Beiträge von Panini

    Ich habe noch keinen TA erlebt der auf medizinische Gründe gepocht hat

    Ich auch nicht. Leider. In unserem Bekanntenkreis wurden zuletzt zwei Rüden gechipt, einer war ein Jahr, der andere anderthalb, und einer wurde kastriert (mit 7 Monaten!).

    Drei verschiedene Tierärzte. 2x NRW, 1x Bayern. Keiner davon hat mehr verlangt als die Aussage der Halter "er ist draußen immer so abgelenkt und will alles markieren". Und da ich alle drei Hunde gut kenne, kann ich sagen, dass das auch tatsächlich schon alles war und es also bei keinem davon medizinisch notwendig gewesen wäre.

    Wobei Nando gegenüber anderen Hunden nicht mehr jung wirkt, sondern sehr erwachsen abcheckt. Der macht sich richtig groß, Schwanz hoch und imponiert.

    Ist hier auch schon länger so (letzten Monat ist er 2 geworden). Abchecken wollte er immer schon, das Imponieren, je nach Gegenüber auch mal Drohen, kam dann nur noch oben drauf.

    Im direkten Kontakt ist er total verträglich. Es wird aber immer deutlicher, dass sein Interesse am Spielen dem Interesse am Schnüffeln weicht. Wenn wir mit bekannten Hunden unterwegs sind, rennt er gern noch ein bisschen mit denen, aber viel weniger im Vergleich zu noch vor ein paar Monaten. Der Goldie, mit dem wir Sonntag unterwegs waren, konnte das gar nicht verstehen und hat immer wieder versucht, ein Spiel zu starten - trotz dass der „schon“ 2,5 Jahre ist.

    Mir gefällt diese ernstere Art ja sehr gut.

    Wir üben mal wieder Ruhe, klappt so mal gar nicht *seufz*

    Im Moment habe ich nicht das Gefühl, dass wir hier vorran kommen.

    Kenne ich gut! Wir üben das seit 2 Jahren. Ständig. Das Training kommt mir echt zu den Ohren raus. Und trotzdem fiept er nach wie vor sobald wir länger als ein paar Sekunden stehen bleiben, einfach weil er weiter möchte. In fremder Umgebung besonders ausdauernd.

    Sobald das Gartentor hinter uns zu geht ist er dann ein anderer Hund. Sofort tiefenentspannt. Im Haus sowieso. Auch in „fremden“ Häusern. Cafés und Restaurants sind auch kein Problem. Aber draußen.. schwierig. Es macht für ihn einfach keinen Sinn, da runter zu fahren.

    Aber heute war ich wieder extrem stolz. Wir waren mit Freunden und ihrem Golden Retriever, ein halbes Jahr älter als Brodie, spazieren und anschließend bei ihnen zu Hause.

    Brodie hat sich sofort hingelegt und geschlafen, obwohl er vorher noch nie dort war :applaus:

    Der Goldie dagegen kam gar nicht zur Ruhe. Aber Retriever zeigen das halt anders.. er war die ganze Zeit stumm dabei, das fällt natürlich gerade draußen weniger auf.

    Man müsste nachzählen und mit den Quoten der Tierheime vergleichen. Eventuell ist das ja (leider) ein ganz normales Verhältnis von Erfolgs- zu Misserfolgsstory?

    Hier wird aber nicht der Durchschnitt der TH vermittelt, sondern Kanidaten die als schwer Vermittelbar gelten (aus unterschiedlichen Gründen).

    Mich wundert der hohe Anteil an Ruckläufern nicht. Ich hab schon erlebt dass Hunde die weniger Baustellen hatten schnell zurück gegeben werden.

    Was auch noch dazu kommt: Teils wurden die Hunde als weniger problematisch vorgestellt als sie es am Ende waren.

    Bei Flecki, weiß ich noch weil der optisch voll mein Beuteschema ist, hieß es in der Vorstellung nur, dass er etwas unsicher ist, wegen Jagdtrieb nicht zu Katzen soll und sich keiner erklären kann, wieso der seit 2 Jahren übersehen wird. Von den Baustellen keine Rede (gut, manche hat er dann auch erst im neuen zu Hause gezeigt).

