Wenn du Aversion direkt gleichsetzt mit Panik und Terror, dann ist das dein Film.
Ich habe erklärt, dass es Abstufungen gibt.
Okay. Daraus kann ich aber nur schließen, dass Du zwar - und das sehr wohl direkt auf mich bezogen - folgende Ausführung ins Rennen geworfen hast:
Verhaltensbiologisch werden hier Hirnfunktionen (Stichworte: Amygdala; Schlüsselreiz/AAM=angeborener Auslösemechanismus; bedingte Aversion; bedingte Hemmung), die Verarbeitung solcher Reize über das sympathische Nervensystem und die Lernerfolge (wertfrei, im Sinne von: Wie erfolgreich und nachhaltig ist die Verankerung einer solchen Lernerfahrung im Gehirn?) betrachtet.
"Zu menschlich" ist diese Betrachtung von dir auch, weil du vermutlich außer acht lässt, dass die Frontallappen beim Menschen deutlich ausgeprägter sind als beim Hund. Diese sind für das "Denken" maßgeblich verantwortlich - dieses (Nach-)Denken KANN eine (Furcht-)Bewertung der Amygdala "überschreiben", und damit ein Flüchten (Meiden) oder Wehren (Kämpfen) verhindern, wenn über Denken der Schluss gezogen werden kann: Es besteht überhaupt keine Gefahr
aber tatsächlich gar nicht genau weißt, von welcher Art von Reiz/Reaktionsmechanismen Du da sprichst. Nämlich eben nicht von einem kurzen Unbehagen, sondern von blanker Furcht. Das hat nichts mit meinem Film zu tun, das hast Du so geschrieben.
Ich habe hier ganz detailliert beschrieben, wie ich für meine jeweiligen Hündinnen einen Abbruch, nachdem er nicht befolgt wurde, per Strafe durchgesetzt habe (Zischen, sachtes Drängen zwischen die unerwünschte Handlung und damit körperliches Wegdrängen. Ohne Berührung). Mir ist auch klar, dass man nicht unbedingt diesen Film im Kopf hat, wenn von „aversiven Methoden“ die Rede ist. Nichtsdestotrotz sind das Strafen. Die die jeweilige Hündin dazu bewegen, von der unerwünschten Handlung abzulassen.
Und ja, diese Strafen erzeugen eine Emotion, nämlich kurzzeitiges Unbehagen. Sonst wären sie ja nicht dazu geeignet, den Hund von der unerwünschten Handlung abzubringen. Aber da sind wir noch ganz, ganz weit von dem verhaltensbiologischen Reiz/Reaktionsschema weg, das Du oben beschrieben hast.