Spannendes Thema 
Ronja und ich haben in den ersten 2 Jahren ja wirklich ganz massiv an uns arbeiten müssen, bis wir Ansätze für die erfolgsversprechende gegenseitige Erziehung gefunden haben. Und waren damit erst fertig, als sie schon 4 Jahre alt war und ich 30 KG abgenommen hatte. Was wir bis dahin in Versuch und Irrtum investiert haben - das kann ich gar nicht alles einzeln aufzählen 
Und aus ihr ist zwar ein anspruchsvoller Hund geworden, aber auch der tollste Hund, den man sich vorstellen kann (für Hobbybedarf). Konnte aus jeder Situation das Beste für sich ziehen, hat sich nicht aus der Fassung bringen lassen und ist ebenso problemlos und gerne mit mir über den Frankfurter Weihnachtsmarkt spaziert wie über eine Verkehrsbrücke über die Autobahn wie durch einen Wildpark mit offenen Gattern wie durch eine Gruppe Kindergartenkinder, die bei ihrem Wandertag den Hund entdeckt haben und völlig unkontrolliert in uns reingebrettert sind
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Mit Lilly konnte ich nicht so viel falsch machen, weil da nicht so viel „Erziehung“ stattfinden kann. Bei der Überwindung ihrer Panikzeit bin ich sicher öfter mal zu schnell oder zu zögerlich vorgegangen. Das hat aber nie zu einem dauerhaften Rückfall in die schlimme Panikzeit geführt. (Mit einer Ausnahme, die aber kein Erziehungsversuch war: Beim Grillen mit Hunden im hinteren Hof haben wir den ungeschützten Treppenaufgang zur Vorderseite von Haus mit einem Schutzblech gesichert. Meine Schwiegermutter hat das versehentlich umgestoßen und es kam mit heftigem Poltern in den Hof gekracht. Der ist seitdem für Lilly verbrannt, sie hält sich beim Grillen nicht mehr mit uns dort auf).
Mann hat, weil er so ist, wie er ist, viel länger für seinen Draht zu Lilly gebraucht. Sie hat es ihm fast verziehen. Nur abends, nachdem sie endgültig zur Ruhe gegangen ist, soll er sich gefälligst von ihrer Höhle fernhalten, sonst gibts Mecker.
Bei Momo haben wir definitiv das Alleinbleiben sabotiert, weil wir es im ersten halben Jahr kaum geübt haben. Und mit seiner genervten Reaktion erst auf ihre nicht zügig vorhandene Stubenreinheit und auf ihr unsauberes Trinkverhalten hat mein Mann definitiv ein Verhalten erreicht, dass ihm mehr schadet als nutzt. Stubenrein ist sie geworden. Aber sie trinkt hastig und in Etappen, wenn er da ist und tropft damit deutlich mehr, als sie es tut, wenn er nicht da ist. Nur leider verfügt er nicht über hinreichend Impulskontrolle, seine Meckerei zu unterdrücken bzw. es einfach locker zu sehen, wenn sie den Boden volltropft und hält es damit am Leben.
Erziehung ist Beziehung: Dass da alles nicht so ganz glatt läuft, man erstmal den gemeinsamen Weg finden muss und da auch mal „Unrecht“ tut, das ist, finde ich, ganz normal. Die Hunde nach Ronja haben sehr davon profitiert, dass ich durch die intensive Beschäftigung mit ihr ein recht gutes Gefühl dafür bekommen habe, wie ein Hund tickt, was er leisten kann und wie man ihn überzeugen kann 