    Leute, die ihn angucken, letztens eine Joggerin, die an der Ampel auf der Stelle lief und dabei mit den Armen ruderte, ja die war sehr gruselig.

    Sowas ist meinem wiederum total egal. Gruselig findet er eigentlich gar nichts und laut ist er auch nicht, aber dafür beherrscht er Frustfiepen in Perfektion :ugly: .

    Bei uns sind der Knackpunkt hauptsächlich Gerüche, denen er gern - in seinem Tempo, und das ist ein Mix aus schnellem Trab und Steh xD - nachgehen möchte, aber an der Leine eben nicht kann. Auf Waldwegen ist die Leinenführigkeit daher deutlich schlechter als an der Straße.

    Brodie ist schon sehr stark an Hündinnen interessiert. Egal ob läufig oder nicht.

    Er will auch vehement zu interessanten Schnüffelstellen, selbst mit der Leine-an-Halsband+Geschirr-Lösung ist es teilweise nervig, wie er versucht da hin zu zerren.

    Sonntag waren wir auf einer Ausstellung und er hat feinstes Rüdenverhalten gezeigt.. Am Eingang schnell einen Sheltierüden angeknurrt, auf dem Platz einen anderen KHC-Rüden in 30 Metern Entfernung erspäht und sofort erst mal Drohverhalten gezeigt und im Ring war er von einer Hündin am Rand so angetan, dass er ständig versucht hat, sie anzuglotzen. Es lief mit viel Ansprache aber alles gut und problemlos.

    Vermutlich würde er derzeit umgehend abwandern, wenn er die Wahl hätte |)

    Hier lebt er ja mit einer (kastrierten) Hündin zusammen. Da ist er nie aufdringlich, das läuft prima. Im Freilauf leckt er ihr Pipi aber auf wie Wasser wenn man nix sagt, und kastrierte Rüden findet er auch höchst spannend :rollsmile:

    Allerdings leidet er nicht, sowas wie jammern, nicht fressen o.ä. gab es noch nie, daher schließe ich chippen/kastrieren auch aus.

    Ansonsten trägt er eh hauptsächlich Geschirr und zieht dann eben moderat. :ka:

    Ich habe das glaube ich schon 12x geschrieben: Meiner zieht.nicht.moderat :ugly: Das würde mir mittlerweile ja schon völlig reichen! Von der Vorstellung, dass er genauso chillig und orientiert mit durchhängender Leine neben mir läuft wie meine Hündin (die das mit deutlich weniger Aufwand ohne Trainerhilfe und in sehr kurzer Zeit gelernt hat) habe ich mich längst verabschiedet.

    Er kann es in fremder Umgebung einfach (noch? nie?) nicht leisten weil er überall gleichzeitig hin will um alles abzuchecken, zu markieren etc., und frustet dann (und nein, er durfte an der Leine noch nie überall hin wo er wollte und ich gebe ihm selbstverständlich auch nicht nach, daher ist die Leine mittlerweile auch immer an Geschirr UND Halsband, der stemmt sich nämlich mit seinen 25kg voll rein und geht auch gern mal blitzartig rückwärts).

    Wir „arbeiten“ weiter vorrangig an der Frusttoleranz und der Aufregung und es wird sicher noch einige Zeit dauern, bis er an der Leine zuverlässig gut läuft. Das Konzept als solches hat er nämlich durchaus schon längst verstanden, das zeigt sich in vertrauter Umgebung sehr schön.

    Und dann ist es natürlich so, wenn was nicht so klappt, der Hund einfach nichts von den Vorstellungen hält, deutliche mehr Temperament hat, deutlich mehr eigene Interessen, es sich schon wie die erste Kritik an den eigenen Fähigkeiten anfühlt. Denn man macht und tut und ist wirklich bemüht und trotzdem wird's nix....

    Genau das. Da kann man Prioritäten setzen wie man will, bei manchen Hunden dauert manches einfach länger und ist trotz aller Motivation und Bemühungen schwieriger.

    Mein Hund ist super im Freilauf. Dafür ist die Leinenführigkeit immer noch schlecht.

    Priorität von Tag 1 an war die Leinenführigkeit.. :ugly: