappt. Aber dann gibt's für mich noch ne dritte Kategorie, nämlich:

    Dinge, die mir mein Hund zurück gibt, die ich nicht erwartet hatte:

    • eine enorme Lernkurve in Verhaltensbiologie
    • ich habe sehr viel über mich gelernt
    • eine enorme Lernkurve in Abgrenzung und Stressresistenz

    Juro (ist zwar kein Cattle dog aber doch ne ausreichend ähnliche Rasse) hat oft Probleme mit Geräuschen, bei denen er nicht versteht, wo sie herkommen. Bist Du mal mit ihr raugegangen und hast bei offener Tür selber geklingelt? So dass sie versteht: Du drückst den Knopf - es klingelt. Sowas hilft bei Juro häufig, zumindest um den Fuß in die Tür zu kriegen.

    Und auch um das wieder in den Kontext zu setzen, 10% dieser Rassen sind laut den Zahlen einseitig oder beidseitig taub. Ich meine mich zu erinnern, dass 9% einseitig hörend und 1% beidseits taub sind.

    Ist ja spannend, dass die Zahlen quasi genau so sind wie die, die ich von ACD kenne.

    möglicherweise fliegt man dann auch einfach aus dem Ring

    Und wenn das bei ner Rasse passiert, bei der Showergebnisse wichtig für die ZZL sind, dann ist das halt schon was, was einen über die Prioritäten in der Zucht nachdenken lässt. Im Gegensatz zu Stehohren oder so (was ich auch für absolut falsche Prioritäten halte, nicht falsch verstehen) vererbt sich ein schlecht geschnittener Bart oder so ja nicht einmal.

    Ob die Fahne an der Rute modisch kurz ist oder lang weht ist ziemlich egal

    Ist es nicht. Bei "meiner" Rasse bspw müsste ich mit gekürztem Fell nicht kommen, das disqualifiziert. Und das haben ja einige schon vor mir geschrieben. Weiß nicht, wie Du von sowas auf "ungepflegte Fellhaufen" kommst.

    im Umkehrschluss hat man das Problem dass viele Rassen keine gute Bewertunt bekommen können wenn da kein guter, auf Ausstellungsfrisuren spezialisierter Groomer dahinter steht

    DAS ist ja finde ich der Gipfel der Absurdität, noch beknackter als alles andere, dass ein 1A-Hund mit der falschen Frisur dann schlecht bewertet wird. Da sieht man mal, dass es eigentlich null um einen gesunden Körperbau o.ä. geht.

    Aber war es bei euch allen wirklich so, dass ihr in der ersten Woche mit eurem ersten Hund alles toll fandet?

    Nein, ich war ziemlich müde, angespannt und habe für meinen Geschmack viel zu selten geduscht. Habe mich außerdem sehr ans Haus gefesselt gefühlt. Und ich hatte einen ziemlich unkomplizierten Welpen da.

    nur, um ihn dann wieder abzugeben und seine kleine Hundeseele zu brechen

    So schnell bricht da nichts. Wenn man eine Abgabe vernünftig angeht, ist das für den Hund meist wohl eher weniger dramatisch als für den Menschen. Solche Gedanken machen Dir nur Druck und haben wenig Bezug zur Realität.