Beiträge von Panini

    ...wenn einem Hund die Leinenführigkeit schwerfällt und das mit am Erregungsniveau liegt, wird kein Trainer dieser Welt zaubern können. Und weil die vom "Herumdoktorn" an Symptomen sprichst...naja Ziel ist ja, dass der Hund nicht mehr an der Leine zieht? Was waren denn die konkreten Ansätze?

    Ich weiß. Diesen Zusammenhang hat auch immerhin die zweite der drei Trainerinnen erkannt. Ihr Ansatz war, den Hund - da er auf Ansprache dann ja nicht mehr reagiert - mittels Schreckreiz aus der Aufregung zu holen. In unserem Fall war ihr Mittel der Wahl eine Rütteldose. Das hat 2 oder 3 Tage lang funktioniert. Danach hat ihn das nicht mehr interessiert.

    Der Ansatz von Trainerin Nr. 1 war, immer sofort um 180 Grad umzudrehen, sobald der Hund an einem vorbeigeht. Hat bei Ablenkung kein Stück funktioniert. Bei Reizen wie andere Hunde ist er einfach weiter und voll in die Leine gelaufen.

    Ansatz von Trainerin Nr. 3 war Blocken. Hat ihn nicht erreicht, sobald man weitergegangen ist, ist er umgehend wieder vorgelaufen. Das haben wir fast 5 Monate gemacht, am Ende mit massivem Zurückdrängen (da waren wir dann auch an dem Punkt an dem ich mich dabei echt unwohl gefühlt hab) und keinen Erfolg gehabt.

    Ansatz Nr. 4 ist jetzt, Ruhepausen draußen und gehen an durchhängender Leine stark mittels Markertraining zu belohnen. Bisher die erste Methode, wo zumindest Fortschritte sichtbar sind.

    Ich versteh dich gut. Bei uns ist das ja ähnlich, zwar ohne bellen und beißen, aber er ist dann auch in einer anderen Welt und nicht mehr erreichbar.

    An einem Social Walk haben wir noch nie teilgenommen (das würde im Leben nicht funktionieren), aber zB letzte Woche waren wir bei Bekannten, die auch einen KHC haben, und waren dort spazieren. Wir dachten, nach 4 Monaten täglich Klickertraining und ersten Erfolgen könnte man das mal probieren. Falsch gedacht. Seine Konzentration hat für ungefähr 10 Minuten gereicht, so lange war er ansatzweise leinenführig (aber auch nur mit zigfacher Ansprache und absolutem Fokus auf ihn), danach war es vorbei. Nicht mehr erreichbar und nur noch über reine Kraft zu halten. Ich hab die Leine meinem Mann übergeben, damit wir es halbwegs vernünftig zurück zum Auto schaffen konnten. Er ist dann so in seinem schnellschnellschnell-Modus, ich glaube, würde man ihn dabei hochheben, würden seine Pfoten sich einfach in der Luft weiterbewegen.

    Was mich so deprimiert: Seit Tag 1 üben wir Dinge wie Ruhe halten, arbeiten an Impulskontrolle und Frustrationstoleranz, setzen Grenzen, verwalten Räume und hatten auch schon 3 Trainer da und die Leinenführigkeit wird einfach nicht besser. Wer uns letzte Woche gesehen hat, musste denken, wir hätten noch keinen Tag trainiert.

    Und ganz ehrlich, nach 3 Trainern, die alle nur an den Symptomen herumdoktern wollten, was natürlich nicht gefruchtet hat, hält sich meine Motivation, nochmal nach einem Trainer zu suchen der dann vielleicht wirklich weiß, wo wir ansetzen müssen, auch in Grenzen. Außer weiterhin mit dem Klicker zu arbeiten fällt mir echt nichts mehr ein.

    ach man.... ihr habt alles so perfekte hunde.....

    ...

    wieder bei meinem mann und änni,wollte ich mir den aufgegangenen schuh zubinden und hab tamilo am papierkorb festgemacht...da ist der dann komplett ausgerastet weil mein mann mit änni schon weiter gegangen und nicht mehr zu sehen war.

    Oh nein, absolut nicht =)

    Ich erinner mich noch gut an die Zeit so vor knapp einem Jahr. Meine Eltern waren im Urlaub und wir sind jeden Abend mit den beiden Hunden die 100 Meter zu ihrem Haus gegangen um dort die Jalousien runter zu lassen.

    Wenn mein Mann mit unserer Hündin vorgegangen ist (weil ich wegen der nicht vorhandenen Leinenführigkeit des Colliekindes mal wieder stehen geblieben bin und gewartet hab, bis er wieder ein Fitzelchen Aufmerksamkeit übrig hatte), ging ein Gefiep-Jaule los, das zig Nachbarn an ihre Fenster gelockt hat |) (konnte man im Dunkeln gut sehen).

    Ganz am Anfang hat er mal so geheult, als wir uns bei einem Spaziergang getrennt haben, dass unsere Hündin zwei Minuten später plötzlich wieder vor uns stand. Allein. Sie war im Freilauf gewesen und hatte dem Ruf des Zwerges nicht widerstehen können. Das war sehr hilfreich für unsere Erziehung :rollsmile:

    Jetzt findet er es immer noch nicht so toll, wenn wir uns trennen, aber kein Vergleich mehr zu früher. Er fiept kurz und das war es.

    Leinenführigkeit ist bei Kalle durchaus ausbaufähig :hust:

    Aber er ist leicht und es stört mich einfach nicht wirklich..

    Er läuft fast immer am Geschirr und da ist leichter Zug erlaubt.. :ka:

    Da darf er auch schnüffeln und sich lösen.

    Kaala ist auch leicht (knapp 15kg), aber "leichter Zug" ist nicht das, was sie da macht. :lol: :ugly:  Jimina hat es total treffend beschrieben: Aufregung wird ins vorwärts kanalisert - Kaala kann nicht langsam, v.a. wenn alles neu und spannend ist. Dann muss sie schnellschnellschnell, das verträgt sich leider nicht so gut mit meinem Tempo, entsprechend ist das kein leichter Zug (der für mich auch ok wär am Geschirr), sondern 15kg, die mir vorkommen wie ein kleiner, wild gewordener Stier, der all seine Energie ins VORWÄRTS steckt und sich anfühlen wie 30kg. |) :pfeif:

    Sehr treffend beschrieben! Hier sind es 25kg, die bei Aufregung mit Volldampf vorwärtsvorwärtsvorwärts wollen. Ich würde vor Freude in Tränen ausbrechen, wenn er LEICHT ziehen würde :lol:

    Er gibt sich wirklich Mühe, aber sobald die Aufregung zu groß ist fällt er ins kopflose Zerren.

    Aufregung wird ins vorwärts kanalisiert.

    Distanzkontrolle hingegen ist kein Problem, sodass er viel frei läuft außerhalb der Stadt.

    Exakt so ist es bei uns auch! Fühle mich gerade sehr verstanden :sweet:

    Freilauf ist hier auch problemlos möglich. Der Radius wird mir mit zunehmender Dauer der Runde zwar öfter mal zu groß, daran merkt man dann, dass es reicht, aber dabei ist er immer ansprechbar und läuft nicht weg o.ä.

    Für mich wäre Leinenführigkeit schon ausreichend, wenn er nicht zieht und auf Richtungswechsel, Stopps achtet. Aber das schaffen wir noch nicht. Es gibt Tage, da zieht er gar nicht und an anderen donnert kopflos in die Leine. Also so wie du es beschreibst, wäre es für mich schon super.

    Für mich auch…… wir doktern jetzt seit 1,5 Jahren an der Leinenführigkeit rum und es wird echt nur in absoluten Babysteps besser.

    In bekannter Umgebung GEHT es jetzt, nachdem wir seit 3 Monaten mit viel Belohnung arbeiten, ist aber auch noch fragil. Und die Leine darf maximal 1,5-2m lang sein. Bei mehr Leine verliert er sich auch hier noch sofort in den Gerüchen. Dabei zieht er halt nicht nur ein bisschen, sondern hängt durchgehend voll drin. Ich bin dann für ihn bloß ein 50 Kilo schwerer Stein, den er bewegen muss um vorwärts zu kommen :ugly: .

    In fremder Umgebung reicht seine Konzentration für Leinenspaziergänge nach wie vor nicht aus. So nach 10-15 Minuten ist es vorbei mit der Aufnahmefähigkeit. Dann ist es sogar für meinen Mann anstrengend, ihn zu nehmen. Er verfällt dann einfach komplett in den Alles-auf-einmal-abchecken-wollen-Modus, das Hirn ist total out of order. Da interessiert ihn keine Ansprache, keine Korrektur (wir haben es zB auch 5 Monate wirklich konsequent mit Blocken versucht - sobald man sich wieder nach vorn gedreht hat, ging er jedes Mal direkt wieder in die Leine) und auch keine Belohnung.

    Zum Glück ist unsere Hündin super orientiert, geht toll an der Leine und bleibt auch ohne bei mir, dadurch kann man sich die Zeit für ihn nehmen.

    Ehrlich, er ist an sich für mich der perfekte Hund, aber bei dem Thema ist es einfach mühselig :tropf:

    Wenn der noch länger im Tierheim bleibt und immer „seine Rituale“ bekommt und die darin bestehen ne halbe Fleischwurst (whatever) und ne halbe Tüte billig-Leckerli pro Tag zusätzlich zu seiner normalen Ration zu fressen, ohne körperlich irgendwas zu tun, wird der so fett werden, dass der zum beißen nicht mehr hochspringen kann und träge wird.

    Definitiv. Der sah jetzt schon ziemlich wohlgenährt aus :emoticons_look:

    gerade wenn man nen Welpen/Junghund aufzieht finde ich das viel einfacher, wenn man schon einen oder mehrere erwachsene Hunde hat.

    Finde ich gar nicht :tropf: Obwohl unsere Hündin wirklich super umgänglich und ein absoluter Verlasshund ist. Aber groß mit-erzogen hat sie nicht. Ich glaube sie hat gerade das erste Jahr eher gedacht „ihr wolltet die Nervensäge, dann kümmert euch jetzt auch mal schön alleine“.

    Beiden Hunden gut gerecht zu werden, die doch sehr unterschiedlich sind, war vor allem zeitaufwändig und ich zieh meinen Hut vor allen, die noch mehr Hunde haben und/oder dabei Single sind.

    Seit ein paar Monaten wird aber immer häufiger zusammen gelegen und ich könnte jedes Mal quieken vor Freude =)

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    heute mal ein wenig Dramatik in den Gassie Gang eingebaut.

    Wunderschön beschrieben :lol:

    Ich hab das auch mal (unfreiwillig) getestet, indem ich im Wald in einer Kurve auf von Laub verdecktem Matsch schwungvoll ausgerutscht bin.

    Der Collie kam sofort angerannt, hat mir das Gesicht abgeleckt - und wäre dabei auch hektisch auf mich drauf gelatscht, wenn ich ihn nicht schnell festgehalten hätte :ugly:

    Die Rumänin ist nur stehen geblieben und hat verständnislos geguckt.